Ich kann mich noch gut an meinen ersten Kinofilm erinnern. Es muss 1982 gewesen sein, als mich mein Onkel zum ersten Mal ins Kino „Atlantis“ mitnahm. Es war der Disney-Film „Das Dschungelbuch“, welcher nach seiner Premiere 1967 alle paar Jahre mal wieder im Kino lief. Im deutschen Free-TV kam der Film übrigens erst 2014 zum ersten Mal. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich damals war.
Wir hatten zu Hause natürlich auch einen Fernseher. Aber das war so eine alte Röhre, die nach dem Einschalten erstmal einige Minuten vorglühen musste. Es waren genau vier Programme darauf einprogrammiert: ARD, ZDF, WDR und ein „Holländer“. Als Kind waren die Fernsehzeiten natürlich begrenzt, ansonsten hätte man gerade am Wochenende den ganzen Vormittag davor gehangen und sich „viereckige Augen“ geholt.
Mein allererster Kinofilm
Da saß ich nun als kleines Grundschulkind in einem großen Kinosaal mit meinem Onkel. Er war nur 10 Jahre älter als ich und nutzte unsere gemeinsame Zeit gerne, um sich selber wieder wie ein Kind zu fühlen. In der einen Hand hatte ich eine kleine Popcorntüte und in der anderen Hand eine Flasche Mirinda-Limonade mit Strohhalm. Dann ging das Licht aus und der Vorhang öffnete sich.
Erst beunruhigte mich kurz die Dunkelheit, aber die Größe der Leinwand blendete alles andere aus. Wie groß ist dieser Fernseher bitteschön im Gegensatz zu unserer alten Kiste zu Hause im Wohnzimmer? Ich starrte wie gebannt auf die überdimensionalen Werbespots, die da vor mir liefen. Nach dem letzten Werbespot von Langnese ging plötzlich das Licht an und es kam ein Eisverkäufer durch die Reihen. Mein Onkel lud mich auch noch zu einem Eis ein. Er nahm ein „Dolomiti“ und ich einen „Flutsch-Finger“. Ich wusste gar nicht mehr, wohin mit meinen ganzen Sachen. Das Licht ging wieder aus und der eigentliche Film begann.
Was habe ich zusammen mit Mogli gelacht, geweint, gezittert und gekämpft. Gegen Ende des Films musste ich dringend auf Toilette, aber ich wollte auf keinen Fall auch nur eine Minute verpassen. Nach dem schönen Happy End bin ich zum WC gerast. Auf dem Nachhause-Weg haben mein Onkel und ich dann noch „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“, „Ich wär so gern wie du“ und die „Elefantenparade“ gesungen und gepfiffen.
Kinofilm zu Hause als Videospiel
„Das Dschungelbuch“ sollte selbstverständlich nicht mein letzter Kinofilm bleiben. Mit einer Träne im Auge fahre ich heutzutage an dem mittlerweile leerstehenden Gebäude vorbei, in dem ich einst meinen allerersten Kinofilm sehen durfte.
Aber die Kinoindustrie eroberte damals nicht nur die Kinosäle, sondern nach und nach auch die heimischen Kinderzimmer. Zuerst mit Postern und Spielzeug, dann später auch mit Videospielen. Eine der schlechtesten Filmumsetzungen als Videospiel ist wahrscheinlich „E.T. – Der Außerirdische“ auf dem Atari 2600. Das wäre vermutlich eine eigene Kurzgeschichte wert, aber ich habe dieses Spiel selber nie gespielt. Ich kann mich aber noch an ganz andere Filmumsetzungen auf dem C64 erinnern. Z.B. an „Die Goonies“, „Rambo II“, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ oder „James Bond: Lizenz zum Töten“.

Aber meine allererste Filmumsetzung auf dem C64 war „Ghostbusters“. Ich hatte den Film zwar nicht im Kino gesehen, aber so um das Jahr 1987 dann auf VHS-Kassette aus der Videothek. Ich fand den Film super und hatte dann bei einem Freund das passende Videospiel dazu gefunden.
Alleine schon der Titelbildschirm mit dem Ghostbusters-Logo und dem 8-Bit-Synthesizer Original Soundtrack mit Karaoke-Text hatten mich sofort in ihren Bann gezogen. Das Spiel musste ich natürlich auch haben. Wie fast alle Spiele zu dieser Zeit war Ghostbusters natürlich komplett auf Englisch und viel mehr als „Hello, my name is Andre“ oder „he, she, it“ hatte mir meine Englisch-Lehrerin bis dahin noch nicht beigebracht. Also konnte ich gleich nach dem Start des Spiels nur raten, welchen Zweck die Ausrüstungsgegenstände für meinen Ghostbusters-Einsatzwagen haben könnten.
So hieß es zu Beginn ganz viel „try and error“ und es wurden viele pixelige Geisterjäger vollgeschleimt, bis ich meinen ersten Slimy endlich in der Falle hatte. Oder noch schlimmer war es, wenn man die Strahlen der Protonenstrahler kreuzte, dann hatte man gleich zwei verletzte Ghostbusters. Als Kind hatte ich es nie bis zum Endboss geschafft, zu schwer wurden die Gegner mit der Zeit. Auch die fehlenden Englisch-Kenntnisse hinderten mich daran, die richtige Ausrüstung im Spiel einzukaufen. Aber solche Spiele wie Ghostbusters gaben mir einen großen Ansporn, meiner Englisch-Lehrerin besser als bisher zuzuhören.

Fazit: Im Nachhinein gab es bessere Filmumsetzungen auf dem Videospielmarkt als Ghostbusters. Es war zwar ein schweres, aber kein schlechtes Spiel. Man konnte auch schon mal einfach nur den Startbildschirm mit Logo und Filmmusik minutenlang laufen lassen und man hatte gleich ein gutes Ghostbusters-Feeling.







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