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Avatar von André Eymann

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Euer Umgang mit ausbleibendem Feedback

Hallo zusammen,

Hin und wieder veröffentlicht man ja doch einen Beitrag, sofern Zeit und Kopf es zulassen. Man gibt sich Mühe und es geht meist um ein Thema, welches einen wirklich berührt hat oder über welches man total gerne schreibt. Man schreibt und podcastet, reicht es ein, es wird veröffentlicht, man freut sich und wartet auf Meinung und Standpunkte der Lesenden und deren Sichtweisen.

Wenn dann nichts passiert, und auch die Views ausbleiben, ist das zumindest für mich ein kleiner Schlag auf die Wange. War die Mühe für nichts? Sollte es das gute alte „für sich selbst“ machen sein? Wieso male ich dann nicht Bilder und hänge sie so an die Wand, dass sie niemand sieht.
Wie auch immer, mich berührt das schon und vielleicht geht das auch Richtung Wertigkeit des Werkes oder vielleicht sogar das Machenenden (gut dass ich zumindest dagegen gut gewappnet bin). Und natürlich geht es weiter, auch durch das Mutmachen von Andre. Wieder eine Aufgabe für ihn, total toll (nicht).

Wie das bei euch? Und habt ihr ne Taktik dagegen? Es wird bestimmt mindestens 10 Lager von unterschiedlichen Gefühlen dementgegen geben 😉

LG Marcel

André Eymann, Tobi und Alexander Strellen haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannTobiAlexander Strellen
Lieb' doch, wie du willst!

Das Thema kenne ich natürlich nur zu gut Marcel. Es betrifft alle Medienschaffenden und natürlich auch uns hier. Ich betrachte es primär als Herausgeber und glaube mir: mir brennt jedes Mal das Herz, wenn ein mit Liebe und Gedanken erstellter Beitrag wenige Views und kaum Kommentare bekommt.

Gibt es eine „Formel“ für Interaktion? Ich denke nicht. Die Texte bei VSG sind krass unterschiedlich und manchmal geht ein 300 Wörter-Text durch die Decke und ein 10.000 Wörter-Ding (das gut ist!) bleibt unbeachtet. Ich vermute es liegt immer ein wenig am Interessensspektrum. Wie viele Menschen berührt das Thema? Ist es eher für alle interessant, oder „Intra muros“?

Was ich als Herausgeber aber immer als Tipp mit auf den Weg gebe: die Autorenschaft kann dazu beitragen, dass ein Text bekannter wird. Dazu habe ich seinerzeit diese „Hilfe“ veröffentlicht: So bewerbe ich meinen Beitrag richtig

Eine Taktik gegen den Frust könnte sein, den Text immer wieder zu pushen und auf jede Reaktion zu reagieren. Im Text selbst hilft eine klare Einleitung und ein CTA am Ende. Der Rest ist immer ein wenig Glück, weil so viele Informationen im Sekundentakt auf die Menschen da draußen einprasseln.

Und oft ist schon der nächste Beitrag wieder anders in der Rezeption. Das Dilemma kennt wie gesagt jeder Autor denke ich. Damit müssen wir aus meiner Sicht ein Stück weit leben.

Tobi und Marcel Dörpinghaus haben auf diesen Beitrag reagiert.
TobiMarcel Dörpinghaus
Videospiele sind Liebe

Das Problem gabs meiner Meinung nach schon immer. Bestimmte „Triggerthemen“ gehen immer und sorgen für Reaktionen, andere Themen sind zwar interessant, aber sorgen nicht so sehr für Diskussionen. Wann aber welches Thema genau welchen Stein anstößt, das hab ich auch noch nicht rausgefunden. Ich hatte letztens einen Beitrag auf Reddit, der hat über 1000 Likes und Kommentare bekommen – ein kleiner Kommentar in einem Geschichts-Subreddit. Keine Ahnung warum der durch die Decke ging – andere, ausführliche Sachen kriegen 8 Likes oder so.

Hier auch auf VSG oder meiner Website: Manche Artikel sind super erfolgreich und haben massiv Interaktion, andere sind trotz Werbung irgendwie trocken.

Ich denke, es liegt vielleicht auch daran, dass die Leute manchmal Artikel lesen, sie gut finden, aber einfach nichts dazu zu sagen haben. Das ist meiner Meinung nach nicht mal unbedingt ein Qualitätsindikator.

Ich hab selbst in ähnlicher Situation letztes Jahr auf meiner Website eine Aktion gefahren: „Meldet euch bei mir, damit ich sehen kann ob das Zeug überhaupt noch ein Mensch liest, oder ich bring keine neuen Ihalte mehr raus“. Die Reaktion war überwältigend. Es lesen viel mehr Leute einfach passiv mit, als interagieren.

Schon früher gab es ja Webrings und Blogrolls, in denen sich die Leute ihre Beiträge gegenseitig kommentiert haben, um Interaktion künstlich hervorzurufen.

Oder sogar schon in den frühen 90ern, als in der Play Time und PC Games Leserbriefe fingiert wurden, um Interaktion vorzutäuschen.

André Eymann, Tobi und Marcel Dörpinghaus haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannTobiMarcel Dörpinghaus
Die Weisheit jagt mich, doch ich bin schneller.

Ich habe schon viele Projekte betreut. Ob beruflicher oder privater Natur. Eines ist in beiden Fällen gleich. Eine Reaktion aus deinem Umfeld bekommst du nur mit 100% Verlässlichkeit wenn du jemanden etwas wegnimmst was ihm lieb und teuer geworden ist oder wenn es an seine Geldbörse geht. Der Mensch beschwert sich gerne freiwillig aber alles andere wird nur widerwillig kommentiert.

Mir geht es auch oft so. Ich lese einen Text, finde ihn interessant, habe aber sonst keinen Berührungspunkt mit dem Thema. Dann denke ich, der Autor hat mit dem Text alles gesagt was wichtig ist und versuche wenigstens ein Like zu geben. Damit signalisiere ich ja das mir der Text gefällt und ich dem Inhalt zustimme.

Und manche Themen, auch bei VSG, sind wirklich nur für Randgruppen interessant. Da kommen wirklich keine Kommentare, weil es im Moment niemanden der Leser interessiert. Aber wenigstens werden die Texte aufgerufen. Das wird auf der Seite hochgezählt. Die Texte sind trotzdem sichtbar.

Wenn ich etwas schreibe, mache ich das meistens ohne Erwartungen. Der Text geht raus und wenn keine Kommentare kommen, dann geht die Welt auch nicht unter. Mir war das Thema wichtig und ich wollte anderen davon berichten. Ich habe es niedergeschrieben und somit kann niemand behaupten ich hätte nichts gesagt. Vielleicht stolpert zu einem späteren Zeitpunkt jemand über den Text und dann wird er für die eine Person noch mal wichtig. 

André Eymann, DocOwer und 2 andere Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannDocOwerTobiMarcel Dörpinghaus

Hey ihr, 

Erstmal vielen Dank, da sind echt viele gute Beobachtungen drin, und damit meine ich nicht ein genaues Hinsehen, natürlich auch, aber auch was Menschen so ausmacht. 

Besonders das „Wegnehmen“ Konnte ich direkt nachvollziehen und auch dass das Raushauen ohne Erwartungen eben der Usus sein muss.

Danke euch nochmal, wertvoll, und warte auf weiteren Input hier 😉

André Eymann und Tobi haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannTobi
Lieb' doch, wie du willst!

Super Reaktionen hier. Dies ist ein Schlüsselsatz von @florian-auer:

Ich denke, es liegt vielleicht auch daran, dass die Leute manchmal Artikel lesen, sie gut finden, aber einfach nichts dazu zu sagen haben. Das ist meiner Meinung nach nicht mal unbedingt ein Qualitätsindikator.

Und in der Tat ist es auch so, dass VSG viele „stille Leser“ hat. Die Community ist sehr treu und begleitet den Blog manchmal jahrelang. Für Leser sind eher introvertiert und kommentieren nicht. Gleichwohl werden die Beiträge gesehen und gelesen. Diese „Dunkelziffer“ darf man nicht unterschätzen. ❤️

DocOwer, Tobi und Marcel Dörpinghaus haben auf diesen Beitrag reagiert.
DocOwerTobiMarcel Dörpinghaus
Videospiele sind Liebe

Es gibt ja auch den Trick, irgendeinen kleinen fachlichen Fehler in Artikel einzubauen, denn auf Fehler reagieren die meisten Leute 😀

André Eymann, Tobi und Marcel Dörpinghaus haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannTobiMarcel Dörpinghaus
Die Weisheit jagt mich, doch ich bin schneller.

Ich gehöre auch zu denen, die viel mitlesen, aber manchmal mit dem ein oder anderen Thema einfach nicht viel anfangen können. Das ist nicht böse gemeint, aber ist halt ein persönliches Ding. Ich finde es schwierig, irgendeinen Quark zu schreiben, nur um zu kommentieren. 

Aktuell habe ich tatsächlich auch so viel um die Ohren, dass ich oft weder die Zeit, noch den Kopf dafür habe, mir ernsthaft Gedanken über einen Text zu machen. Das ist sehr schade und nicht wertschätzend, aber ich kann es aktuell leider nicht ändern. 

Wenn ich einen Beitrag für VSG geschrieben habe – und das ist nun leider auch schon wieder eine Weile her – habe ich das ehrlich gesagt für mich gemacht. Versteht das bitte nicht als egoistisch, das kam einfach automatisch. Das Aufschreiben hat mir dabei geholfen, meine Gedanken in einer für mich unschönen Zeit zu sortieren, spielerisch die Brücke zur Realität und wieder zurück zu schlagen. Meine Texte sind bisher auch nicht wirklich die pure Lebensfreude, was man vermutlich rauslesen kann.

Für mich persönlich begann die Wertschätzung schon dort, wo ich das Geschriebene einfach veröffentlichen durfte. Das hatte für mich ein wenig was von Loslassen. Alles Weitere, die Interaktion von Lesenden, Spielenden, Interessierten, empfand und empfinde ich persönlich als Bonus. 

André Eymann und Alexander Strellen haben auf diesen Beitrag reagiert.
André EymannAlexander Strellen

Ich verstehe Dich 100% @tobi und ich weiß, dass auch viele andere so denken.

Danke für Dein Feedback! ❤️

Tobi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Tobi
Videospiele sind Liebe

Hab ich ganz vergessen @andre 

Danke schön überhaupt für die Plattform und die Möglichkeit ❤️

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