Die Wahrheit über meine Liebe zu Retrospielen

Die Wahrheit über meine Liebe zu Retrospielen

Ben Bisc

7 Beiträge · 34 Kommentare · prägende Stimme der Community

In den letzten Artikeln habe ich hier immer und immer wieder meine Gefühle und meine Beziehung zu Retro-Spielen vor Augen gehabt und habe mit euch in Erinnerungen und tollen Klassikern aus verschiedenen Sphären geschwelgt. Von Zelda bis Subnautica, von Amiga bis PS5, von Pixelgrafik-Krachern bis hin zu den ersten 3D-Abenteuern war so ziemlich alles vertreten insbesondere auch durch eure Beiträge in den Kommentaren. Aber mir ist beim Abtauchen in diese längst vergangene Welten etwas aufgefallen und darüber möchte ich heute mit euch „reden“.

Am Anfang war das Spiel

Wenn ihr hier Videospielgeschichten lest oder schreibt oder beides tut, dann seid ihr wie ich auch mit Games mehr oder weniger groß geworden. Jeder von uns hatte mit einem bestimmten Spiel eine Initialzündung und ist danach an und mit seinen Lieblingsspielen gewachsen.

Für mich waren die Anfänge am PC so alte Dinger wie Traders welches ich an einer Tastatur mit meinem Kumpel stundenlang gesuchtet habe, nur damit Fat Mike seine Schnecken bekommt. Es waren Spiele wie Descent von der Heft-CD, die mir klar gemacht haben, wohin unsere Reise mit diesen Systemen gehen kann und es waren unfassbar viele Spielstunden Black & White die mir bis heute voller Humor und Zuneigung zum Spielen im Gedächtnis geblieben sind.

Ich bin mir sicher, am Ende könnte mir jeder von euch hier eine sehr komplette Liste mit Spielen abliefern (gerne in den Kommentaren ^^), zu denen er oder sie eine besondere Verbindung bis in den heutigen Tag hat.

Bei mir sind das zum Beispiel auch immer wieder drei Spieleklassiker aus alten Tagen, die ich nicht weglegen kann, bei denen ich auch unzählige Stunden in die Konfiguration von Emulatoren oder Umgebungen zum Spielen gesteckt habe. Da wäre zum einen das unfassbar fantastische Erben der Erde, eines der humorvollsten und fantastischsten Point & Click Adventures aller Zeiten und bis heute erinnere ich mich mit einem dicken Lachen im Bauch daran, wie man die Ratten in der Bibliothek überlistet.

Die Wahrheit über meine Liebe zu Retrospielen

Genauso lebendige Erinnerungen habe ich an Titel wie Jagged Alliance, mit seiner strategischen Komponente des modifizerens von Waffen mit Kleber und Stahlklumpen und einer witzigen Sprachausgabe. Es war unfassbar gut und hat mich ebenso lange beschäftigt wie das dritte Spiel dieser Kategorie.

In Conquest of the New World bin ich in die Eroberung Amerikas voll rein, habe den Ureinwohnern ihr wertvolles Land gegen ein paar Glasperlen eingetauscht und ihnen die Gegend unter dem Hintern wegkolonialisiert.

Die Wahrheit über meine Liebe zu Retrospielen

Es war fantastisch, es war 3D, es war strategisch, es macht mir heute noch eine unfassbare Laune. Also rein theoretisch zumindest, denn es gibt einen gewaltigen Haken und so kommen wir denn zu des Pudels Kern.

Die Verbindung zum Gefühl

Natürlich (!) habe ich mir all diese geilen Spiele aus meiner Jugend genauso versucht wieder auf meinem Rechner zu installieren, wie ich mir einen Game Boy Classic gekauft und wieder alte Cartridges zocke.

Wie ich da so sitze und wieder versuche mit Ivan in Jagged Alliance Bombenfallen zu entschärfen oder meine Truppen mit genügend Kavallerie in Conquest of the New World zu versorgen um den ganzen Nordamerikanischen Kontinent zu wipen, ist mir etwas aufgefallen. Ich habe keinen Spaß mehr daran. So. Jetzt ist es raus, ich habs gesagt und fühle mich instant schlecht dabei. Aber warum ist das so?

Nun, ich habe das ein wenig an mir selbst beobachtet und ich habe gesehen, dass es mehrere Gründe gibt. Zum einen kann man sich die alte 3D-Grafik, für die man damals ein halbes Auge gegeben hätte weil sie neu, innovativ und einfach geil war, nicht mehr wirklich angucken. Der Augenkrebs lässt grüßen. Ein weiterer Bitterstoff in der Limo ist die teilweise katastrophale Steuerung. Damals kannte man es einfach nicht anders, war froh drum einfach zocken zu können. Heute, wo es Spiele wie Duskfade gibt, dessen Steuerung sich anfühlt als würde man höchstpersönlich durch Zeit und Raum gleiten, kann man sich den Blödsinn gar nicht mehr antun. Und es macht traurig.

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Ich habe also festgestellt, dass ich ein alter Mann bin, der am Ende des Tages nur noch eine Verbindung zu dem Gefühl von damals empfindet. Ich denke und fühle mit Genuss an die alten Zeiten, die alten Spiele und die alten Gefühle zurück. Aber das wars leider auch. Ich weiss nicht ob es euch auch so geht. Ich meine, NATÜRLICH begeistert es mich, wenn man zum Beispiel auf der Gamescom in der Retro-Ecke alte Games mal eben an einem richtig coolen Arcade-Stand suchten kann. Aber wenn ich mich heutzutage mit dem Game Boy Classic auf die Couch setze um eines der guten alten Spiele noch mal komplett zu Ende zu spielen, verliere ich nach einer Weile die Lust.

das Zelda Franchise in meiner Sammlung
Zelda Franchise

Auf der einen Seite ist das natürlich traurig und ich fühle mich irgendwie schlecht mit dieser Erkenntnis. Aber es gibt auch etwas Positives daran. Denn der Grund dafür, den ich anfangs irrtümlicherweise als eine Art Gaming-Burnout identifiziert habe, hat sich als etwas ganz anderes entlarvt.

Wir leben in einer fantastischen Gaming-Ära und der Grund für meine Verdrossenheit damit, die alten Granaten anzupacken, ist schlichtweg meine Begeisterung für unzählige hammerharte, supergute Megaspiele aus der heutigen Zeit. Ich LIEBE es mich in der Grafik von Final Fantasy VII Remake zu verlieren und feiere es in Forza Horizon 6 die Karossen über die Straßen Japans donnern zu lassen. Es sieht einfach unfassbar spektakulär aus, alles macht einfach Spaß und das ist Angebot so breit gefächert, dass für jedes Gusto ein Tellerchen zu schnabulieren ist.

Was war und was wird

Am Ende dieses Artikels habe ich mich mit euch von dem Schuldgefühl entledigt, dem Retro-Gaming ein wenig entwachsen zu sein. Das heisst nicht, dass ich nicht hin und wieder auch mal einen alten Klassiker wie Loom für mich daddeln werde, aber ich werde meine Zeit hauptsächlich wieder in die neuen Titel stecken ohne mich dabei mies zu fühlen. Das Gefühl für die alten Spiele, die Liebe zum Retro-Gaming, sie ist für mich noch nicht tot. Aber sie ist zumindest aktuell nicht mehr als meine Verbindung zum Gefühl, zurück in die alte Zeit, in die guten alten Tage meiner Jugend.

Wie ist das bei euch? Spielt ihr ausschließlich Retro Spiele oder mischt ihr bunt durch? Oder geht es euch mit den Klassikern vielleicht auch so ein bisschen wie mir? Lasst es mich in den Kommentaren gerne wissen.

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17 Kommentare zu „Die Wahrheit über meine Liebe zu Retrospielen“

  1. Avatar von Dennis Gerecke
    VSG-Autor

    Hi,
    Ich finde deine Retrospielperspektive sehr interessant. Mich persönlich begeistern ältere Spiele häufig mehr als aktuellere Titel. Nicht unbedingt, weil ich einen nostalgischen Bezug zu den Spielen habe, sondern weil sie eine außergewöhnliche Spieltiefe besitzen.

    Ein Beispiel: Dieses Jahr habe ich Top-Spiele wie Resident Evil: Requiem und Saros gespielt. Beide Titel haben mich wunderbar unterhalten, aber auch nur wenig überrascht. Sie überzeugen mit ihrem ausgefeilten Gameplay, schaffen aber kaum außergewöhnliche Spielsituationen. Für mich sind es darum keine Meisterwerke.

    Die unterschätzte Retroperle Castlevania: Legacy of Darkness, das ich kürzlich erst nachgeholt habe, konnte mich noch ein Stück mehr begeistern. Es mag zwar spielerisch nicht so ausgefeilt sein wie ein modernes Spiel, überzeugt aber mit außergewöhnlichen Herausforderungen, die ich in heutigen Titeln oft schmerzlich vermisse. Es war spannend, in Resident Evil: Requiem vor dem unbesiegbaren Monster zu fliehen. In den vorherigen Serienablegern habe ich das allerdings viel zu oft gemacht. In Castlevania: Legacy of Darkness hingegen, muss ich ein weglaufendes Kind vor einem unbesiegbaren Monster beschützen. Dieser nervenaufreibende Spielabschnitt und andere haben mich positiv überrascht.

    Damit ist Castlevania: Legacy of Darkness mein aktuelles Game of the Year. Ein nostalgischer Bezug ist nicht zwingend der Grund, warum ältere Spiele herausstechen; oft ist es auch das einfallsreiche Spieldesign.

  2. Avatar von Nico Nolden
    VSG-Autor

    Dein Beitrag – danke dafür – führt immer wieder auf den Umstand zurück, dass wir nicht mehr dieselben sind, wie wir die Spiele damals gespielt haben. Oft ist es schlicht, dass wir eben viel mehr Zeit hatten und deshalb nicht so leicht genervt waren, wenn Roller Coaster nicht bei den ersten drei Versuchen ineinander klicken, unabbrechbare Intro- oder Zwischensequenzen einen vom Spielstart abhalten oder fehlende Speicherfunktionen dazu zwangen, immer wieder von vorne anzufangen. Heute hab ich Frau, Kinder, Hund, Haus und Jobs. Da zündet meine Lunte etwas schneller wegen der Gängelung. Auch würde ich so gerne mich wieder mit Editoren beschäftigen wie bei meiner aktuellen Mini-Reihe zu Broken Arrow, aber es kostet einfach so unfassbar viel Zeit. Gestört hat mich das beim Editor von World in Conflict 2008 halt überhaupt nicht… weil ich ab 13 Uhr die Schulsachen ignorieren konnte. (Nicht zur Nachahmung empfohlen…)
    Viel mehr stören mich Eingriffe in Neuauflagen, um sie smoother und spielbarer zu machen. Dass beispielsweise bei Assassin’s Creed Black Flag Resync die komplette Gegenwartsebene rausgenommen wurde, ist völlig Banane. Gut, vielleicht bin ich zu sehr Historiker. Aber dieser Kniff erklärte, warum Edward an bestimmten Stellen nicht weiterkonnte (sein historisches Vorbild war dort halt nicht), warum er nicht starb und an einem Respawn wieder auftauchte (weil sein Vorbild dort eben nicht draufgegangen war). Solche Convenience-Eingriffe sind bedauerlich, finde ich.

    Ben BiscAndré Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Hey Nico!

      Das ganze Rumgemache mit Editoren, Umgebungen, –novideo bei der „startemeinspiel.exe“ und ähnliches kann ich einfach nicoht mehr. wenngleich es deutlich komfortabler schon ist als noch vor 10 Jahren. Aber nicht nur aus zeitgründen, sondern weil ich eben genau weiss, dass das, was ich mir da herkonfiguriere mich nicht lange beschäftigen wird weil ich das $Game einfach nicht mehr spielen mag!

      André Eymann
  3. Avatar von Nadine
    VSG-Autor

    Ich fühle mich gesehen! 😀

    Ich habe auch immer wieder mit mir gehadert, Spiele aus meiner Kindheit und Jugend zu spielen und dann doch nicht lange am Ball bleiben zu können.

    „Ocarina of Time“ ist zB einer meiner all time favourites, aber ich kann dem heute nicht mehr länger als eine Viertelstunde meine Zeit widmen, denn auch wenn es mich noch so schmerzt, das zuzugeben – es ödet mich einfach irgendwie an.

    Von daher kann ich dein Gefühl sehr gut nachvollziehen und ich bin froh, dass du es hier geteilt hast!

    An den Kommentaren sieht man ja schon, dass die Wahrnehmungen da weit auseinander gehen. Und auch das finde ich sehr spannend zu beobachten.

    André EymannBen Bisc
    1. Avatar von Ben Bisc

      SIEHST DU es geht also nicht nur mir so. Das ist unfassbar beruhigend und ja, mir war schon irgendwie klar, dass dieser mein Artikel ein wenig kontrovers aufgenommen werden wird und ich bin ganz froh darum. für die games.

      André EymannNadine
  4. Avatar von Noriko
    Noriko
    Gast

    Viele Spiele von damals hatten noch Herz und einen Plan, was überhaupt dargestellt werden sollte.
    Games heute, vor allem die Großen, sind technisch ein Debakel, kommen unfertig raus (technisch sowie mit Extrakosten für später im Hinterkopf) und sind mitunter so vollgestopft, dass einfach die Seele für mich fehlt.
    Ich spiele gerne damalige Klassiker sowie heutige Indietitel.

    André Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Ich gebe dir den punkt deiner argumentation aber lkediglich hinsichtlich der Vollpreisigen Quadrupel A Titel. Im Indiebereich sieht das GANZ ANDERS aus. Ich Streue mal Dinge ein wie Stray, Gecko Gods, the last caretaker, Grounden und viele mehr ein

      André Eymann
      1. Avatar von Noriko
        Noriko
        Gast

        Genau das meinte ich auch, als ich schrieb „vor allem die Großen“. 🙂
        Wenn Indietiteln irgendwo die Seele fehlt, dann, wenn der hundertste Deckbuilder oder der tausendste „Survivor-Titel“ rauskommt (wobei es auch unter denen gute Titel gibt). Die von dir genannten Titel sind wiederum sehr schöne Spiele, und auch an sich ist der Indiemarkt heute eine tolle Erfahrung und bietet sehr viele versteckte Perlen.

        André Eymann
  5. Avatar von Gerid Romboy
    Gerid Romboy
    Gast

    Hallo Ben,

    zum Teil kann ich Deine Gefühle verstehen. Auf der einen Seite „hängt“ man in bzw. an der Vergangenheit und auf der anderen Seite sind neuere Spiele meist zugänglicher und schöner anzusehen. Natürlich gibt es auch Spiele, die subjektiv schlecht gealtert sind wie die „Polygon“ Graphiken der 90er. Selbst ein Meisterwerk wie „Ocarina of Time“ (liegt auf meinem Stapel der Schande“) würde ich so nicht mehr spielen. Hier warte ich auf die neue Switch Version und hoffe, daß es so gut remastered sein wird wie die diversen „Dragon Quest“ Titel, die ich aber meistens auch im Original gespielt habe.

    Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Shining Force, von mir immer sehr geliebt, auf dem Saturn war leider teilweise auch „Polygon“, aber da ich die im Westen nicht erschienenen Teile 2 und 3 dann per FanPatch und auf dem Polymega (vor zwei Jahren) spielen konnte, entschied die Freude und der Spielwitz. Trotz eines alten Spiels eine der schönsten Erfahrungen der letzten Jahre.

    Fazit: Bei mir findet das Spielen gemischt statt wie z.B. noch in diesem Jahr geplant ….
    1.) Alt – Saiyuki Journey West (PS)
    2.) Alt auf Neu ( Remastered) – Diverses von Dragon Quest
    3.) Neues – Baldurs Gate 3 (Habe aber Angst vor der Größe)

    Gruß
    Gerid

    André Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Hallo Gerid,

      Ich sehe deine Meinung und ich kann sie nachvollziehen. Für mich ist es eben mittlerweile anders geworden. ich mag die alten Dinger nicht mehr spielen und warte eben ggfs auf die Remakes oder aale mich in Erinnerungen.

      André Eymann
  6. Avatar von Thilo Nemitz
    VSG-Autor

    Mir ging das vor Jahren mal so, als ich das erste Mario Kart noch mal spielen wollte und dann gemerkt habe, dass ich in der hektischen Pixelsuppe einfach nichts erkennen konnte. 😀 Heutzutage würde ich immer Mario Kart 8 Deluxe spielen. Warum sollte man auch nicht die Errungenschaften seiner Zeit nutzen?

    Ich glaube, es ist wirklich so, dass man sich bei vielen Retro-Games einfach wünscht, man würde sich nochmal wie damals fühlen. Als man Kind war. Die Welt mit unschuldigen und unverdorbenen Augen betrachtet hat. Als man noch nicht vom Leben mit einer Lawine der Reizüberflutung zugeschüttet war. Aber das ‚Paradise is Lost‘. Man wird nie mehr das jungfräuliche oder zumindest weniger durchgenudelte Hirn von damals haben.

    Bei den alten Games brauchte es auch darum keine Supergrafik, weil wir einfach noch hungriger nach Abenteuern, Mystik und einfach Neuem waren. Da reichte schon ein fantastischer Soundtrack, eine einzige geile Spiel-Mechanik oder ein Genre, das uns interessiert hat. Alles, was damals Technik-bedingt noch fehlte, hat unser Gehirn ergänzt und zu einem tollen Gesamterlebnis zusammengefügt.

    Wenn ich heute nochmal vom „Retro-Fiber“ gepackt werde, dann suche ich nach einem Upgrade dessen, was mich damals verzaubert hat. Zum Beispiel ein Point & Click-Adventure in besserer (Pixel-)Grafik und moderner Steuerung. Oder ein Jump n Run wie Ghost n Goblins, aber etwas weniger tödlich… vielleicht sogar mit Roguelike-Mechanik.

    Einige wenige Games von damals kann ich heute immer noch spielen. Doch bei den meisten musste ich mir, wie du, eingestehen, dass der Zauber von damals nicht zurückgeholt werden kann. Höchstens in einem flüchtigen Blick, wie durch ein Schlüsselloch in ein nun abgeschlossenes Zimmer.

    Die Welt der Spiele hat sich eben weiterentwickelt und ist nicht mehr die selbe. Aber noch viel wichtiger: ICH bin nicht mehr derselbe. Und das ist ok.

    NadineAndré Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Hey,

      jaaaaaha point & clicks. da sagst du was. ich spiele nun aktuell gerne noch monkey island, aber die remakes auf dem ipad 😀
      There, i said itr

      André Eymann
  7. Avatar von Thomas Ricke
    Thomas Ricke
    Gast

    Vieles ist tatsächlich die nostalgische Erinnerung. Wenn man so einige Games heute spielt ist es etwas „strange“.
    Kann das bestens nach empfinden.

    Trotz allem werden sie immer etwas besonderes sein.

    Retrogaming ist etwas wundervolles.

    Daher: #StayRetro

    Ben BiscAndré Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Ja natürlich ist Retrogaming was wundervolles und ich sehe die Nerds vor ihren teilweise steinzeitlichen Hardwarekisten sitzen mit glitzernden augen. ich bin da nur einfach leider rausgewachsen i guess

      André Eymann
  8. Avatar von Alexander Strellen
    VSG-Autor

    Ich kann das schon unterschreiben was du in deinem Text schreibst. Ich sehe es aber nicht ganz so drastisch. Ich möchte hier noch mal das Spiel The Last Ninja 2 nennen. Die Ernüchterung war groß, als ich vor 3 Jahren auf meinem wiederbelebten C-64 mit der Steuerung von damals konfrontiert wurde. Da habe ich auch gedacht: „Das hat mir früher mal Spaß gemacht, war das wirklich so?“. Heute würde man dieses Spiel für die Kollisionsabfrage und die Steuerung so was von runtermachen. Aber ich kann das ganz gut ignorieren. Gehört halt dazu, so war es halt früher. Meine Kinder verzweifeln allerdings an diesem Spiel. Sie sind halt moderne Titel gewohnt und die Toleranzschwelle ist niedrig. Sie knien sich nicht so rein wie ich damals. Weil sie heute eben Zugriff auf einfachere Spiele haben.
    Und das ist der nächste Punkt den du erwähnst. Es gibt, gerade neben den AAA Spielen, so viele tolle Spiele zu entdecken. Ich kann die alten Spiele vom Heimcomputer auch in meiner Erinnerung unberührt lassen. Das wäre aber schade. Denn viele Titel von damals machen auch heute noch Spaß und ich entdecke auch immer noch neue Spiele, auf die ich damals keinen Zugriff hatte.
    Ich mische also bunt durch. Das Buffet ist auf allen meinen Geräten angerichtet und es wird gespielt wo ich aktuell Lust drauf habe. Das kann sogar sein, das ich mir für den C-64 ein Spiel aus dem Jahr 2025 kaufe. Die alten Geräte sind nicht tot. Für die ganze Hardware von früher werden ja noch neue Spiele entwickelt. Sei es für den C-64, den Amiga oder den Game Boy.

    André Eymann
    1. Avatar von Ben Bisc

      Ich freu mich realktalk dass es dir so geht. Geniesse deine alten Games und entdecke innerhalb dieser Sparte neues. Das ist wunderschön und ich wünschte mir würde es auch so gehen, dass ich begeistert davon bin…. aber nuja

      André Eymann
  9. Avatar von Boris Kretzinger
    Gast

    @blog Das erlebt jeder sehr unterschiedlich, würde ich sagen. Ich kann mich immer noch gut vor meinen DOS-PC setzen und lange Lords of the Realm, eine kurze Runde LHX oder Stunts spielen. Aber ich kann nicht mehr stundenlang Tracks in Stunts bauen und die dann mit einem Lancia Delta abfahren und mich daran freuen. Die blockige Polygongrafik macht mir dabei allerdings nichts. Es ist eher so, dass mir die Geduld für derlei fehlt, weil ich zig andere Spiele in der Zeit spielen oder – weil es Sommer ist – ich auch rausgehen und was ganz anderes ohne Technik machen kann. Früher, als wir nur wenige Games hatten, war das eben anders. Manchmal zwang uns eine Mischung aus zu viel Zeit und Entdeckerdrang dazu, Sachen auszuprobieren oder nervige Steuerungen zu akzeptieren, weil wir keine große Auswahl hatten. In Erinnerung bleib dann eher die viele Zeit, die wir damit verbrachten, nicht immer die Rahmenbedingungen, unter denen das stattfand. Die Frage ist, ob nicht eher die heutige komplett reizüberflutete Zeit problematisch ist, weil wir uns so konditioniert haben, dass wir gewisse Spiele nur noch schwer aushalten oder als mäßig spaßig empfinden, weil sie uns etwas anfordern. Die Antworten darauf habe ich auch nicht. Aber Vintage Gaming hat noch eine andere Komponente für mich, die das Ganze so wunderbar für mich macht, dass ich es nicht missen möchte: Es haben sich viele Freund- und Bekanntschaften über dieses Hobby ergeben, über den Austausch gemeinsamer und auch unterschiedlicher Erfahrungen. Ich habe neue alte Spiele kennengelernt, die ich nicht von früher kannte und die mich jetzt begeistern. Und so schaffe ich mir neue Erfahrungen auf alter Hardware, aber eben auch außerhalb davon im Kontakt mit Menschen, die dieses Interesse teilen. Also: Auch wenn ich Mega Man 2 auf dem Gameboy heute nicht mehr durchspielen kann, macht das gar nichts. Und wenn ich eben über viele Wochen nichts spiele und nur zufrieden dasitze und meine Sammlung anschaue, ist das auch fein. Und insgesamt mit Blick auf eine komplett digitale Spielezukunft muss ich sagen: In Zukunft werde ich eher mehr als weniger Games auf physischen Medien spielen und mich dafür der alten Hardware noch mehr zuwenden. Cheers!

    André EymannMichaelAlexander Strellen

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