Als der Fotomodus wichtiger wurde als das Spiel

Als der Fotomodus wichtiger wurde als das Spiel

RoxyResistant

5 Beiträge · 12 Kommentare · sehr aktiv in Diskussionen

Manchmal sind es kleine Dinge, die einen glücklich machen und manchmal reicht ein Fotomodus in einem Videospiel.

Wer kennt es heute nicht, wenn es in Videospielen einen Modus gibt, mit dem wir ganz gezielt Screenshots nach unseren Wünschen erstellen können. Der Fotomodus ist inzwischen fast immer ein fester Bestandteil eines Spiels oder wird sich von der Community gewünscht. Aber was ist so besonders daran und wieso findet ein simpler Modus, mit dem wir Bilder knipsen können, so einen Anklang?

Das sind Fragen, die ich mir lange gestellt habe, aber dann sind zwei Dinge passiert:

Ich habe, damals noch auf Twitter, die Community rund um den Fotomodus entdeckt. Eine richtige, große Blase voller wunderschöner Kreationen. Accounts, die sich gegenseitig unterstützen, teilen oder sogar wöchentliche Wettbewerbe veranstalten. Es war großartig all diese wunderbaren Bilder zu sehen und dann kam es, wie es musste:

Aufgenommen in Cyberpunk 2077, Xbox Series X, In Game Photomode
Aufgenommen in Cyberpunk 2077, Xbox Series X, In Game Photomode

Ich wollte das Ganze selbst ausprobieren. Doch wie das mit neuen Sachen immer so ist, die muss man erst einmal lernen. Welche Blende funktioniert wo am besten, welche Kameraeinstellung, Licht, Wetter, Tageszeit, Schatten. So viele Möglichkeiten, je nachdem wie komplex es ein Spiel zuließ.

Also habe ich ausprobiert, gelernt, mir Tipps geholt und nach und nach wurden meine Ergebnisse merklich besser. Besonders in Spielen wie Spiderman, Horizon Zero Dawn und Ghost of Tsushima, konnte man sich richtig austoben. Irgendwann habe ich mich getraut einen Fuß in diese Community zu setzen und meine eigenen Bilder zu posten.

Aufgenommen in Spiderman Miles Morales, Playstation 5, In Game Photomode
Aufgenommen in Spiderman Miles Morales, Playstation 5, In Game Photomode

Doch das hat alles verändert…

Das hat auch Spaß gemacht, doch es hat auch in meiner aktiven Zeit, meine Art und Weise ein Videospiel zu spielen, komplett verändert. Plötzlich konnte ich kaum mehr noch ein Spiel genießen, ohne immer und überall zu denken: Oh, hier könnte man das und das schön inszenieren. Immer wieder fiel der Griff zum Fotomodus und ich kam überhaupt nicht mehr vorwärts. Ich konnte nur noch Fotomotive sehen und mich nicht mehr auf Spiele einlassen. Das war schön, aber auch ziemlich störend.

Aufgenommen in TLOU, Playstation 5, In Game Photomode
Aufgenommen in TLOU, Playstation 5, In Game Photomode

Ich poste zwar nicht mehr so aktiv Bilder bzw. mache kaum noch welche, aber ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich doch noch immer nach Fotomotiven suche und wenn es dann keinen Fotomodus gibt, enttäuscht bin. Dann stellt sich mir die Frage, wieso es keiner ins Spiel geschafft hat, wenn die Nachfrage doch so groß ist. Aber auf der anderen Seite, bin ich dann auch erleichtert, weil ich dann das Spiel einfach wieder genießen kann. Ein emotionales Wirr Warr ausgelöst von einer optionalen Mechanik.

Aufgenommen in Horizon Forbidden West, Playstation 5, In Game Photomode
Aufgenommen in Horizon Forbidden West, Playstation 5, In Game Photomode

Ein Schritt Richtung Fotografie?

Inzwischen, auch weil Twitter kein Thema mehr ist, habe ich den Fokus auf die Kunst mit dem Fotomodus auch wieder ein wenig aus den Augen verloren. Die Spiele, in denen ich diesen aber viel und gerne genutzt habe, habe ich noch immer installiert. Ewig nicht mehr gestartet, aber immer mit dem Gedanken: Na, falls ich doch nochmal Bilder machen möchte.

Wer weiß, vielleicht finde ich meinen Weg dahin zurück, denn Fotografie hat mich schon immer sehr interessiert. Sicherlich ist das virtuelle Fotografieren nicht dasselbe, weil wir uns Tageszeiten, Licht und alles einstellen können wie wir möchten und mit der Kamera eben nach dem richtigen müssen, was gerade da ist. Aber dennoch. Ein Auge für Motive, Kompositionen und Schnappschüsse spreche ich mir ein bisschen zu. Auch Fotos selbst entwickeln durfte ich schon und Bildbearbeitung gehört auch zum Fotomodus. Parallelen sind erkennbar.

(Die Fotos sind alle bei mir mit dem Fotomodus entstanden.)

Doch wie ist das bei euch? Nutzt ihr den Fotomodus? Interessiert er euch gar nicht oder seid ihr vielleicht sogar absolut darin vertieft?

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4 Kommentare zu „Als der Fotomodus wichtiger wurde als das Spiel“

  1. Avatar von DocOwer
    VSG-Autor

    Wunderbares Thema! Ich bin im echten Leben kein gute Fotograf, aber ich liebe in Spielen, Screenshots zu machen. Ich hatte jüngst ein Spiel angefangen und dann nicht weiter gemacht, weil man keine ordentlichen Fotos machen kann. Bei meinem Lieblingsspiel Final Fantasy XIV z.B. hab ich mittlerweile eine galerie von über 1600 Fotos online – von 2021 bis heute. Aber auch bei anderen Spielen mach ich richtig gerne Fotos. Wenns keinen Fotomodus gibt auch gerne mit Tricks wie Kamera einklemmen und so.

    Meine Screenshots finden sich alle hier: https://www.rpg-o-mania.com/galleries.php#screenshot

    Tobi
  2. Avatar von Tobi
    VSG-Autor

    Danke für deinen Beitrag, Roxy.
    Ich glaube, es geht im Fotomodus, wie auch in der realen Fotografie, meistens um die Konservierung eines schönen, oder besonderen Moments.
    Ich bin auch jemand, der den Fotomodus gerne nutzt, viele Bilder hortet und zwischendurch immer mal wieder durchsortiert und löscht, weil es zu viele geworden sind. Ich würde mich aber weit weg von professionell bezeichnen.

    Ich glaube, das ist einfach ein persönliches Ding. Vielen ist das bestimmt egal, ich hingegen habe insgeheim das Gefühl, dass vergangene Dinge (und da gehören Spieleerfahrungen bei mir scheinbar dazu) sonst verloren gehen könnten. Ich liebe z.B. alte Fotos, Dias, und dergleichen. Screenshots sind nicht das gleiche, aber das geht in die Richtung.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass man auch gerne schöne Erfahrungen und Erinnerungen mit seinen nahestehenden Mitmenschen teilt. Nicht nur, wie’s im Urlaub war, sondern auch von Spielen unter Gleichgesinnten, die das Hobby mit einem teilen.

    Aber ja, wie du schon schreibst, es stört auch den Spielfluss. Da ich aber alleine für mich spiele, passt das. Schöne Grüße!

    André Eymann
  3. Avatar von Alexander Strellen
    VSG-Autor

    Ich glaube wenn man im echten Leben ständig Fotos macht und so das erlebte für die Zukunft archivieren möchte, gehört man auch zur Zielgruppe vom Fotomodus in Videospielen. Ich definitiv nicht. Ich reise im Urlaub durch fremde Gegenden und bringe am Ende vielleicht ein Gruppenfoto mit nach Hause. So ist es auch in Videospielen. Der Fotomodus wird von mir inzwischen komplett ignoriert. Die Erinnerungen müssen in meinem Kopf weiterleben.
    Ich schaue aber gerne Fotos. In meinen Lesezeichen vom Browser finden sich tatsächlich Sammlungen von Seiten wo Fotografen ihre Werke aus den Videospielen präsentieren. Da gibt es schon tolle Screenshots.

    TobiAndré Eymann
  4. Avatar von DEANJIMMY
    Abonnent

    Ich habe den Fotomodus eher selten benutzt und nur Screenshots gemacht, bei Skyrim, Cyberpunk und Valhalla und zuletzt bei Indiana Jones (Ägypten all inclusive Nazis).
    Die Screenshots und auch Videos sind schöne Erinnerungen, wenn man nicht nochmal 100h spielen will und zum Posten😊
    Bei Cyberpunk hatte ich auch mit dem Fotomodus gespielt, aber das hält im Gegensatz zu den Shots schon auf (wobei ich auch da oft ewig die Kamera drehe😅).
    Aber mit dem nachlassenden Interesse an AAA, ist das auch nicht mehr so interessant. Wenn man aber früher mit einer digitalen Spiegelreflexkamera fotografiert hat, fixt einen der Fotomodus schon an.
    Heute mache ich nur noch mit dem Handy Real Life Screenshots😉

    TobiAndré Eymann

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