Im Auge des Betrachters – Might & Magic X: Legacy

Im Auge des Betrachters – Might & Magic X: Legacy

Gerid Utopia

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Heute möchte ich für mein absolutes Lieblingsspiel eine Lanze brechen, denn für mich gehört es zu den am meisten unterschätzten Spielen der letzten 30 Jahre. Natürlich sind Geschmäcker verschieden. Als ich es 2015 zum ersten Mal spielte, hat es mich jedoch vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen.

Ich bin seit Spieltiteln wie Advanced Dungeons & Dragons: Treasure of Tarmin (Intellivision) über Wizardry, Ultima, The Bard’s Tale, Phantasy Star, Shining, der „Amber-Trilogie“, Baldur’s Gate (eher kritisch), Dragon Quest, Original Sin: Divinity, Legend of Grimrock und anderen als begeisterter Rollenspieler dabei und lehne Action-Echtzeit-Rollenspiele mit einer einzelnen „fuchtelnden“ Gestalt absolut ab. Wie glücklich war ich über M&M X!

Was für ein Spiel ist Might & Magic X eigentlich?

M&M X wurde vom Studio Limbic Entertainment entwickelt und von Ubisoft mit einem kleinen Budget ausgestattet. Für mich nicht nachvollziehbar, was sie damit alles erreicht haben! Es ist ein Rollenspiel mit einer schrittweisen Fortbewegung und rundenbasierten Kämpfen.

Am Anfang kann man (muß es aber nicht) seine 4 Charaktere aus 4 Rassen und jeweils 3 Klassen nebst Fähigkeiten auswählen. Im Spiel kann man dann noch 2 NPC (Non-Player-Character) mitnehmen. Man sieht alles aus der Sicht der Truppe und hat viele Möglichkeiten in den Menüs (später mehr) und eher seltener löst man Rätsel.

Wo die Stärken liegen und warum ich es liebe

Die Bedeutung der Menüanordnung bzw. das Aussehen wird oft unterschätzt. Aber in dieser Art von Spielen verbringt man schon Zeit in den Menüs. Es macht mir Freude dort Zeit zu verbringen, um beispielsweise Attribut- und Fertigkeitspunkte zu verteilen, mir Quests anzuschauen und vieles mehr. M&M X ist für mich hier ein Benchmark in den vergangenen 50 Jahren Spielegeschichte.

Der Spielcharakter

Im Menü „Charakterbogen“ kann man sich die jeweilige Spielfigur mit ihren Erfahrungspunkten, ausgerüsteten Items, Gegenständen im Rucksack und Verteidigungswerten anschauen. Bei Bedarf ein Zusatzblatt mit den Angriffswerten (habe ich selten gemacht). Oben rechts kann man den Spielfortschritt ablesen nebst verschiedenste Arten von Beförderungen. Einfach ein Traum!

Das Menü Charakterbogen
Das Menü Charakterbogen

Fertigkeiten

Im Menü „Fertigkeitsbogen“ sieht man die erlernten Fähigkeiten und dem jeweiligen Fortschritt. Bei Bedarf kann man auch die Fähigkeiten einblenden, die man lernen könnte, aber über die man noch nicht verfügt. Natürlich gibt es auch Bögen über die Zaubersprüche etc.

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Das Menü Fertigkeitsbogen

Kampf

Die Kämpfe sind spannend und manchmal fordernd. Es spielt eine Rolle, auf welche Art und Weise ich kämpfe. Es gibt viele Möglichkeiten. Es hängt natürlich auch von der Erfahrung des Spielers ab. Das Spiel hat 2 Schwierigkeitsgrade und wurde in den Tests eher als hart bezeichnet. Dem kann ich bei dem einfachen Grad nicht beipflichten, aber das liegt an meiner Erfahrung.

Im Auge des Betrachters – Might & Magic X: Legacy
Das Menü Kampfansicht

Ich finde es gut, daß sich die Kämpfe im normalen Bild befinden und es nicht extra ausblendet in einer anderen Umgebung. Es wirkt natürlicher. Man sieht den Lebensbalken der Gegner und deren Zusatzfähigkeiten. Oben links einige Zusatzinformationen während des Kampfes.

Im unteren Bildteil kann man durch Anklicken der einzelnen Porträts die Reihenfolge bestimmen und seine Zaubersprüche oder Fähigkeiten einer Leiste für den Schnellzugriff zuordnen.

Man muß manchmal schon überlegen, ob man nicht einen anderen Weg geht und einen Kampf erst später versucht. Das einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre ein Aufteilen in eine vordere und hintere Reihe meiner Figuren gewesen. Hier befinden sich alle in einer Reihe, aber die Gegner nicht und das erzeugt zwar Spannung, aber nimmt einem zusätzliche Möglichkeiten.

Hier gibt es keine Action oder Geschicklichkeit und das begrüße ich außerordentlich! Ich habe zwar die beiden Legend of Grimrock Teile auch gespielt, aber wäre an den Rätseln und einmal an einer Geschicklichkeitsübung sogar fast verzweifelt (u.a. neue Tastatur gekauft).

Die Rätseldichte ist auch viel geringer als bei Legend of Grimrock II oder The Bard’s Tale 4. Im Grunde genommen empfand ich es anstrengend, obwohl es mir Spaß machte, aber danach brauchte ich eine lange Pause.

Das Erkunden steht natürlich auch im Vordergrund. Die Sucht nach dem nächsten Geheimgang mit dem nächsten Schatz. Wenn es schwieriger wird, kann Geldnot entstehen und man freut sich über jedes Ausrüstungsteil, weil man sich die Rüstung und Waffen in den Läden nicht leisten kann. Feld um Feld zu erkunden nach allen Seiten… was für eine Freude! In den allermeisten Fällen sieht man die Gegner schon vorher, aber wenn man um eine Ecke biegt, kann man sich schon erschrecken. So ist das Leben! Man kann aber außerhalb der Kämpfe jederzeit speichern.

Die Fähigkeiten einer Figur, die man am Anfang wählt, kann später noch erweitert und verändert werden. Allerdings gibt es hier keine Möglichkeit später alles auf 0 zu stellen und komplett neu anzufangen. Es macht mir einen riesigen Spaß, zu überlegen, welche Fähigkeiten ich wem gebe bzw. Zaubersprüche auszuwählen. Ich habe oft viel Zeit hier in den Übersichten verbracht. Daß muss man aber nicht bei der leichtesten Stufe.

Das Zeichnen von Karten gehört ja eigentlich zum guten Ton von „Old School“, aber selbst für mich muß es nicht mehr sein wie in den 80er bei The Bard’s Tale. M&M X hat ein Automapping von der sehr guten Art und man kann auch Kommentare mühelos hineinschreiben! Musterhaft! (große und kleine Karten).

Auf die Handlung und die Grafik werde ich in Teil 2 meines Artikels eingehen, weil hier von außen viel Kritik kam, was ich zum allergrößten Teil nicht nachvollziehen kann und dies dann begründen werde.

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