Mein ZX81 – der Moment, in dem alles begann

Mein ZX81 – der Moment, in dem alles begann

André Eymann

171 Beiträge · 1.146 Kommentare · tragende Stimme der Community

Wie war das damals? Als Anfang der Achtziger die ersten Heimcomputer in den westdeutschen Wohnzimmern auftauchten, ahnte wohl niemand, wie sehr sie unseren Alltag verändern würden. Für uns Jugendliche war diese Entwicklung faszinierend, geheimnisvoll und voller Möglichkeiten. Genau in dieser Zeit begann auch meine ganz persönliche Geschichte mit dem Computer.

Wir schreiben das Jahr 1984. In Zeiten des Kalten Krieges erscheinen die Bedrohungsszenarien der James-Bond-Filme längst nicht so weit hergeholt wie heute. Der Kinofilm Octopussy erzählt vor dem Hintergrund des Wettrüstens und des NATO-Doppelbeschlusses von der abenteuerlichen Suche nach einem Fabergé-Ei. Bond muss verhindern, dass der Bösewicht den berühmten Zarenschatz gegen eine Atombombe eintauscht. Erst in letzter Minute kann die Apokalypse verhindert werden. Scherzhaft verkündet US-Präsident Ronald Reagan im selben Jahr während einer Probeansprache die Bombardierung der Sowjetunion. Später entschuldigt er sich für diese Bemerkung.

In der Bundesrepublik sorgt der Chaos Computer Club mit dem sogenannten BTX-Hack der Deutschen Bundespost für Aufsehen und deckt damit einen der ersten illegalen und medienwirksamen Datenzugriffe von historischer Tragweite auf. Und zu guter Letzt wird River Raid von Activision als erstes Videospiel in Deutschland indiziert. Gleich zu Beginn des Jahres stellt Apple den Macintosh vor – einen Computer, der sich, wie wir heute wissen, als Meilenstein der Computergeschichte und des Industriedesigns erweisen sollte. Obwohl in vielen deutschen Kinderzimmern bereits ein Commodore 64 stand, konnte sich auch ein kleiner Schwarz-Weiß-Computer aus England, der ZX81, auf dem heimischen Markt behaupten.

1984/1985 erlebt Hamburg einen kalten und trockenen Winter. Unter dem Tannenbaum steht für mich in diesem Jahr ein kleiner Karton, der in seiner Styroporverpackung einen ebenso kleinen Computer mit Folientastatur beherbergt: einen Sinclair ZX81. Doch wie kam es zu diesem Geschenk?

Eine neue Welt für 98 Mark

Wie ist mein Vater auf die Idee gekommen, seinem damals dreizehnjährigen Sohn ausgerechnet diesen britischen Rechner zu Weihnachten zu schenken? Auf diese Frage antwortete er: „Ich habe beobachtet, wie Dich damals elektronische Spiele wie Pac-Man interessierten.“ Sicher war ihm auch aufgefallen, dass ich viel Zeit mit meinen verschiedenen Game & Watch-LCD-Spielen verbrachte – beispielsweise mit meinem tragbaren, knallorangenen Nintendo-Spiel Game & Watch: Donkey Kong. Oder dass wesentliche Teile meines Taschengeldes im Galaga-Spielautomaten des Imbisses um die Ecke verschwanden. Wahrscheinlich ahnte er außerdem, dass ich gemeinsam mit meinem Freund auf der anderen Straßenseite an dessen Atari VCS spielte. Dennoch entschied er sich bewusst dafür, mir einen Computer zu schenken – und keine Videospielkonsole.

Dass mich Technologie schon immer interessierte, wurde früh von meinem Vater gefördert. Dazu fiel ihm ein: „Kannst Du Dich noch an das electrum-Museum in Hamburg-Barmbek erinnern? Dort war ein ganzer Raum mit dem Ur-PC von Konrad Zuse ausgefüllt – mit einer Leistung von, glaube ich, einem Kilobyte. Im Büro der Großküche hatten wir nur Additionsmaschinen. Zur Not konnte man damit auch multiplizieren. Eine 4-Spezimaschine (Anmerkung: eine Rechenmaschine, die alle vier Grundrechenarten beherrschte) kostete in den 60er Jahren fast 8.000 DM. Etwas mehr als zehn Jahre später kostete ein Taschenrechner nur noch 5 DM.“

So machte er sich im Dezember 1984, inspiriert von einer Werbeanzeige, auf den Weg und besuchte die Elektronikabteilung im Tiefgeschoss des Alsterhauses am Hamburger Jungfernstieg, um mir einen ZX81 zu kaufen. „Der Preis lag, glaube ich, bei 98 DM“, erinnerte er sich. „Commodore 16 und 64 kamen später. Aber auch bei denen reichte zum Abspeichern noch mein Kassettenrekorder“, rief er kürzlich aus dem Gedächtnis ab. Das stimmt allerdings nicht ganz, denn den Commodore 64 gab es in der Bundesrepublik bereits seit 1983 zu kaufen. Die Einführung des C16, des Nachfolgers des VC 20, erfolgte hierzulande hingegen erst 1985.

Zum Vergleich: Der Apple Macintosh kostete hierzulande seinerzeit rund 7.200 DM. Der Commodore 64 schlug mit etwa 1.495 DM zu Buche und lag damit ebenfalls außerhalb eines akzeptablen Preisrahmens. Die vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten des ZX81 waren sicher ein entscheidendes Kaufargument für das Weihnachtsgeschenk. So lässt sich leicht nachvollziehen, weshalb der ZX81 – ob als Bausatz oder Fertigmodell – zu einem großen Verkaufserfolg wurde. Eigentlich war der ZX81 der wahre „Volkscomputer“ – und nicht der Commodore VC 20, als den ihn die Werbung in Deutschland vermarktete.

Magischer Moment in heiliger Nacht

Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es zu diesem Weihnachtsfest noch weitere Geschenke für mich gab. Zu sehr war ich nach dem traditionellen Weihnachtsessen damit beschäftigt, den in Ungarn hergestellten Videoton TC 1613 auszupacken und in Betrieb zu nehmen. Schließlich sollte dieser 8-Kanal-VHF/UHF-Röhren-Schwarz-Weiß-Tischfernseher den ZX81 überhaupt erst zum Leben erwecken. Kurz darauf entstand ein Foto, das die frisch ausgepackten Bestandteile des Kleincomputer-Pakets – gemeinsam mit seinem stolzen Besitzer – für die Ewigkeit festhielt.

Nachdem der ZX81 mit dem Fernseher verbunden war, wurde auf dem TV-Gerät der entsprechende UHF-Kanal 36 eingestellt. Langsam wurde mir klar: Du besitzt jetzt deinen eigenen Computer! Plötzlich standen Dir all die unglaublichen Möglichkeiten offen. Spiele, Textverarbeitung, Grafik. Alles, worüber ich zuvor in Heimcomputerzeitschriften wie Happy Computer oder HC – Mein Home-Computer gelesen hatte, war nun auch für mich greifbar.

Ich schaltete den kleinen schwarzen Kasten ein. Auf dem Bildschirm erschien ein weißes „K“ in einem schwarzen Quadrat.

Das „K“ stand für „Keyword“ (englisch für Schlüsselbegriff) und erwartete nun weitere Anweisungen von mir. Sofort blätterte ich im beiliegenden Handbuch ZX81 BASIC Programming und tippte meine ersten Kommandos ein. Schon nach kurzer Zeit vergaß ich Raum und Zeit. Ein magischer Moment hatte mich erfasst und hielt mich unaufhörlich in seinem Bann. Es war, als hätte ich ein Tor in eine neue, faszinierende Welt durchschritten. Ich glaube, die Küche, in der mein ZX81 aufgebaut war, an diesem Abend kaum noch verlassen zu haben.

Erste kleine Beispielprogramme gab ich über die anschlaglose Tastatur des Rechners ein. Dazu gehörten Programme wie „Zahlenraten“, „Drucke den gesamten Zeichenvorrat aus“ oder „Rate meinen Namen“. Schon bald konnte ich auch erste BASIC-Schleifen nachvollziehen. Das Handbuch des ZX81 stand mir dabei mit seinen vielen verständlichen Erklärungen hilfreich zur Seite.

Der ZX81 als Weihnachtsgeschenk 1984. Sofort wurde das mitgelieferte Handbuch studiert. (Bild: André Eymann)
Der ZX81 als Weihnachtsgeschenk 1984. Sofort wurde das mitgelieferte Handbuch studiert. (Bild: André Eymann)

Kaufhaus-Erinnerungen

Wo kam man in den Achtzigerjahren als Jugendlicher mit Heimcomputern in Berührung? Ganz sicher in den großen Kaufhäusern der Stadt. Das nächstgelegene Einkaufszentrum war von meinem Elternhaus nur 3,5 Kilometer entfernt. Oft ging ich direkt nach der Schule dorthin, um Stunden in den Computerecken von Kaufhof oder Horten zu verbringen.

Das Eldorado der Maschinen faszinierte mich. Der Geruch von Kunststoff, erwärmten Netzteilen und Papier lag überall in der Luft. Immer wieder tippte ich Befehlszeilen in die Tastaturen von Commodore 64, Texas Instruments TI-99/4A, VC 20 oder Atari 800XL ein. Obwohl die meisten Systeme in den Kaufhäusern meinem ZX81 technisch überlegen waren, war ich mit meinem kleinen „Personal Computer“ rundum glücklich. Meine Eltern konnten kaum nachvollziehen, welche Dinge ich in meinem Zimmer auf den Bildschirm zauberte. Es war meine eigene Welt, in der ich mich frei entfalten konnte. Rückblickend betrachtet müssen wir auf Außenstehende wie Freaks gewirkt haben.

Mit Nicki-Pullover und Daunenjacke verbrachten wir oft Stunden vor den flimmernden TV-Röhren. Natürlich ließen sich in den Kaufhäusern auch die neuesten Spiele für Heimcomputer und Konsolen ausprobieren. So konnte man beispielsweise kostenlos Smurf auf dem ColecoVision oder Zaxxon auf dem Commodore 64 spielen. Alles Top-Hits, die man sich auch für das eigene Zuhause wünschte, die aber preislich oft unerreichbar blieben. Als Alternative blieb nur der Gang zu den Videospielautomaten. Das war allerdings teuer und nicht immer einfach, denn meist standen die Automaten in Bereichen, die Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugänglich waren.

Mehr Speicher bitte

Als Datenspeicher für meine ZX81-Programme diente zunächst der Kassettenrekorder meines Vaters. Dabei kamen handelsübliche Compact-Cassetten zum Einsatz. Mit den BASIC-Befehlen LOAD und SAVE ließen sich die wertvollen Programmzeilen laden und speichern. Später nutzte ich dann meinen eigenen kleinen „Ghettoblaster“. So konnte ich auch bei komplexeren Programmen Zwischenstände sichern, die sonst beim Ausschalten des Computers für immer verloren gegangen wären.

Nach wenigen Wochen reichte der eingebaute 1-KB-RAM-Speicher des ZX81 meinen Ansprüchen nicht mehr aus. Glücklicherweise schenkte mir mein Vater die originale ZX81-16K-RAM-Speichererweiterung. Sie kostete damals 139 DM und ermöglichte es, deutlich umfangreichere Programme auf dem Rechner auszuführen. Dazu wurde die Speichererweiterung einfach auf den 44-poligen Erweiterungsstecker auf der Rückseite des ZX81 aufgesteckt.

Leider war die Verbindung konstruktionsbedingt äußerst instabil. Schon eine kleine Berührung der Speichererweiterung konnte den Computer sofort zum Absturz bringen. Das war ein wahrer Albtraum – vor allem dann, wenn man zuvor stundenlang ein Listing eingetippt hatte. Auf dem folgenden Foto ist zu sehen, wie ich die Speichererweiterung mit dem ZX81 verbinde.

Das heimische Kinderzimmer im Jahre 1984 mit dem aufgebauten ZX81. (Bild: André Eymann)
Das heimische Kinderzimmer im Jahre 1984 mit dem aufgebauten ZX81. (Bild: André Eymann)
Beim Einstecken der ZX81 16K RAM-Speichererweiterung. (Bild: André Eymann)
Beim Einstecken der ZX81 16K RAM-Speichererweiterung. (Bild: André Eymann)

Spielen wie die Großen

Mein erstes gekauftes Spiel für den ZX81 war The Gauntlet von Colourmatic Computing. Ich bestellte es für 24,80 DM bei der Ottobrunner Firma Computer Accessoires Int’l im Versandhandel. Das Geld dafür sparte ich mir mühsam von meinem Taschengeld zusammen. Was anschließend noch fehlte, verdiente ich mir durch Autowaschen oder Rasenmähen hinzu. Bei dem als „Ein Weltraumspiel“ beworbenen The Gauntlet handelt es sich um eine Variante des Horizontal-Shooters Scramble von Konami.

Das Original kannte ich damals bereits vom Videospielautomaten. Auch die Anirog-Version für den Commodore 64 hatte ich schon oft gespielt. Alle Varianten, die ich kannte, waren ausgesprochen schwer zu meistern. Das traf auch auf diese Sinclair-Version zu. Wie deutlich ich die Ähnlichkeit des ZX81-Spiels mit seinem japanischen Vorbild erkannte, zeigt eine Zeichnung, die ich damals auf der Innenhülle meiner Kaufkassette anfertigte. Sie ist ein schöner Beleg dafür, wie tief sich die kunstvolle Illustration dieses Videospiels bereits in meiner Fantasie eingeprägt hatte. Natürlich war The Gauntlet für mich wertvoller als jede andere Version. Denn ich konnte es jederzeit auf meinem eigenen ZX81 spielen.

Zum Programmieren animiert

Ein guter Freund von mir besaß bereits einen Commodore 64, an dem wir oft gemeinsam spielten. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich tagelang nach der Schule an meinem kleinen ZX81 saß und versuchte, das C64-Spiel Bagitman nachzuprogrammieren. Schon damals hatte ich eine Schwäche für Jump-’n’-Run-Spiele wie Jumpman oder Lode Runner. Bagitman hatte mich so begeistert, dass ich das komplette Höhlensystem mit dem einfachen Zeichensatz des ZX81 nachgebildet hatte. Selbst bewegte Objekte konnte ich bereits programmieren. Für viel mehr reichten meine Programmierkenntnisse damals allerdings noch nicht aus.

So tippte ich vorwiegend fertige Listings ab und kaufte mir entsprechende Publikationen wie das Sonderheft ZX81 Sinclair Programme der CHIP oder den ZX User Club-Sammelband von 1983. Dort gab es eine Fülle interessanter und lehrreicher Programme, sodass mir nie langweilig wurde. Dank der Einfachheit von BASIC konnte ich vorhandene Programme leicht verändern und um meine eigenen Ideen ergänzen. So lernte ich spielerisch das Programmieren und eignete mir ganz nebenbei grundlegende Computerkenntnisse an.

All diese Türen hat mir der ZX81 geöffnet. Und natürlich wäre dies ohne das wegweisende Geschenk meiner Eltern nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen meiner Generation ganz ähnliche Geschichten erzählen könnten. Die Neugier auf Technik wurde damals spielerisch geweckt – und prägt viele von uns bis heute.

Bildergalerie

Herzlichen Dank an René Achter für das von ihm erstellte Aufmacherbild zum Beitrag!

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Bernd BockFerdi

Kommentare

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22 Kommentare zu „Mein ZX81 – der Moment, in dem alles begann“

  1. Avatar von Chris
    VSG-Autor

    Ist das ein toller Artikel! Ich fühle mich direkt zurückversetzt in meine Kindheit / Jugend. Grad auch das Bild von dir in der Küche an Weihnachten, ein absoluter Klassiker 🙂 Schade dass es da von mir nicht mehr viel gibt, ich kann mich nämlich sehr gut an das Weihnachtsfest erinnern, als ich mein Atari VCS bekam. Mein Papa hat relativ lange gebraucht, um das „komische“ Ding anzuschließen habe ich in Erinnerung. Als es dann lief, und zum ersten Mal „Decathlon“ reingepackt wurde, kriege ich heute noch Gänsehaut. 🙂

    TobiFerdiMichael
    1. Avatar von André Eymann

      Danke Chris! Ich kann mich noch daran erinnern, wie sich der Text fast „von selbst“ schrieb. Es waren so viele Gedanken in mir, die zu Papier gebracht werden wollten. Und ich bin sehr froh sie aufgeschrieben zu haben. Schliesslich steckt da auch viel Zeitgeist drin. Ein Zeitgeist der mich begleitet und der mir gut tut, wenn ich an ihn denke.

      TobiFerdiMichael
  2. Avatar von Andreas Steinbacher
    Gast

    Ein sehr schöner Bericht. Ich habe mich sehr in meine eigene Vergangenheit zurückversetzt gefühlt. Bei mir fing es auch bei Besuchen der Computerabteilung von Horten Düsseldorf an der Berliner Allee an. Und mein erster Computer war auch der ZX81. Guck mal hier (https://digitalesleben.blog/2017/01/15/mein-computermuseum-teil-1/)

    TobiAndré Eymann
    1. Avatar von André Eymann

      Vielen Dank für deinen Kommentar Andreas! Da teilen wir eine Gemeinsamkeit 🙂 Ich habe mir deine Webseite angeschaut. Sie ist sehr beeindruckend. Eine tolle Sammlung mit vielen wunderschönen Geräten. Vielleicht hast du ja auch einmal Lust einen kleinen Beitrag für VSG zu schreiben. So werden auch vielleicht noch mehr Menschen auf deine tolle Sammlung hingewiesen.

      Tobi
      1. Avatar von Andreas Steinbacher
        Gast

        Hallo André,

        ich arbeite gerade an einem Beitrag zu HRG auf dem ZX81 am Beispiel von Manic Miner. Vor allem geht es mir dabei um den tschechischen Programmierer Ales Martinik, der schwierig zu finden war und was er zu dieser technischen Meisterleistung sagt.

        Vielleicht kann ich Dir ja diesen Beitrag zusagen, den ich später dann auch auf meiner Webseite verarbeiten wollen würde.

        Tut mir leid, dass ich jetzt erst Deinen Aufruf gelesen habe 😀 Aber es ist nie zu spät für gute Videospielgeschichten 😉

        Gruß und Frohe Weihnachten, Andreas

        Tobi
  3. Avatar von Rider
    Gast

    Und soooo tolle Fotos von früher!!! Ich wünschte, ich hätte von damals auch noch viel mehr!
    Echt ein toller Bericht! Der ZX81 war leider etwas vor meiner Zeit. Aber ich liebe es solche Berichte zu lesen 🙂

    Tobi
  4. Avatar von YesterPlay80
    Gast

    Sehr schöner Beitrag, André! Hat mich auch direkt wieder in Erinnerungen an meinen ersten Heimcomputer schwelgen lassen. Was Dir damals Dein ZX81 war, war mir mein Commodore PET2001, den mir ein Onkel aus der Firma mitbrachte. Der war zwar damals, als ich ihn bekam, das muss Ende der 80er gewesen sein, schon sehr altes Eisen, war auch nur monochrom, aber es war ein kompletter PC mit allem, was man brauchte (also PET und Datasette). Ich habe ähnlich wie Du damit Basic gelernt, zu mehr als einem Quizspiel im Stile eines „Wer wird Millionär?“, also einer Sammlung von „if … then“-Schleifen, hat es aber leider nicht gereicht, trotz des ausführlichen Handbuchs (das ich von meinem Onkel als Kopie dazu bekommen hatte). Ein „richtiges“ Spiel hatte ich dafür nie, ich habe mir beispielsweise damit beholfen, dass ich mir Level „gemalt“ habe und dann versucht habe, die Spielfigur (aka. den Cursor) so schnell wie möglich durch diesen Level zu bringen, ohne eines der Petscii-Zeichen, die den Level darstellten, zu löschen.

    Leider ging der PET irgendwann so kaputt, dass der väterliche Lötkolben, der zuvor schon einige seiner Tode abwenden konnte, nicht mehr ausreichte um ihn vor dem Sperrmüll zu bewahren.

    Mich überkommt aber seit dieser Zeit immer wieder mal die Lust, mich wieder ein bisschen in Basic reinzufrickeln und vielleicht doch mal etwas zu basteln, was zumindest Animationen enthält und in den Grundzügen als Spiel erkennbar ist. Vielleicht schaffe ich es ja bis zur Rente. 🙂

    Tobi
    1. Avatar von André Eymann

      Lieben Dank für Deinen Wahnsinns-Kommentar!

      Der PET 2001 ist leider komplett an mir vorübergegangen. Ich habe ihn aber vor einigen Jahren bei einem Freund gesehen, der seinen Original PET Zuhause stehen hatte. Sehr interessantes Design. Im aktuellen Artikel (über meinen Besuch im CSM) findest Du ein großes Foto von diesem futuristischen Meilenstein.

      Tja, wer mit BASIC groß geworden ist, versucht vermutlich den Rest des Lebens prozedurale Schleifen zu programmieren 😉 Ich erwische mich jedenfalls immer wieder dabei. Ist ja so schön einfach.

      Eine tolle Beschreibung übrigens, wie Du Dein Spiel im „gemalten“ Level „simuliert“ hast. Sehr ähnlich zu meinen Erinnerungen. Ich habe auf dem ZX81 „Bagitman“ mit ASCII-Zeichen „nachgebaut“. Aber eine richtige Cursor-, geschweige denn Kollisionsabfrage, habe ich nie hinbekommen.

      Es gibt meines Wissen eine Menge cooler Toolboxen heutzutage, die ohne steile Lernkurve an die Spielprogrammierung heranführen. http://www.blitzbasic.de zum Beispiel.

      Tobi
  5. Avatar von Poly
    VSG-Autor

    Interessante Geschichte und auch schön geschrieben, vor allem die vielen persönlichen Anekdoten mit Fotos! Sinclair ist mir zwar ein Begriff, aber die Computer von denen kenne ich kaum (bin wohl auch zu „jung“ dafür) und von diesem 93DM-Rechner hatte ich sogar noch nie was gehört. Klingt tatsächlich nach einem echten Volkscomputer und die Einschränkungen der Hardware hatten offenbar den schönen Effekt, dass sich die jungen Besitzer noch intensiver mit der Funktionsweise und dem Programmieren beschäftigten 🙂

    Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich aber noch: ein paar mehr Bilder (also Screenshots) oder gar ein Video von Spielen des ZX81 wären schön gewesen.

    Tobi
    1. Avatar von André Eymann

      Vielen Dank für Deinen schönen Kommentar Poly!

      Ja, dass diese Fotos entstanden sind, ist wahrlich ein Wunder. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Festhalten dieser Momente so wichtig werden würde.

      Danke auch für Deinen Verbesserungsvorschlag. Den habe ich soeben umgesetzt. Der Artikel hat nun Screenshots, Videos und weiterführende Links bekommen. Damit kann man die ZX81-Zeit noch besser begreifen denke ich. Eine sehr gute Idee von Dir! 🙂

      Tobi
  6. Avatar von David Lightman
    VSG-Autor

    Wie bei André war der ZX81 auch mein erster Rechner. Ich bekam ihn 1982 als Bausatz unter den Weihnachtsbaum gelegt. 1983 kam dann der C64 und schwupps, da war es vorbei mit dem Programmieren. Es wurde nur noch gedaddelt. Erst 1999 entdeckte ich den Zeddy und damit auch das Programmieren wieder – dank dem ZX-TEAM (www.zx81.de), welches wirklich ein Fundus an Kreativität ist…
    Gruß und keep hacking…
    Jens

    Tobi
    1. Avatar von André Eymann

      Lieber Jens,

      Deine unglaublich guten ZX81-Artikel für VSG gehen bald wieder online. Ich transferiere die Texte von der alten Webseite noch. Deine bzw. eure Arbeit für das ZX-TEAM ist schlichtweg der Hammer. So viel Leidenschaft, so viel Wissen und so viel Spaß. Euch kann, nein, muss man einfach weiterempfehlen! Ich habe den Link zu euch jetzt unter den Artikel gesetzt.

      Tobi
  7. Avatar von Ferdi
    VSG-Autor

    Ein ganz toller Artikel André. Ich habe ihn schon mehrfach gelesen. Meine ersten Erfahrungen mit einem Heimcomputer habe ich ja auch mit dem ZX81 gemacht- auch wenn ich nie einen besessen habe. Ich mochte ihn sehr. Wenn die Möglichkeiten dermaßen begrenzt sind, überlegt man einfach sehr viel genauer, was man macht und was man damit erreichen will. Das macht ihn für mich besonders. Aber so richtig beeindruckt war ich erst, als ich den Artikel von Jens Sommerfeld gelesen habe. Von dem Artikel und dem ZX81.

    Aber zurück zu Deinem Artikel: Es ist schön zu lesen, wieviel Dir dieser Schatz bedeutet hat. Die ersten eigenen Befehle einzugeben, nachdem Kanal 36 eingestellt war und „K“ auf dem Bildschirm erschien, die ersten Listing abzutippen, die ersten Programme zu schreiben und das das erste eigene Spiel auf dem eigenem Computer zu starten. Und dazu die einzigartigen Fotos, die diese tollen Momente festhalten. Ein Glück, dass Weihnachten war. Womöglich war das Euch in der Familie so ähnlich wie uns: Aus dieser Zeit gab es leider kaum Fotos – und wenn – dann aus dem Urlaub oder eben Weihnachten.

    Dieses Foto mit Dir und dem ZX81 Handbuch ist etwas ganz Besonderes. Ein wahrer Schatz. Auch die Zeichnung! Übrigens finde ich auch das Handbuch des ZX81 sehr gelungen. Das gilt für das Cover und den Inhalt.

    Aber es geht ja nicht nur um den ZX81, sondern genau genommen um den Beginn Deiner Videospielgeschichte. Es scheint im Moment Mode zu sein, seine persönliche Videospielgeschichte niederzuschreiben. Ein Blog hat sogar dazu aufgerufen. Du hast das längst abhandelt.

    PS: Das Problem mit dem RAM-Pack-Wackler kannte ich auch. Erst viel später habe ich erfahren, dass der sparsame Clive Sinclair persönlich daran zumindest mitschuldig war, da er das für den Z80 konzipierte RAM-Pack nicht verändern wollte.

    Tobi
    1. Avatar von André Eymann

      Hach Ferdi!

      Was für ein schöner Kommentar von Dir 🙂 Ganz lieben Dank.

      Der Schlüssel dieser Zeit lag tatsächlich in der Begrenzung / Reduktion. Unvorstellbar wie die eingeschränkten Möglichkeiten unsere Fantasie und Kreativität beflügelt hatten. Man hat Spiele auf dem Papier konzipiert und 1:1 auf den Rechner übertragen. Spielwelten wurden handgezeichnet und BASIC spielerisch „gehackt“, wie man heute sagen würde.

      Als ich die „Skramble“-Zeichnung vor ein paar Jahren in der Kassettenhülle fand, war ich schon sehr bewegt. Was Klein-André damals so gemalt hat… Und was für ein Zeitdokument!

      Ja es stimmt. In diesem Artikel geht es eigentlich um den Beginn meiner Computerlaufbahn. Die erste „echte“ Begegnung mit einem Computer. Es war ein gänzlich anderes Gefühl, als mit dem Freund von gegenüber auf dem Atari VCS zu spielen. Der Computer verlangte eine ganz andere Aufmerksamkeit und Interaktion. Ein Tor ging auf. Ein magisches Tor, das bis heute magisch geblieben ist.

      Und ja, auch das stimmt: VSG hat das Ziel die Geschichten der Zeitzeugen festzuhalten und sich darüber auszutauschen. Computergeschichten und Videospielgeschichten. Ich freue mich sehr darüber, dass immer mehr Menschen der Wert dieser Erinnerungen erkennen und diese aufschreiben wollen 🙂

      Tobi
  8. Avatar von Dennis @ gamer83.de
    Gast

    Sehr coole Geschichte und klasse Fotos! DIESE Zeit liegt leider etwas vor meiner. Finde es aber total interessant darüber zu lesen 🙂

    Tobi
  9. Avatar von André Eymann

    Danke Klaus für Deinen schönen Kommentar. Mir geht es ähnlich: Reduktion bzw. die Beschränkung bringt wundervolle Dinge hervor. So ist es bis heute. Im Design und auch in der Computertechnik / Spielprogrammierung. Das Raspberry-PI Projekt empfinde ich als eine Art Revival der Heimcomputerei. Hier können die Kids wieder „begreifen“, was für Möglichkeiten in der Technologie stecken. Wundervoll!

    Tobi
  10. Avatar von Klaus Ruthmann
    Klaus Ruthmann
    Gast

    Ich habe mir den ZX81 erst viel später – es muss so um 1986 gewesen sein – geleistet. Auch für knapp 100,- DM.

    Das Gerät konnte von mir erst nur am Fernseher betrieben werden. Da ich Physikleistungskurs hatte und eine Frequenzweiche mit Bauanleitung lötete, war der 81 schnell an meinem Bernstein-TTL-Monitor. Ich habe selten so viel Spaß mit der kleinen Kiste gehabt, wie mit dem C-64. in weniger als 1 KB Spiele und Programme zu hacken, war eine echte Herausforderung. Der Sprung in Z80-Maschinencode war ein Muss und sehr lehrreich. Gerne würde ich einen Bare-Metal–ZX81-Emulator auf meinem Raspberry Pi 1 laufen lassen. Mit „Klötzchen“-Grafik aus Tastaturzeichen Invaders oder Mondlandung schreiben. Die steile Lernkurve habe ich weder mit C++ oder Java je wieder gehabt. Der gute alte Goethe sagte schon: „In der Beschränkung liegt der Meister“. Was damals aus knapp 1 KB gezaubert wurde (Schach!!!) war sagenhaft. Ich vermisse die Zeit und Hoffe auf ein Raspberry-Projekt!

    Klaus

    Tobi
  11. Avatar von André Eymann

    Ich verstehe Dich. Der Atari 600XL wirkte natürlich wesentlich erwachsener als der ZX81. Wenn man allerdings sieht, was das ZX-TEAM (http://www.zx81.de) heute noch alles auf dem kleinen Türstopper herausholt, dann kann man Respekt zollen. Schaue Dir einmal die Artikel von Jens Sommerfeld an. Der ZX81 ist 2015 tatsächlich zu Dingen in der Lage, die damals nicht für möglich gehalten wurden. Es werden sogar richtig gute aktuelle Spiele für ihn programmiert. Mehr dazu im Dezember…

    Tobi
  12. Avatar von wepuc
    wepuc
    Gast

    Mein erster Computer! Nach dem Atari 2600 war der ZX81 mein erster Computer überhaupt. Er kam gerade als Nachfolger des ZX80 heraus. Mein Vater kaufte ihn mir als Weihnachtsgeschenk.

    Nachdem ich Basic mit ihm erlernt hatte wollte ich ihn aufrüsten. Hier in der Stadt gab es genau 1 (!) Laden der Zubehör führte.

    Nachdem ich ca. 400 DM gespart hatte wollte ich neben einer Datasette auch den Speicher auf 16K aufrüsten. Leider war jegliches Zubehör für Monate ausverkauft. Ich entschloss mich schliesslich das gerade neu erschienene Coleco Vision in Vollausstattung zu kaufen und den ZX81 wieder abzustossen. Nach dem Coleco folgte letztlich der Atari 600XL… kein Vergleich zum spartanischen ZX81.

    Tobi
  13. Avatar von Arne
    Arne
    Gast

    War ja fast wie bei mir, nur dass ich mir Gauntlet mangels 16K Erweiterung nicht kaufen konnte. Statt dessen war es bei mir das Buch ’30 1K Superspiele für den ZX-81′. Die waren so was von super. Spiel 1: eine Straße links und rechts durch ‚4‘-Chars (= Bäume) begrenzt, das Ganze durch den Scroll-Befehl bewegt und ein Geländewagen (‚X‘) musste in der Mitte bleiben.

    Das nächste ‚Superspiel‘: eine Höhle im Weltraum, begrenzt durch X-Zeichen. Ein Raumschiff (‚A‘) musste in der Mitte bleiben, während der Hintergrund scrollte.

    Ging immer so weiter, aber weil die Spiele so ein Schrott waren, habe ich sie alle so gut wie mir damals möglich verbessert.

    So fingen IT-Karrieren an 😉

    BTW: bis ich das Geld für die 16K-Erweiterung hatte, war der Spectrum so günstig geworden, dass ich dann gleich in einen 16K Spectrum investierte. Da ging das Zocken dann richtig los :-)))

    Tobi
  14. Avatar von André Eymann

    Als ich mit meinem ersten (Heim-)Computer im Kinderzimmer saß, hatten meine Eltern ganz sicher nicht die leiseste Ahnung, was ich damit mache. Eigentlich ideal, um sich als Jugendlicher in seiner eigenen Welt zu behaupten 🙂 Sie haben allerdings auch kein besonderes Interesse daran gezeigt, herauszufinden, was das ganze Getippe auf dem „Ding“ da sollte. Da sie selbst ja nicht mit Computern groß geworden sind, muss ihnen dieses ganze neue Zeug sehr mystisch vorgekommen sein. Bis heute ist das Thema für sie schwer zu begreifen.

    Tobi
  15. Avatar von Newcomer
    Newcomer
    Gast

    „Machst du wieder Computer“ tönte es abendlich aus dem Fernsehraum (Wohnzimmer) Ja! meine Antwort und klar hat der HF_Tuner des ZX81 den Antennenempfang der damaligen Fernseher gestört. Aber dieses mal brachte ich die Eltern dazu es zu akzeptieren 😉

    Tobi

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