Die Caggtus 2026 – Ein kleiner Zuwachs eines kleinen Gaming-Events

Kevin Puschak

27 Beiträge · 48 Kommentare · prägende Stimme der Community

Dieses Jahr zum vierten Mal, für mich war es das zweite Mal: die Caggtus in der Leipziger Messe. Zusammen ergibt das 42 und das ist bekanntermaßen die Antwort auf alles. Aber was gab es denn dieses Jahr alles zu entdecken? Mein Eventbericht verrät es.

Während über 2.300 Spieler schon ab dem 16. April 2026 die für ihre große „LAN-Party“ in der Halle 1 der Leipziger Messe reservierten virtuellen Zockerrunden absolvieren konnten, ging es für den Rest ab dem 17. April 2026 wieder in Halle 3 los: die Runde 4 der Caggtus Leipzig.

Kurz noch einmal zur Erklärung: die Caggtus Leipzig ist ein Gaming-Event, welches seit 2023 als Nachfolger der DreamHack stattfindet. Und damit ein wenig die Gaming-Kultur in den Messehallen von Leipzig wiederbelebt, seit die Games Convention unter dem Namen „gamescom“ seit 2009 in Köln ihren festen Platz hat.

2025 war mein erstes Jahr bei der Caggtus. Dazu gab es hier bereits von mir einen ausführlichen Bericht über die meinerseits betitelte „komprimierte Gamescom“. Deshalb wird hier ein wenig angedeutet, was sich im Vergleich zu 2025 verändert hat.

Viel Auswahl trotz einer Halle

Wie immer liegt der größte Fokus auf den LAN-Schlachten. In der über 19.000m² großen Halle 1 standen 2.360 Plätze bereit, die schon Monate vor Beginn des Events flott reserviert waren. Diese konnten wahlweise mit vom Veranstalter bereitgestellten oder von den Spielern selbst mitgebrachten PC-Setups bestückt werden. Sie alle durften 70 Stunden durchzocken. Weshalb es wenig verwundert, dass es Duschen, Küchenecken und Ruheplätze gab.

Alle anderen durften sich in der über 20.000m² großen Halle 3 austoben. Wer für 63 Euro ein reguläres Dauerticket gekauft hat, bekam eine Halle voll mit dem, was man in deutlich voluminöserer Form und in mehreren Hallen verteilt auf einer Gamescom vorfinden würde: Spielstationen von Retro bis aktuell, Bühnenshows, Hardware-Hersteller, Fressbuden und Bereiche für die Freunde von Trade Card Gaming und Table Top.

Dieses Jahr wurde Halle 3 zu 90% befüllt. War letztes Jahr ein Teilbereich noch abgesperrt, wurde die gesamte Trade-Card-Area nun dorthin verlegt. Gut abgeschottet von den anderen Ständen, die die sehr ruhige Atmosphäre dort womöglich in Dysbalance gebracht hätten. Lediglich ein paar Hinterzimmer verboten eine komplette Ausnutzung der Fläche.

Gamescom, nur auf einer Diskette

Auch wenn man vielleicht an einem Tag schon sämtliche Stände abgeklappert hat, muss das nicht zwingend was Schlechtes sein. Das würde für deutlich weniger Druck sorgen, irgendwas verpasst zu haben. Im Vergleich zu 2025 hat sich die Auswahl nicht großartig verändert.

Ein großer optischer Unterschied begegnete einem bereits beim Eintreten: ein GameStar-Riesenrad direkt vor dem grün leuchtenden „#CAGGTUS26“-Schriftzug. Zwar keines, auf welches man aufsteigen konnte, aber als Deko schon imposant genug. Direkt dahinter befand sich – in Sommer- und Strandoptik – die Webedia-Bühne von GameStar, GameStar Tech, GamePro und Mein-MMO, die ihr Bühnenprogramm präsentierten.

Zwischen Riesenrad und FYNG-Bühne stellte Kia seine beiden neuen Elektrofahrzeugmodelle EV2 und EV3 vor, in denen man sich probesitzen konnte. Über einen QR-Code konnte eine (kostenlose) Probefahrt des EV2 vereinbart werden.

Die Indie Area mit ihren vielen kleinen Spielstationen hat es dieses Mal in die Mitte und damit gegenüber der Event Area geschafft. Zahlreiche Indie-Entwickler präsentierten vor Ort ihre spielbaren Werke wie Monarchs At Play, Urbanist oder Dung Slinger. Auch Nice Day For Fishing hat es wieder dorthin geschafft, allerdings mit der Besonderheit, mithilfe der Peripherie OVR Omara Gebiete des Spiels wortwörtlich erschnuppern zu können. Was in meinem Test allerdings mehr provisorisch als realistisch funktioniert hat.

Direkt dahinter präsentierten und verkauften Künstler ihre Kunststücke in Form von Bildern oder Schmuck. Unmittelbar in der Nähe der kleinen Retro Area, bei der es neben einigen älteren Spielkonsolen auch Musikspiele und eine Pokémon-Vitrinenausstellung gab.

Gamescom, nur als stark komprimierte Datei

Auch Merch wurde in den Hallen verteilt angeboten, unter anderem etwa vom GRNK-Shop. Dort gegenüber befanden sich nicht nur die Signing Area mit dem einzigen großen Warteschlangenbereich, sondern auch Hardwarehersteller wie MSI, Beyerdynamic und Zowie. Und in der Dance Area bejubelte das Publikum die zu Just Dance tanzenden Spieler.

Zwar liefen während der Zeit nicht wahnsinnig viele Cosplayer rum, diese konnten jedoch neben den Künstlern im Cosplay-Workshop ihre durchaus beeindruckenden Kostüme fixen.

Mit Retro Gamer / GamersGlobal und dem Return-Magazin konnte man sogar zwei weitere Spieleredaktionen mit Spielstationen vor Ort finden. Während die Return sich auf Konsolen der 8- und 16-Bit-Generation beschränkte, gab es bei Retro Gamer passendes zu ihrem aktuellen Heft: Moorhuhnjagd und das erste Forza Horizon.

Und ja: es gab bei Ur-Krostitzer eine Hüpfburg. Und bei Samsung ein Bällebad. Letzteres stellte eine Gewinnmöglichkeit für einen Monitor der Marke dar, für den die Besucher innerhalb von fünf Minuten fünf dunkelblaue Bälle in einer blau beleuchteten Menge an Bällen suchen mussten. Der Rekord lag zum Ende der Messe bei 23 Sekunden.

Die Event-Bühne hatte ihren Platz als so ziemlich einzige – abgesehen von den Fressbuden – im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die Highlights fanden immer kurz vor Ende eines Messetages statt. Wie die FYNG-Show am Freitag, der Cosplay-Contest am Samstag und die LAN-Preisverleihung am Sonntag.

Eindruck? Ohne Druck.

Halle 1 und Halle 3 waren die Veranstaltungsorte der Caggtus 2026. Sprich Besucher mussten wieder seitlich zu Halle 1 und nicht durch die Glashalle rein. Die Veranstaltungszeiten haben sich nicht verändert: Freitag und Samstag von 11 bis 19 Uhr, am Sonntag war eine Stunde früher Feierabend. Mehr als genug Gelegenheit, sich alles in Ruhe anzugucken.

Auch wenn man am Samstag kaum Ruhe gehabt haben könnte, denn der Tag war ordentlich voll. Zwar weit entfernt von Massen wie etwa zur Gamescom oder gar zur Leipziger Buchmesse einige Monate zuvor, aber dennoch weit entfernt vom Unangenehmen. Ich kann weiterhin den Freitag und den Sonntag empfehlen, denn hier halten sich die Besuchermassen angenehm in Grenzen.

Am Samstag nutzte ich zudem wieder die Gelegenheit, eines der zwei Termine für einen Rundgang zur LAN Area für die Presse und die Creator wahrzunehmen. Während die Besucher wieder über den Flur Richtung Halle 3 von der Seite einen Blick in das dunkle bunte LAN-Paradies werfen konnten, bekamen akkreditierte Personen den nach wie vor imposanten Überblick von oben.

An Verpflegung mangelte es für die Besucher lediglich an Flüssigkeiten (Creator und Presse haben einen Wasserspender und meist nur frühmorgens Red-Bull-Energydrinks). Zetti versorgte die Besucher mit 15-Gramm-Tüten ihres Verkaufsschlagers Knusperflocken. Aber auch Ferrero versorgte unterwegs die Leute mit Duplo- und Duplo-Chocnut-Riegeln. An Kariesmonstern mangelte es also nicht. Sonst musste man sich an den Ständen mit kostenpflichtigen Nahrungsmitteln versorgen, bei denen es etwa für 4,90 Euro einen Hotdog, für 6 Euro einen Crepes mit Nutella oder eine mittelgroße Tüte Pommes und für 13 Euro ein veganes Saucy Teriyaki Ramen gab.

Trotz gut besuchter Spielstationen war die Wartezeit wieder angenehm kurz. Lange Schlangen bildeten sich etwa am Drehrad von XMG (für Zugang zu deren Spielbereich inkl. Kleidungsstück, Knusperflocken oder einem Flaschenöffner) oder wenn ein bekannter Creator für Umarmungen oder Signierstunden in der Signing Area bereitstand.

Mit der Dance Area, dem Ebay-Live-Stand (bei denen Auktionen vorgenommen wurden), der FYNG-Bühne und der Event Area gab es definitiv potenziell laute Schallquellen, die allesamt jedoch ihre Lautstärke nicht überstrapaziert haben und selbst vom nahen nicht derbe laut waren. Man hat etwa das Getummel in der Cozy Game Area kaum mitbekommen.

Die Kombination aus GameStar-Riesenrad und #CAGGTUS26-Schriftzug sorgte natürlich wieder für ein perfektes Fotomotiv, um zu zeigen, auf welch einer optisch beeindruckenden Messe man sich befunden hat.

Man favorisiert hier den Dark Mode

Light Mode ist auch dieses Jahr aus der Mode. Insbesondere die Standleute vom Return-Magazin und Retro Gamer erzählten mir von Herausforderungen mit der mangelhaften Beleuchtung. Suboptimal, wenn sie vor allen Dingen Schriftstücke präsentierten. Auch wenn ich auf meiner Speicherkarte nach wie vor auf überwiegend dunkle Fotos schaue, hat sich diese Situation leicht verbessert. Dafür war der TCG-&-Table-Top-Bereich ausgezeichnet beleuchtet.

Ein neues Problemchen, was mir letztes Jahr gar nicht so sehr aufgefallen ist, ist die ungünstige Kombination aus dunkler Beleuchtung und Kabelbrücken. Diese stellten durchaus unfreiwillige Stolperfallen dar.

Letztes Jahr war es für mich schon eigenartig genug, dass die GameStar für ihre FYNG-Bühne Programmpunkte eingebaut hatte, die mit den Jugendschutzbestimmungen der Messe kollidierten. So wurde am letzten Tag das Spiel „Crimson Desert“ thematisiert, ein USK18-Spiel. Die Zuschauer vor Ort? Sahen nur ein Bild und den Titel. Sobald es kein Bewegtmaterial gab, wurde es weniger ein Problem, denn das GTA-Quiz musste nicht zensiert werden.

Apropos USK18: Die Caggtus bemühte sich dieses Jahr um eine Area für USK18-Spiele. Laut Retro Gamer sollte das allerdings die Freeplay Area gegenüber von deren Stand sein. Dafür, dass diese deutlich luftiger gestaltet wurde als letztes Jahr, war die Auswahl mit Fortnite und TrackMania alles andere als USK18. Sonst hätte man nicht direkt auf die Bildschirme starren können. Diese Bereiche fand ich eher woanders. Etwa neben der FYNG-Bühne mit Blizzard und bei Samsung, bei dem man u. a. Hell Is Us auf einem Monitor mit 3D-Effekten begutachten konnte.

Fazit: Immer noch nett, immer noch Wachstumspotenzial

Die Atmosphäre gefiel mir auch schon 2025 außerordentlich gut und das hat sich im Jahr 2026 ebenfalls wieder bestätigt. Bedingt dadurch, dass sich Besucher nach wie vor nur im immerhin vergrößerten Bereich der Halle 3 aufhalten konnten, ist die Auswahl nicht sonderlich groß. Aber macht das Messetreiben nicht allzu hektisch.

Ob man für die Größe bereit ist, für alle drei Tage bzw. insgesamt 27 Stunden 63 Euro berappen zu wollen, ist jedem selbst überlassen. Man kriegt für die Größe dennoch eine Menge Entertainment geboten. Und vor allen Dingen lange und angenehme Gespräche, wie ich es am eigenen Leib erfahren durfte. (Dabei bin ich ziemlich introvertiert.)

Hätte sich der Veranstalter für bestimmte Aktionen im Außenbereich entschieden, hätte ihm das Wetter am Sonntag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es fing am Freitag mit Sonne und 20°C an und hörte am Sonntag bei Dauerregen und 12°C auf. Vielleicht wird es nächstes Jahr vom 9. bis 11. April 2027 wieder durchgehend gut, denn da findet die nächste Caggtus statt.

Besucherrekorde konnte die Caggtus dieses Jahr ebenfalls verzeichnen: 2.700 Besucher mehr als noch 2025. Auf insgesamt 22.400, die sich bei mehr als 100 Ausstellern etwas angeschaut haben. Die Besucherzahlen sind gewachsen, da darf bei dem Event selber gerne noch mehr wachsen.

Und da bin ich mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder mit am Start.

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Mehr Informationen

Würde Euch so ein kleines Gaming-Event wie die Caggtus als normaler Besucher reizen? Oder würdet Ihr Euch früh genug um eines der begehrten LAN-Area-Plätze bemühen? Wäre Euch die Auswahl an Möglichkeiten vor Ort zu wenig im Gegensatz zur Gamescom oder würdet Ihr sagen, dass das genau richtig wäre? Eure Meinungen dazu gerne in der Kommentarsektion.

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6 Kommentare zu „Die Caggtus 2026 – Ein kleiner Zuwachs eines kleinen Gaming-Events“

  1. Avatar von Alexander Strellen
    VSG-Autor

    Ich glaube, ich hatte das im letzten Jahr schon unter deinen Bericht der Caggtus 2025 geschrieben. Die dunklen Hallen wirken auf mich nicht sehr einladend 😂. Gut, Leipzig ist eh weit weg und für mich spricht allein schon die Entfernung gegen einen Besuch im nächsten Jahr. Ich habe deinen Bericht aber trotzdem mit Interesse gelesen. Die Idee eine Lan-Party mit 2300 Teilnehmer finde ich schon cool. Was wird da eigentlich so gespielt? Gibt es einen Unterschied im Vergleich zu dem „normalen“ Onlinespieler der sich aus dem Wohnzimmer mit anderen vernetzt?
    Ah, und während ich tippe fällt mir noch eine Frage ein. Trifft sich auch die Demoszene auf so einem Event oder sind die da komplett raus?

    Kevin PuschakAndré Eymann
    1. Avatar von André Eymann
      VSG-Autor

      Hey Alex, ich kann Deine Fragen natürlich nicht beantworten, kann aber hier dennoch einen Hinweis hinterlassen.

      In Berlin (ORWOHaus) gibt es jährlich die „Deadline“: https://www.demoparty.berlin

      Vielleicht ist das für Dich interessant.

      Alexander Strellen
      1. Avatar von Alexander Strellen
        VSG-Autor

        Danke für den Tipp André 😀 Da findet man sogar Demos für den PET oder Acorn Archimedes.

        André Eymann
    2. Avatar von Kevin Puschak

      Tatsächlich hatte ich dieses Jahr keine Gelegenheit gehabt, einen LAN-Area-Teilnehmer zu befragen, was da eigentlich so gespielt wird. Aber beim Presse-Rundgang konnte man auf den Bildschirmen meistens so was wie Counter-Strike erblicken. Manche haben aber auch eine Auszeit mit einem Stream genossen (einer schaute offenbar Fußball).

      Also irgendwas, was nach Demoszene aussah, konnte ich da nicht entdecken. Wenn höchstens ältere Heimcomputer, auf denen man solche Demovideos produziert hat.

      Alexander StrellenAndré Eymann
  2. Avatar von André Eymann
    VSG-Autor

    Super, danke Kevin für Deine Eindrücke! Das sieht schon interessant aus. Meine letzten Messen waren die POLARIS-Events in Hamburg, die für mich allerdings auch ein Heimspiel sind.

    Die Caggtus würde mich dennoch reizen, auch weil sie einen leicht anderen Schwerpunkt hat. Das Beitragsbild ist schon der Hammer. Das dass Ganze eher im „Dark Mode“ läuft ist nachvollziehbar und würde mich Besucher auch nicht stören.

    Leipzig wäre ebenfalls eine schöne Sache. Als ehemaliger Besucher der Games Convention habe ich großes Herz für die Leipziger Messe. Ich schaue mal, ob ich das mal einplanen kann.

    Übrigens: tolle Fotos im Beitrag! MERCI 😍

    Kevin Puschak
    1. Avatar von Kevin Puschak

      Polaris würde ich auch mal reizen, sollte ich mir irgendwann mal den langen Anfahrtsweg antun wollen. 😀

      Der „Dark Mode“ passt zur Messe. Und glücklicherweise gibt es inzwischen auch Kameratechnik, die diese Dunkelheit sehr gut kompensieren kann. Wenn man die allerdings nicht hat, wird’s schwierig. Aber meine Canon EOS R50 konnte da doch einigermaßen mithalten, auch ohne Blitzlicht. 😀

      Kann den Besuch definitiv empfehlen, wenn man den Trubel der Gamescom nicht wirklich möchte. Kann da insbesondere den Freitag und den Sonntag empfehlen, da wird’s von der „Besuchermasse“ am angenehmsten.

      André Eymann

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