Spiele, Militär und Krieg – eine Diskussion

Til Breidenbach

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Hallo ihr Lieben, André gibt uns und euch die Möglichkeit hier vergangene Spezial Folgen unseres m10z-Projekts nachzuholen. In diesen Folgen widmen und widmeten wir uns Themen, die sich nicht in ein Serien-Format pressen lassen. Die uns bewegen und das Medium Videospiel aus einer anderen Perspektive betrachten. Gerne auch im gesellschaftlichen Zusammenhang.

Den Anfang macht die Folge „Spiele, Militär und Krieg – eine Diskussion“.

🎧 Podcast-Folge anhören

Worum es in der Folge geht, erfahrt ihr am besten im ursprünglichen Folgentext:

„Die Welt steht Kopf – und wir zocken! Militär und Krieg machen auch vor unserem präferierten Medium nicht halt, und so streiten sich zwei Seiten über Krieg in Spielen, die Wehrpflicht und welche Auftritte diese Themen in Videospielen haben.

Gewinnen dazu konnte ich auf der einen Seite Lipardus/Edgar, und auf der anderen BrainBug/Georg, welche eine tiefe Diskussion führen und uns mit ihren Gedanken und Argumenten mitnehmen und erleuchten …
Nicht nur ein Podcast für Casuals, kommt doch mit und erhaltet einige Denkanstöße – und vielleicht überdenkt ihr ja sogar, was euch umtreibt?

Viele Grüße

Marcel, Edgar und Georg“

Ich wünsche euch viel Spaß mit der Folge und bis zum nächsten Mal.

Euer Til und das m10z-Team

👉 Originalfolge beim m10z-Projekt ansehen oder direkt hier anhören: https://m10z.de/podcasts/spezial-5

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5 Kommentare zu „Spiele, Militär und Krieg – eine Diskussion“

  1. Avatar von André Eymann
    VSG-Autor

    Das ist wirklich eine hochspannende Folge. Und nach dem Hören ist es gar nicht so einfach darauf mit einem Kommentar zu reagieren. Denn inhaltlich passiert so viel in eurem Gespräch. Dennoch will es ich versuchen und fange einfach mal an. Verzeiht mir, wenn ich dabei nur ein paar Aspekte herausnehme. Am liebsten würde ich per Sprache darauf reagieren, aber so eine Funktion bieten Podcasts (leider noch) nicht.

    Ich bin zum ersten Mal in der 1980ern mit dem Thema Krieg im Videospiel in vermutlich mit Wolfenstein 3D in Berührung gekommen. Böse Deutsche, gute Amerikaner usw. – das klassische Programm. Scheinbar hat mich das so sozialisiert, dass dieses Narrativ zu einer Normalität für mich wurde. Denn auch bei den ersten Call of Duty oder Medal of Honor Spielen habe es nie hinterfragt. Und krasserweise hat es mich dann zum ersten Mal so richtig in Videospielen (ebenfalls Call of Duty) gestört, als Muslime als Feindbilder dargestellt wurden. Das hatte mich abgestossen.

    Merkwürdigerweise funktioniert es aber auch heute noch für mich in bspw. in der Sniper Elite Reihe. Die spiele ich nämlich wirklich gern. Hier sind die Feinde ebenfalls die Deutschen. Der Held ist ein Engländer. Die Deutschen des Dritten Reichs sind mittlerweile so abstrakt, dass sie schlichtweg als Tontauben bzw. zum Entenschiessen geeignet sind. Das Spiel bietet auch nicht wirklich einen ideologischen Raum, der moralische Konflikte thematisieren könnte. Es spielt eher in einer „Zeitkapsel“ und zack… noch drei weggeballert.

    Es ist sicher auch wirklich nicht einfach den Krieg in einem Videospiel angemessen darzustellen. Schon in anderen Medienformen gelingt das oft nicht. Wobei ich als Positivbeispiele die folgenden Filme erwähnen möchte: Der schmale Grat (Terrence Malick), 1917 (Sam Mendes), Im Westen nichts Neues (Edward Berger) oder The Outpost (Rod Lurie) – um nur ein paar zu nennen.

    Vor einiger Zeit habe ich 11-11 Memories Retold auf meiner PS4 gespielt. Das hatte mich sehr beeindruckt. Es ist quasi ein Gegenentwurf zu Shootern wie CoD und arbeitet stark mit Kunstmitteln. Es erzählt die sehr persönliche Perspektive zweier Protagonisten, die auf beiden Seiten des Ersten Weltkriegs stehen. Ich habe sogar einen kleinen Einblick bei VSG dazu hinterlassen.

    Abseits von solchen „erzählenden Formaten“ gebe ich euch vollkommen recht. Den „echten“ Krieg will niemand spielen. Denn das wäre unerträglich. Die Spielform in Shooter bspw. muss daher immer abstrakt, schemenhaft und reduziert sein. Eine Schiessbude, die einen niemals wirklich nachdenken lassen will. Anders würde es in der Logik von solchen Videospielen nicht funktionieren.

    Der Konflikt ist vielleicht einfach schon in Medium angelehnt, weil viele Videospiele als Spaß, Unterhaltung oder Eskapismus nutzen. Sie wollen eben gerade von Alltag entfliehen und nicht grauenhafte Szenen nach dem Feierabend nachspielen. Mir geht es auf jeden Fall so. Für mich ist die Tagesschau schon Horror. Dann spiele ich lieber The Witcher oder Cyberpunk. Wobei: letzteres ist auch sehr politisch. Fühlt sich allerdings nicht nach Krieg an, weil es so fiktiv ist. Fiktion ist erträglich, die Realität of weniger.

    Anders ist es bei beispielsweise bei Spielen wie Through the Darkest of Times, weil es moralische Entscheidungen nachvollziehbar und erlebbar macht. Solche Spiele treten aus der Abstraktion heraus und sprechen einen persönlich an. Das macht aber (ich hoffe ich werte damit nichts ab) weniger Spaß, weil man konfrontiert wird und schon einen gewissen Willen haben muss, das Spiel zu spielen aus meiner Sicht. Gleichwohl bin ich sehr froh, dass Studios wie Paintbucket Games sich der Verantwortung stellen und uns so tolle Spiele geben, die so wichtig sind und zum Glück auch immer mehr Verbreitung finden. Auch dafür liebe ich dieses Medium. Es reift immer weiter und kann heute Dinge, ich in den 1980ern undenkbar waren.

    Nochmals danke für euer tolles Gespräch!

    Til BreidenbachTobiMarcel Dörpinghaus
    1. Avatar von Marcel Dörpinghaus
      VSG-Autor

      Hallo Andre,
      Das ist ein sehr plastischer Kommentar und beeindruckt mich.

      Ja es ist unser Medium und ja es wird vor allem die Unterhaltung gesehen. Ich habe auch noch keine Anti-Kriegsspiele gesehen, die sich gut verkauft haben und im Gegenteil, was man in Social Media und auf Busbahnhöfen vernimmt, ist das vollkommene Gegenteil, wogegen sich unser Land Jahre lang bewusst gelehnt hat.

      Mit Edgar und Georg sind die richtigen beiden ins Gespräch gekommen. Klar, die beiden machen sonst „“nur Podcasts die der Unterhaltung dienen“, aber das was die beiden ausmacht, dürfte meinem Gefühl nach mehr rauskommen, eben diese Kritik und Gedanken.

      Auch von mir an die beiden nochmal Gruß, Dank und auch an dich und VSG nochmal das Bewusstsein und vielleicht auch den Mut, hier noch einmal den Podcast an sich aber vor allem das Thema in uns aller Bewusstsein zu rufen.
      Du weisst welchen Artikel ich in der Pipeline habe und dein Kommentar hat mich da gerade nochmal ins grübeln gebracht….

      Marcel

      Til BreidenbachTobiAndré Eymann
  2. Avatar von Daniel
    VSG-Autor

    Superspannendes Thema. Erinnert mich an einen Podcast, in dem ich vor gefühlten hundert Jahren mal meine losen Gedanken zu dem Thema aufgegriffen hab, zu „Spec Ops: The Line“ speziell und Gewalt in Spielen allgemein.

    Til BreidenbachTobiMarcel DörpinghausAndré Eymann
    1. Avatar von Marcel Dörpinghaus
      VSG-Autor

      Hey Daniel,
      Ach sehr cool, ich höre definitiv mal rein!

      TobiAndré Eymann
    2. Avatar von Marcel Dörpinghaus
      VSG-Autor

      ❤️So eine Scheisse hahaha! Einfach top 😀❤️

      TobiAndré Eymann

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