Als Kind der 90er bin ich mit einem NES aufgewachsen und wurde so schon früh zu einem treuen Nintendo-Kind. Ob Super Mario Bros., Nintendo World Cup oder Super Off Road – die NES-Klassiker gehörten zu meinem Alltag. Doch auch die Welt der Heimcomputer öffnete sich mir bereits 1992, als mein Vater unseren ersten PC anschaffte. Er war felsenfest davon überzeugt, dass dies die Zukunft sein würde.
Gemeinsam mit meiner Schwester entdeckte ich so die Welt der Point-and-Click-Adventures. Wir verbrachten Stunden mit Monkey Island 1 + 2 und ich erinnere mich noch gut an den absurden Spuckwettbewerb, daran, dass ich zum ersten Mal lernte, was ein „Grog“ überhaupt ist, und an dieses Gefühl, wenn man endlich die richtige Kombination aus Gegenständen fand, nachdem man ewig herumprobiert hatte. Das Ende mit dem Freizeitpark hat mich damals völlig verwundert zurückgelassen. Ich konnte gar nicht fassen, dass ein Spiel so eine Wendung nehmen kann.
Diese frühen Erfahrungen prägten mich nachhaltig: Die Neugier an Technik und Geschichten verschmolz schon damals, und beides hat mich nie wieder losgelassen.

Der Moment, der alles veränderte: Zelda Ocarina of Time
Den ultimativen Gaming-Moment erlebte ich in meiner Lehre, als ich mir vom ersten Lohn einen N64 und einen kleinen Fernseher kaufte. Zelda Ocarina of Time überwältigte mich völlig.
Es war diese Freiheit, die mich packte: Man konnte jederzeit überall hingehen, auf Epona durch Hyrule reiten oder einfach mal die Hühner ärgern und schauen, was passiert. Ich konnte mich unglaublich gut mit Link identifizieren. Er war einfach ein Junge, der in ein episches, märchenhaftes Abenteuer hineingeworfen wurde, genau wie ich mich selbst in diesen Welten fühlte.
Und dann dieser Finalkampf gegen Ganondorf – ich hatte das Herz in der Hose und gleichzeitig Gänsehaut. Ich zockte nächtelang durch, bis mein Vater einschritt, der nächtlichen Reise durch Hyrule ein Ende setzte und verfügte, dass ich nur noch tagsüber auf Entdeckungstour gehen durfte. 😅
Diese Magie hat mich nie wieder losgelassen. Später ging es auf dem GameCube mit Zelda The Wind Waker weiter, das für mich aber nie an Ocarina of Time heranreichte. Irgendwann in meinen frühen 20ern verlor ich das Interesse am Gaming. Freunde, Reisen und das Leben waren einfach spannender.

Der Funke: Wenn der Neffe das Feuerschwert schwingt

Jahre später entfachte die PlayStation 4 meine Leidenschaft aufs Neue. Doch eine noch größere Liebe entwickelte sich zu meinem Neffen Alexan. Ich begleitete ihn von klein auf beim Aufwachsen, passte auf ihn auf, wechselte Windeln, und wir entwickelten eine tiefe Verbindung.
Als er älter wurde, besuchte er mich oft an den Wochenenden, und ich führte ihn in die Welt des Gamings ein. Wir wurden ein unzertrennliches Team bei Spielen wie Sackboy, Hotwheels, Unravel 2, den LEGO-Superhelden & Star Wars-Titeln oder It Takes Two.
Alleine war ich damals oft im Wilden Westen von Red Dead Redemption 2 unterwegs. Ich war begeistert von der offenen Spielwelt und der Freiheit, besonders die Jagd auf Tiere und das Einfangen und Zähmen wilder Pferde hatten es mir angetan. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Spiel so schnell wieder derart fesseln könnte.
Doch ich täuschte mich: Als ich die hervorragenden Kritiken zu Zelda Breath of the Wild las, kaufte ich mir eine Nintendo Switch und war sofort wieder im Zelda-Fieber. Die Spielmechanik hatte Parallelen zu RDR2, und auch meine Lieblingsbeschäftigungen wie das Jagen und das Zähmen von Pferden kamen nicht zu kurz. Ich sah, dass diese magische Welt Klein und Groß heute noch genauso begeistern kann wie mich damals.
Mein Neffe war zu dieser Zeit erst sieben und hatte als Erstklässler gerade mit dem Lesen begonnen. Bei einem seiner Besuche ließ ich ihn Zelda BotW versuchsweise spielen. Er lernte extrem schnell, war besonders vom Feuerschwert angetan und verbrachte seine Zeit damit, Bäume abzuholzen, Brände zu legen und Dorfbewohner zu erschrecken. Viel mehr brauchte er gar nicht, um seinen Spaß zu haben. 😂
Als er besser lesen konnte, schenkte ich ihm zu seinem 8. Geburtstag mein fertig gespieltes Zelda Breath of the Wild für seine Nintendo Switch. Die Begeisterung war riesig. Ich hatte einen neuen Zelda-Fan erschaffen, der mich ständig anrief, um nach Tipps zu fragen. Doch schnell folgte die Ernüchterung: Er spielte tagelang nur noch und vernachlässigte andere Beschäftigungen wie das Lesen völlig. Das wurde zu meinem persönlichen Weckruf.
Von Hyrule nach Mystiko: Die Idee für ein Kinderbuch wie Zelda
Ich wollte eine Art Zelda Manga erschaffen, der sich für Alexan so packend anfühlt wie seine Abenteuer in Hyrule, ihn aber zum Lesen bringt statt zum Bildschirm. Also beschloss ich, ein Fantasy Kinderbuch zu schreiben, das die Entdeckerlust aus Zelda nutzt, um Kinder zwischen 10 und 14 Jahren aktiv zum Lesen zu motivieren.
Was als erster Entwurf von 15 Seiten begann, wuchs durch wochenlanges Feilen an Ideen, Wendungen und Spannungsbögen zu einem über 90-seitigen Fantasy Kinderbuch heran. Und um das Ganze unvergesslich zu machen, machte ich Alexan zum Helden seiner eigenen Geschichte, und auch meine Nichte ging nicht leer aus: Die Prinzessin im Buch trägt ihren Namen Ayana. Zu seinem 9. Geburtstag erhielt Alexan das Buch wie Zelda, in dem der Protagonist seinen Namen trägt. In einfachen Sätzen erzähle ich eine Heldenreise, die dezent Themen wie Mitgefühl, Freundschaft, Vergebung und Selbstkenntnis behandelt.
Dabei habe ich das Kinderbuch wie Zelda bewusst wie ein Videospiel strukturiert: Die Handlung schreitet zügig voran, ohne langatmige Beschreibungen. Am Ende jedes Kapitels meistert der Held ein Rätsel oder eine Prüfung und erhält als Belohnung ein Stück seiner verlorenen Erinnerung zurück – fast wie „Loot“ in einem Game. Jede Erinnerung wirft neue Fragen auf und befeuert die Neugier auf das nächste „Level“ (Kapitel). Trotz der Action steht dabei eine gewaltfreie Erzählweise im Vordergrund und vermittelt Weisheiten wie: „Den wahren Sieg erlangt man, wenn man dem Gegner die Hand reicht.“

Künstlerische Wurzeln, die tiefer reichen als Pixel: Vom Comic zum Zelda Manga
Meine kreative Identität wurde nicht nur durch Videospiele geformt. Schon als Kind verschlang ich Helden-Comics und verfasste später auch eigene kurze Geschichten. Meine Wurzeln liegen tief in der franko-belgischen Comic-Kunst: Die Abenteuer-Vibes von Spirou, das Exotische des Marsupilami und der Humor von Gaston prägen meinen Stil bis heute.
Aufgewachsen bin ich zudem mit den märchenhaften Welten von Die unendliche Geschichte und Star Wars, später schärfte die Atmosphäre von Der Herr der Ringe meinen Blick für episches Storytelling. All das floss in die Welt von Mystiko ein. Ich wollte diese Tradition mit der visuellen Wucht eines modernen Zelda Manga kreuzen.
Neben dieser kreativen Seite hat mir mein betriebswirtschaftlicher Hintergrund geholfen, das Projekt von Anfang an auch strukturiert und mit Weitblick anzugehen. Von der Planung über das Selfpublishing bei BoD und Amazon bis zur Vermarktung des Hörbuchs über die eigene, selbst erstellte Webseite.
Moderne Werkzeuge, menschliches Gespür: So entstand das Fantasy Kinderbuch

Als Indie-Autor fehlen einem oft die Mittel für ein ganzes Team. Deshalb nutzte ich moderne digitale Werkzeuge, um professionelle Qualität zu erreichen. Allerdings immer als Hilfsmittel, nie als Ersatz für die eigene Kreativität.
Die Technik unterstützte mich im Lektorat und Korrektorat und als Sparringspartner, doch das menschliche Gespür blieb unverzichtbar. Das mehrmalige laute Vorlesen blieb unerlässlich. Um logische Ungereimtheiten aufzuspüren, stellte ich mir immer wieder verschiedene Fragen wie: Warum handelt die Figur so, wenn das Vorherige doch schon passiert ist oder bekannt war?
So füllte ich Logiklöcher und baute neue Szenen ein. Auch das Feedback von Testlesern und die spätere Hörbuchproduktion waren entscheidend. Durch das konzentrierte Hinhören fand ich die letzten unnatürlichen Stellen.
Für die 23 Illustrationen im Anime-Stil nutzte ich DALL-E und den Microsoft Designer. Die Bilder fielen aber nicht einfach perfekt aus der Maschine. Es brauchte dutzende Anläufe. Ein Beispiel: Beim „Verwunschenen Wald von Lunaria“ tummelten sich im ursprünglichen Bild Wesen, die nicht zur Geschichte passten. Ich löschte sie manuell und hob in Canva die eintönigen Pilze farblich hervor. Auch viele andere Bilder benötigten manuelle Anpassungen mit Canva, damit sie meiner Vision gerecht wurden.

Besonders die Weltkarte von Mystiko war eine echte Geduldsprobe: Die KI scheiterte komplett an Logik, Beschriftung und meinen Anweisungen. Nach unzähligen Versuchen erhielt ich endlich eine rustikale Karte nach meiner Vision. Diesen ersten Entwurf nahm ich als Basis und verbrachte Stunden in Canva, um alle Orte, Wälder und Berge exakt dort zu platzieren, wo sie laut Handlung hingehörten.

Ein „Zelda Film für die Ohren“
Weil Alexan seine Toniebox liebt und abends gerne Abenteuer hört, kam mir die Idee, mein Buch wie Zelda auch als Hörspiel umzusetzen. Eine Geschichte zum Einschlafen, Kapitel für Kapitel auf den Kreativ-Tonie geladen. Was als einfaches Hörbuch begann, entwickelte sich zu meinem ambitioniertesten Projekt und zugleich zu dem, das mir die meiste Freude bereitet hat.
Wer reinhören möchte – hier gibt es einen Vorgeschmack auf meinen „Zelda Film für die Ohren“.
Mit ElevenLabs gab ich jeder Figur eine eigene Stimme und passte jeden Satz individuell an Tonlage und Stimmung an. Eine professionelle, tiefe Erzählstimme führt durch die Geschichte, während die Charaktere zum Leben erwachen. Für Alexans Toniebox klonte ich zusätzlich meine eigene Stimme, weil er unbedingt wollte, dass ich ihm die Geschichte persönlich erzähle. Doch trotz der verschiedenen Charakterstimmen fehlte noch etwas: die Magie eines echten Kinoerlebnisses.
Tagelang hörte ich mich durch unzählige Samples auf freesound.org und sammelte 400 Soundeffekte. Ich war wie in meinem Element: Durch jahrelanges bewusstes Hinhören bei Filmen und dank meines musikalischen Gehörs wusste ich intuitiv, welche Musik und welche Soundeffekte an welcher Stelle gebraucht werden und ordnete diese strukturiert Kapitel für Kapitel. Mit einem an Zelda angelehnten Score und aufwendigem Mastering in bis zu sechs Spuren entstand ein echtes Hörspiel – ein „Zelda-Film für die Ohren“, der mir jedes Mal unter die Haut geht. Alexan war begeistert, auch wenn er meist nach zwei Kapiteln selig einschlief. 😄
Mehr Hörproben findet ihr auf meiner YouTube-Seite.

Die Reise geht weiter
Die Welt von Mystiko ist inzwischen ein Teil von mir geworden. Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr Ideen für Fortsetzungen kamen mir in den Sinn.
Irgendwann begann ich, sie aufzuschreiben. So ist in den letzten neun Monaten ein Skript von rund 90 Seiten entstanden, das die Grundlage für drei weitere Bücher bildet. Der Plot und der Spannungsbogen für diese Trilogie stehen bereits fest. Ähnlich wie Tolkien schreibe ich die Bände parallel, um sicherzustellen, dass alle Handlungsstränge perfekt aufeinander abgestimmt sind. Es wird neue Kulturen wie die Auroraelfen auf schwebenden Inseln geben, neue Helden von anderen Völkern mit magischen Tieren, neue Drachen und Wesen sowie noch mehr Magie. Thematisch werden die neuen Bände tiefer gehen und sich auch an schwierigere Themen wie Verlust, Zusammenhalt und Versöhnung heranwagen.
Für die neuen Bücher habe ich bereits eine neue, lebendigere Karte von Mystiko entworfen. Dank der Fortschritte in der KI-Bildgenerierung konnte ich meiner ursprünglichen Karte einen neuen Stil geben. Auch wenn es wieder viele Anläufe, gezieltes Prompten und Feinarbeit in Canva brauchte, bis das Ergebnis meiner Vision entsprach.

Für mich zeigt dieses Projekt, was heute möglich ist, wenn man Leidenschaft mit modernen Werkzeugen wie KI verbindet: Als Einzelperson ein Fantasy Kinderbuch wie Zelda schreiben, illustrieren und ein cineastisches Hörspiel produzieren – alles in Eigenregie. Der kreative Kopf und das Herzblut müssen dabei immer vom Menschen kommen. Die Technik hilft, die Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Wer neugierig geworden ist, findet alles rund um „Alexan – Das Geheimnis von Mystiko“ und die ausführlichen Hintergrundgeschichten und Blogs zur Entstehung auf meiner Webseite.







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