Manchmal sind es kleine Dinge, die einen glücklich machen und manchmal reicht ein Fotomodus in einem Videospiel.
Wer kennt es heute nicht, wenn es in Videospielen einen Modus gibt, mit dem wir ganz gezielt Screenshots nach unseren Wünschen erstellen können. Der Fotomodus ist inzwischen fast immer ein fester Bestandteil eines Spiels oder wird sich von der Community gewünscht. Aber was ist so besonders daran und wieso findet ein simpler Modus, mit dem wir Bilder knipsen können, so einen Anklang?
Das sind Fragen, die ich mir lange gestellt habe, aber dann sind zwei Dinge passiert:
Ich habe, damals noch auf Twitter, die Community rund um den Fotomodus entdeckt. Eine richtige, große Blase voller wunderschöner Kreationen. Accounts, die sich gegenseitig unterstützen, teilen oder sogar wöchentliche Wettbewerbe veranstalten. Es war großartig all diese wunderbaren Bilder zu sehen und dann kam es, wie es musste:

Ich wollte das Ganze selbst ausprobieren. Doch wie das mit neuen Sachen immer so ist, die muss man erst einmal lernen. Welche Blende funktioniert wo am besten, welche Kameraeinstellung, Licht, Wetter, Tageszeit, Schatten. So viele Möglichkeiten, je nachdem wie komplex es ein Spiel zuließ.
Also habe ich ausprobiert, gelernt, mir Tipps geholt und nach und nach wurden meine Ergebnisse merklich besser. Besonders in Spielen wie Spiderman, Horizon Zero Dawn und Ghost of Tsushima, konnte man sich richtig austoben. Irgendwann habe ich mich getraut einen Fuß in diese Community zu setzen und meine eigenen Bilder zu posten.

Doch das hat alles verändert…
Das hat auch Spaß gemacht, doch es hat auch in meiner aktiven Zeit, meine Art und Weise ein Videospiel zu spielen, komplett verändert. Plötzlich konnte ich kaum mehr noch ein Spiel genießen, ohne immer und überall zu denken: Oh, hier könnte man das und das schön inszenieren. Immer wieder fiel der Griff zum Fotomodus und ich kam überhaupt nicht mehr vorwärts. Ich konnte nur noch Fotomotive sehen und mich nicht mehr auf Spiele einlassen. Das war schön, aber auch ziemlich störend.

Ich poste zwar nicht mehr so aktiv Bilder bzw. mache kaum noch welche, aber ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich doch noch immer nach Fotomotiven suche und wenn es dann keinen Fotomodus gibt, enttäuscht bin. Dann stellt sich mir die Frage, wieso es keiner ins Spiel geschafft hat, wenn die Nachfrage doch so groß ist. Aber auf der anderen Seite, bin ich dann auch erleichtert, weil ich dann das Spiel einfach wieder genießen kann. Ein emotionales Wirr Warr ausgelöst von einer optionalen Mechanik.

Ein Schritt Richtung Fotografie?
Inzwischen, auch weil Twitter kein Thema mehr ist, habe ich den Fokus auf die Kunst mit dem Fotomodus auch wieder ein wenig aus den Augen verloren. Die Spiele, in denen ich diesen aber viel und gerne genutzt habe, habe ich noch immer installiert. Ewig nicht mehr gestartet, aber immer mit dem Gedanken: Na, falls ich doch nochmal Bilder machen möchte.
Wer weiß, vielleicht finde ich meinen Weg dahin zurück, denn Fotografie hat mich schon immer sehr interessiert. Sicherlich ist das virtuelle Fotografieren nicht dasselbe, weil wir uns Tageszeiten, Licht und alles einstellen können wie wir möchten und mit der Kamera eben nach dem richtigen müssen, was gerade da ist. Aber dennoch. Ein Auge für Motive, Kompositionen und Schnappschüsse spreche ich mir ein bisschen zu. Auch Fotos selbst entwickeln durfte ich schon und Bildbearbeitung gehört auch zum Fotomodus. Parallelen sind erkennbar.
(Die Fotos sind alle bei mir mit dem Fotomodus entstanden.)
Doch wie ist das bei euch? Nutzt ihr den Fotomodus? Interessiert er euch gar nicht oder seid ihr vielleicht sogar absolut darin vertieft?







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