Das Verschwinden der Videospielautomaten in Deutschland

André Eymann

174 Beiträge·1.171 Kommentare·tragende Stimme der Community
15.10.2007·12 Minuten
André Eymann

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Habt ihr in den 1980er Jahren auch unzählige Münzen in Videospielautomaten gesteckt? Dann geht es euch wahrscheinlich wie vielen anderen, die in dieser Zeit groß geworden sind. Doch eines Tages war es plötzlich vorbei: Die Geräte verschwanden aus dem öffentlichen Raum – und damit auch aus dem Blickfeld der Jugendlichen.

So manch einer fragt sich bis heute, was damals dazu führte. Dieser Text begibt sich auf die Spurensuche und versucht, ein wenig Licht in die Vergangenheit zu bringen. Warum verschwanden die Videospielautomaten aus Deutschland?

Klassische Automaten in einer US-amerikanischen Arcade. (Bild: André Eymann)
Klassische Automaten in einer US-amerikanischen Arcade. (Bild: André Eymann)

In den Achtzigern hatte längst nicht jeder Jugendliche in Deutschland ein eigenes Videospiel zu Hause. Und mit Videospiel meine ich hier nicht eine der unzähligen Telespielvarianten des immer gleichen Bildschirmtennis von Grundig, Palladium oder ITT.

Diese sportlichen Schwarz-Weiß-Spielkästen waren meist mit zwei Controllern und einer Lightgun ausgestattet – einem Pistolenimitat, das mithilfe einer Photodiode auf das Geschehen auf dem Bildschirm reagierte. In vielen Haushalten gehörten solche Geräte damals bereits zur Ausstattung. Letztlich waren sie allesamt Varianten oder Nachbauten des Videospielklassikers Pong.

Ich meine Videospiele, bei denen austauschbare Cartridges farbenfrohe Spiele auf den Bildschirm zauberten. Zu dieser Kategorie gehörte zum Beispiel das Atari VCS. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises von rund 379 DM und der ebenfalls teuren Spiele konnte sich allerdings nicht jeder ein eigenes VCS leisten. Für viele fand die erste Begegnung mit Videospielen deshalb an öffentlichen Orten statt.

Gemeinsam auf Punktejagd

Diese Begegnungen fanden zum Beispiel im Imbiss um die Ecke, in Kaufhäusern, an Supermarkteingängen, in Kinos, Schwimmhallen oder in den sogenannten Arcades statt. Denn dort standen sie: bunt, auffordernd und mit ihren weltraumähnlichen Klängen kaum zu überhören.

Doch selten standen sie allein. Meist waren sie von mehreren, überwiegend männlichen Jugendlichen umringt, die angespannt um die Rettung der Erde vor ihrer Vernichtung (Missile Command) oder um die olympische Goldmedaille (Hyper Olympics) kämpften.

Das vorrangige Ziel war jedoch das Erreichen des sogenannten High Scores – also der Spitzenposition auf der Bestenliste des Automaten. Die Auswahl an Spielen wuchs dabei stetig.

Ms. Pac-Man von Bally Midway. Kreisgelbe Überheldin mit Schleife im Haar. (Bild: André Eymann)
Ms. Pac-Man von Bally Midway. Kreisgelbe Überheldin mit Schleife im Haar. (Bild: André Eymann)

Zu den größten Hits in den Arcades gehörten sicher Titel wie Space Invaders, Asteroids, Phoenix, 1942, Gyruss oder Moon Patrol. Chronologisch betrachtet befinden wir uns genau in jener Phase der Videospielgeschichte, in der Flipperautomaten langsam aus der Mode kamen und Videospielkonsolen die Kinderzimmer noch nicht erobert hatten. Heimcomputer und PCs steckten noch in den Kinderschuhen, und an das Internet war ohnehin nicht zu denken.

Das Spielen am Automaten hatte etwas spürbar Soziales. Ständig versuchte man, den Vorgänger auf der Bestenliste zu übertreffen. Gerade das machte den Sieg zu einem ganz persönlichen Ziel, das mit Ehrgeiz verfolgt wurde. Gleichzeitig wurde der Punkterekord des anderen respektiert und als spielerische Herausforderung verstanden.

Viele Spiele konnte man gemeinsam spielen. Dadurch wurde das eigene Geschick nur noch mehr gefördert. War das Spiel zu Ende, hatte man außerdem einen guten Grund, einen weiteren Versuch zu wagen.

Man spielte übrigens nicht nur gemeinsam, wenn man selbst aktiv an der Maschine stand. Das Zuschauen bei anderen Spielern sowie der Austausch von Tipps und Tricks waren mindestens genauso wichtig wie das eigene Spiel. Es gehörte einfach zur Spielkultur dazu.

Und genau das ist bis heute geblieben. Noch immer sprechen wir über Spiele, Strategien und unsere Erlebnisse. Wir teilen Höhen und Tiefen, erinnern uns an besondere Momente und erleben Videospiele dadurch gemeinsam – auch wenn jeder für sich spielt.

Wo sind die Arcades geblieben?

Jugendliche im Dezember 1980 in Newcastle, England. (Bild: Pinterest)
Jugendliche im Dezember 1980 in Newcastle, England. (Bild: Pinterest)

In der Welt der Videospiele nimmt der Begriff „Arcade“ bis heute eine besondere Stellung ein. Hierzulande lässt er sich wohl am ehesten mit „Spielhalle“ übersetzen. Die dort aufgestellten Automaten vereinen Bildschirm und Steuerung in einem einzigen Gehäuse, das meist groß genug ist, um im Stehen daran zu spielen.

Irgendwann verschwanden die Automaten aus Kinos, Kaufhäusern und vielen anderen öffentlichen Orten. Fast jeder kann sich noch daran erinnern, doch kaum jemand hat Fotos von sich oder den damaligen Automaten gemacht. Warum verschwanden sie also aus unserem Alltag? Und was führte letztlich dazu?

Als Erklärungsversuch sollen hier einige Erinnerungen von „Sammy-Jooo“, einem Videospieler der ersten Stunde, dienen:

„Da liegt ja eben das Problem, denn man hat die Bilder zwar im Kopf, kann die ja aber da nicht rausholen und anderen Leuten zeigen. Es war ja auch eher unüblich, dass jemand mit einem Fotoapparat durch die Gegend lief und jeden Eindruck auf ein Bild bannte. Aber es ist dennoch eine gute Frage, denn wo diese Kästen abgeblieben sind und warum die überhaupt verschwanden, sollte doch zu klären sein.

Wenn ich mich nicht irre und die Erinnerung dann noch mitspielt, hatte es irgendwas mit dem Jugendschutz zu tun, dass als Erstes die Arcade-Automaten aus den Kino-, Supermarkt- und Kaufhauseingängen verschwanden. Danach wurden wohl auch die Auflagen für die Aufstellung solcher Automaten in Gastrobetrieben verschärft, und so wurden es auch dort immer weniger Automaten, die letztlich ganz verschwanden.“

Videospielautomaten in einer deutschen Gaststätte. Trauriges Dasein in den Hinterzimmern der Nation. (Bild: Forum, www.best-of-80s.de)
Videospielautomaten in einer deutschen Gaststätte. Trauriges Dasein in den Hinterzimmern der Nation. (Bild: Forum, www.best-of-80s.de)

„Bei den Spielhallen wird der Grund des Verschwindens wohl wirklich in den Verdienstmöglichkeiten zu finden sein. Mit den Geldspielautomaten konnte man schließlich leichter und schneller Geld verdienen. So ein Spiel am Geldspielautomaten dauerte nur ein paar Sekunden und kostete zwischen 20 und 30 Pfennig. Da war eine Mark schon schnell verspielt, wohingegen man für eine Mark mit etwas Übung doch recht lange an einem Arcade-Automaten spielen konnte.

Auch war es doch so, dass die ‚Geldspieler‘ oftmals mehrere Automaten zugleich laufen ließen und nebenbei noch die teuren Getränke kauften und konsumierten. Die ‚Arcadespieler‘ hatten dagegen immer nur einen Automaten gleichzeitig in Beschlag, alle Hände voll zu tun und meistens noch mehrere Zuschauer um sich herum stehen.“

„Ich glaube aber auch, dass die Entwicklung und Verbreitung der Spielekonsolen und Homecomputer dazu beigetragen haben, das Verschwinden der Automaten zu beschleunigen. Dann wurde doch lieber stundenlang am heimischen Fernseher oder Monitor gezockt, und man musste nicht ständig Geld nachwerfen. Bis man eines der gängigen Games beherrschte, hatten mindestens 70 DM den Besitzer gewechselt. Dafür konnte man sich damals schon fast ein eigenes Spiel kaufen – sofern man es nicht als ‚Sicherheitskopie‘ tauschen konnte.“

„Doch selbst die tollste Konsole oder der leistungsfähigste Computer konnten einen Arcade-Automaten nie wirklich ersetzen. Besonders diese Geräte mit ihren Motorrad-, Auto-, Flugzeug- oder Raumschiffattrappen lassen sich bis heute nicht wirklich simulieren oder emulieren.

Vor allem bei den Motorradspielen war es fies, wenn die Kurve einfach immer länger wurde, man sich dabei immer weiter in die Kurve legen musste und schließlich manchmal tatsächlich von der Maschine fiel.“

„Es waren schon lustige Erlebnisse, die man an diesen Kisten hatte. Mir kommen immer mehr Erinnerungen an die Zeit, als man stundenlang vor so einem Automaten stand und die Buttons mit den Fäusten malträtierte.

Es gab aber auch so manchen Trick, um den Kasten zu überlisten und kostenlos spielen zu können. Da wurde einiges ausprobiert. Besonders beliebt war die Methode mit dem Piezozünder aus einem alten Feuerzeug und einem langen Draht mit abisolierter Schlinge am Ende.

Auch die Münzprüfeinrichtungen ließen sich damals vergleichsweise einfach überlisten, denn sie reagierten teilweise nur auf das Gewicht. So fand sich mancher Złoty (die Währung der Republik Polen) in der Kasse. Heute wird sogar die Legierung der Münzen geprüft.“

Jugendschutz und neue gesetzliche Regelungen

Zu Beginn des Jahres 1982 entwickelte sich in der Bundesrepublik eine öffentliche Diskussion über die mögliche Jugendgefährdung durch sogenannte „Video-Automaten“. Obwohl die Forschung zu Videospielen damals noch in den Kinderschuhen steckte, wurden schnell einfache Erklärungen und Schlagworte wie „Killer-Automaten“, „Aggressionssteigerung“ oder „Mediengewalt“ gefunden.

Seit 1985 sind Videospielautomaten in Deutschland aufgrund gesetzlicher Regelungen aus dem öffentlichen Raum verschwunden. Mit etwas Glück findet man heute noch den einen oder anderen Klassiker in zugangsbeschränkten Spielhallen.

Die Argumentation vieler Medien stützte sich damals darauf, dass zahlreiche Videospiele – etwa Battlezone oder Defender – als Kriegsspielzeug eingestuft wurden. Daraus wurde häufig die Schlussfolgerung gezogen, sie könnten das Aggressionspotenzial von Jugendlichen erhöhen.

Ganz verschwunden ist diese Debatte bis heute nicht. Auch nach den Amokläufen von Emsdetten (2006) und Winnenden (2009) rückten Videospiele erneut in den Fokus der öffentlichen Diskussion.

Leider melden sich in solchen Debatten häufig auch Menschen zu Wort, die selbst nur wenig oder gar keinen Bezug zu Videospielen haben. Entsprechend emotional werden die Diskussionen gerade hierzulande oft geführt – mit der Folge, dass Zusammenhänge in den Medien nicht selten verkürzt oder verzerrt dargestellt werden.

Auf der einen Seite werden nach Gewalttaten immer wieder Forderungen laut, Videospiele stärker in den Fokus der politischen Debatte zu rücken. Dabei entsteht nicht selten der Eindruck, dass komplexe gesellschaftliche Ursachen auf eine vermeintlich einfache Erklärung reduziert werden. Auf der anderen Seite muss das Thema jedoch differenziert betrachtet werden.

So existieren beispielsweise Videospiele wie Manhunt von Rockstar Games mit expliziten Gewaltdarstellungen oder KZ Manager, das auf Rassenhass und Antisemitismus setzt. Ob und in welchem Umfang solche Titel öffentlich verbreitet werden sollten, ist eine berechtigte gesellschaftliche Diskussion.

Aufgereihte Spielautomaten. Sind Q*Bert, Defender und Pac-Man tatsächlich Killerspiele? (Bild: André Eymann)
Aufgereihte Spielautomaten. Sind Q*Bert, Defender und Pac-Man tatsächlich Killerspiele? (Bild: André Eymann)

Sind Videospiele „Glücksspiele“?

Anfang der Achtzigerjahre gerieten Videospielautomaten in Deutschland in eine weitere, durchaus zwiespältige Situation. Während die Automatenbranche sie als Geschicklichkeits- oder Reaktionsspiele bewarb, wurden sie von Teilen der Öffentlichkeit und des Jugendschutzes häufig mit Glücksspielen gleichgesetzt.

Letztlich war es jedoch nicht ein einzelner Grund, der zum Verschwinden der Automaten aus dem öffentlichen Raum führte. Vielmehr kamen mehrere Faktoren zusammen.

Der Jugendschutz und das damalige Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften kritisierten unter anderem die mögliche Suchtgefahr von Videospielen und bezeichneten sie teilweise als „Glücksspiele mit Münzeinwurf“. In der Folge durften Videospielautomaten vielerorts nur noch in Bereichen aufgestellt werden, die Erwachsenen vorbehalten waren – etwa in Spielhallen.

Gleichzeitig verlagerte sich das Videospielen durch den technischen Fortschritt und die zunehmende Miniaturisierung der Elektronik immer stärker in die privaten Haushalte. Vor allem Heimcomputer und Videospielkonsolen machten es möglich, die Spiele künftig zu Hause zu erleben.

Die Diskussion über das mögliche Gewaltpotenzial von Computer- und Videospielen ist bis heute geblieben. Inzwischen ist auch der finanzielle Aspekt erneut in den Mittelpunkt gerückt – etwa durch kostenpflichtige Onlineangebote, Mikrotransaktionen, Lootboxen und andere In-Game-Käufe.

Die Arcade-Kultur in den USA

In Nordamerika hingegen gibt es sie vielerorts noch: die Arcades. Dort konnte sich die Arcade-Kultur deutlich länger behaupten als in Deutschland. Während hierzulande vor allem Fragen des Jugendschutzes und gesetzliche Regelungen im Mittelpunkt standen, wurden in den USA häufiger auch die positiven Eigenschaften von Videospielen hervorgehoben – etwa strategisches und flexibles Denken, Geschicklichkeit oder Ausdauer.

Besonders in Kalifornien trifft man noch auf viele gut erhaltene Klassiker wie Skramble, Track & Field oder Robotron. Da lohnt es sich, noch einmal 25 Cent einzuwerfen und das ursprüngliche Spielgefühl zu erleben.

Allein die Geräuschkulisse einer Arcade versetzt einen augenblicklich zurück in die Vergangenheit. Plötzlich sieht man sich wieder vor dem Automaten stehen und wie wild auf die Action-Buttons hämmern.

Die meisten Fotos in diesem Artikel entstanden 2006 auf dem Santa Cruz Beach Boardwalk in Kalifornien. Das dortige Fun Center versprüht bis heute den authentischen Charme einer klassischen Arcade, wie man ihn in Deutschland kaum noch findet. Für Retrogamer ist dieser Ort ein wahr gewordener Traum.

Auf Geisterjagd im Fun Center. Videospiele fördern Geschicklichkeit und Ausdauer. (Bild: André Eymann)
Auf Geisterjagd im Fun Center. Videospiele fördern Geschicklichkeit und Ausdauer. (Bild: André Eymann)

Ausflug in die Technik: JAMMA und PCB

Ab etwa 1986 setzte sich für den Anschluss von Spielplatinen in Arcade-Automaten der sogenannte JAMMA-Standard durch. Dadurch ließen sich die Platinen deutlich einfacher und schneller austauschen.

Die Abkürzung PCB steht für „Printed Circuit Board“ und bezeichnet die eigentliche Spielplatine eines Arcade-Automaten. Sie enthält sämtliche benötigten elektronischen Bauteile sowie die Spielsoftware, die in Form von ROM-Bausteinen gespeichert ist.

Das Artwork von Centipede. Fantasievolle Illustrationen aus einer anderen Welt. (Bild: André Eymann)
Das Artwork von Centipede. Fantasievolle Illustrationen aus einer anderen Welt. (Bild: André Eymann)

Wer ausreichend Platz zu Hause hat, kann sich sogar einen eigenen Videospielautomaten ins Wohnzimmer holen. Auf dem Gebrauchtmarkt sind sowohl komplette Automaten als auch einzelne Spielplatinen (PCBs) erhältlich – je nach Zustand und Seltenheit allerdings zu sehr unterschiedlichen Preisen.

Hat man erst einmal den passenden Automaten zu Hause stehen, kann der Spielspaß beginnen. Und damit keine Langeweile aufkommt, lässt sich jederzeit eine andere Spielplatine einsetzen. Dazu wird das Gehäuse geöffnet und die PCB einfach ausgetauscht.

Möchte man beispielsweise ein horizontal dargestelltes Spiel wie Elevator Action spielen, kann bei vielen Automaten sogar der eingebaute Bildschirm entsprechend gedreht werden. Sollte einmal ein Joystick oder ein Button den Geist aufgeben, ist auch das kein Problem. Ersatzteile sind nach wie vor erhältlich.

Näher kann man dem echten Spielhallengefühl kaum kommen.

Schön ist auch die Möglichkeit, viele Arcade-Klassiker auf modernen Konsolen oder anderen Plattformen zu emulieren. Für nahezu jedes aktuelle System gibt es Spielesammlungen, die zahlreiche bekannte Automatenklassiker enthalten. So kann man auch zu Hause noch einmal Ghosts ’n Goblins spielen.

Oder bekommt ihr während eures nächsten USA-Urlaubs Mitleid und importiert einfach euren Lieblingsautomaten? Mir ging es jedenfalls so, als ich in Ventura, Kalifornien, diesem Centipede-Automaten mit Trackball-Steuerung begegnete. Verlassen stand er in einer Ecke und wartete für 895 US-Dollar auf einen neuen Besitzer. Da kann man schon einmal schwach werden.

Übrigens ist Centipede ein besonders schönes Beispiel für die beeindruckenden Artworks, mit denen viele Arcade-Automaten gestaltet wurden. Verantwortlich für das Design war die Videospiellegende George Opperman, dessen Illustrationen bis heute zu den bekanntesten der Arcade-Ära zählen.

Letztlich habe ich mich dennoch gegen einen Kauf entschieden. Vermutlich hätte ich für Transport und Zoll noch einmal eine ähnliche Summe bezahlen müssen. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir klar: Es war gar nicht der Automat, den ich mit nach Hause nehmen wollte.

Es war das Gefühl.

Das leise Summen der Bildröhre. Das Klackern der Münzen. Das hektische Hämmern auf die Buttons. Die gespannte Stille der Zuschauer hinter einem. Erinnerungen wie diese lassen sich nicht verschiffen und auch nicht verzollen.

Also verbinde ich meine nächste Partie Centipede lieber wieder mit einer kleinen Reise – dorthin, wo Atari und viele andere Arcade-Legenden ihre Heimat haben.

Das Fun Center in Santa Cruz. Spielen bis die Tore schliessen. (Bild: André Eymann)
Das Fun Center in Santa Cruz. Spielen bis die Tore schließen. (Bild: André Eymann)

Vielleicht stehen die Arcade-Automaten heute nicht mehr an jeder Straßenecke. Ihre Geschichten leben jedoch weiter – in Museen, auf Veranstaltungen und vor allem in den Erinnerungen der Menschen, die mit ihnen groß geworden sind.

Weiterführende Informationen

Arcades in Deutschland

Auch heute gibt es noch einige Orte, an denen sich das besondere Flair klassischer Arcade-Automaten erleben lässt.

Arcades im Ausland

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58 Kommentare zu „Das Verschwinden der Videospielautomaten in Deutschland“

  1. Avatar von mgoldmann
    VSG-Autor

    Ich war da immer nur Zuschauer an den Automaten. Eine Mark pro Spiel, das in meinem Fall nach rund 30 Sekunden zu Ende war? Neee 🙂 Leider fehlt mir das harte Training bei Jump and Run Spielen heute immer noch. Von irgendwelchen Shootern ganz zu schweigen 😉

  2. Avatar von Patrick
    Patrick
    Gast

    Super! Ist genau diese Richtung.
    Vielen Dank!

    Grüße aus Berlin

  3. Avatar von Bavaria
    Bavaria
    Gast

    Hallo Zed,

    super, vielen Dank für die schnelle Hilfe. Genau das ists.

  4. Avatar von @zedbeeblebrox
    @zedbeeblebrox
    Gast

    Dürfte sich um die Qix-Variante „Perestroika Girls“ handeln. Siehe hier:

    https://youtu.be/RMhWDB82djw

    Grüße, zed

  5. Avatar von Bavaria
    Bavaria
    Gast

    Hallo Patrick,

    auch wir suchen nach diesem Spiel.

    Konntest du schon was in Erfahrung bringen?

    Viele Grüße
    Bavaria

  6. Avatar von Patrick
    Patrick
    Gast

    Hallo,

    ich suche schon lange einen Videospiel-Automaten mit grausamen Suchtfaktor!

    Name: ?
    Spiel Jahr: 1980 (ca.)
    Inhalt: Es handelt sich hierbei um ein „puzzel“ Spiel.
    Ich glaube man war ein Käfer (?) und mußte Linien über den Bildschirm ziehen und dabei auf Extras und Gegner achten.
    Wenn man es schafte den Bildschirm zu einem gewissen Prozentsatz zu füllen(90%?), dann hatte man ein Puzzel geschaft und eine aufreizende Frau in Fantasiebekleidund/Umgebung wurde präsentiert.
    Dann folgte das nächste Puzzel.

    Wer weiß um welches Spiel es sich handelt?!

    Grüße aus Berlin
    Patrick

  7. Avatar von Rapture
    Rapture
    Gast

    In den 90ern war ich immer in Belgien im Urlaub, da waren immer viele Spielhallen direkt am Strand! Das war ne hammergeile Zeit! Also vom warmen Strand mit Tageslicht in die dunklen kühlen Arcaden rein, mit Freund ne Stunde oder zwei zocken, dann wieder raus an den Strand. Supergeil!

    Heute stehen da nur noch Einarmige Banditen in den Räumen, das sind jetzt langweilige Casinos… echt ätzend :/ Hachja, früher war eben doch alles besser!

  8. Avatar von HaseMaNeMark
    HaseMaNeMark
    Gast

    Für wehmütige Erinnerungen an Arcade-Automaten empfehle ich das Buch Extraleben von Constantin Gillies. Bei uns hießen Extraleben aber immer Extrapanzer, auch wenn es im Spiel gar keine Panzer gab 😉

    War es nicht sogar in dem Buch, dass die Figuren auf einem Roadtrip in den USA feststellen, dass auch dort immer mehr Automaten verschwinden?

    In Karlsruhe kann man Samstags beim Verein RetroGamer e.V. an alten Arcades spielen (Ab 21:00 Uhr, Eintritt 3 Euro, alle Automaten+Flipper auf Freispiel, Infos auf http://www.retrogames.info).

  9. Avatar von Gamefan
    Gamefan
    Gast

    Es könnte sich um das Game Vanguard handeln

  10. Avatar von Retro-Nerd
    Retro-Nerd
    Gast

    Würde mal in der Mame Datenbank im Genre Shooter nachschauen. Kann ja auch jährlich eingrenzen.

  11. Avatar von Amidar
    Amidar
    Gast

    Super artikel. Kennt jemand das spiel wo man im raumschiff von unten nach oben fliegt und sich gänge frei ballern musste? Die grafiken waren immer auf recht grossen viereckiegen pixel und das spiel war relativ hell und bunt viel gelb und orange töne.

    also keine galaxy wie bei galaga. Und am ende des levels musste man immer einen endboss erledigen in der art von phönix spiel der end-boss wo man eine mauer durchlöchenern muss um den boss zu vernichten.

    Der automat war nicht wirklich weit verbreitet wie donkey kong und co. Aber das spiel war echt super, weiss leider auch nicht mehr den namen der firma. Würde mich echt freuen das spiel noch mal als mame oder so zu spielen, oder nur ein video auf youtube zu finden.

  12. Avatar von WLAN
    WLAN
    Gast

    Die Automaten wieder aufstellen? Ein interessanter Gedanke. Sicher nicht mit 1 Euro Münzen für 3 Minuten Spielzeit. Aber vielleicht findet sich ja ein alternatives und attraktiveres Bezahlmodell? Bitcoins, Gamecredits, Apple Pay oder einfach via Smartphone SMS-Token. Es wäre auf jeden Fall ein spannendes Experiment. Kann mir gut vorstellen, dass so einige Kids bei entsprechendes Titeln stehenbleiben würden. In den Spielhallen funktioniert das Prinzip der Automaten ja auch noch.

    Und mit Automaten 2.0 in Shopping-Malls, Schwimmbädern oder im Kino hätten wir wieder ein öffentliches Erlebnis inkl. „Attract-Mode“.

  13. Avatar von Arcade Spieler
    Arcade Spieler
    Gast

    ich finde es ehrlich gesagt schade denn es gibt mittlerweile Studien die besagen das der damalige mist den sie da verbreiteten mit Gewalt Verherrlichung usw absoluter müll ist.

    Nachweislich wurde festgestellt das die Automaten sogar das Gehirn stimulieren und die Motorik verbessern und das logische denken fördern. wer also sagt Konsolen seien schädlich und man würde dumm davon werden, der hat ehrlich gesagt absolut keine Ahnung von den Studien oder redet den mist von 1980.

    es ist sehr schade das sie alle verschwunden sind mittlerweile in Deutschland. früher hab ich viele Flipper Automaten gesehen irgendwo stehen zum spielen bereit doch heute sterben sie aus…
    meinen letzter Flipper habe ich letztes Jahr gesehen nach 6 Jahren suchen nach einem. (der stand in einer Spielhalle für Erwachsene mit Glücksspiel)

    ich weiß das viele spiele man mittlerweile emulieren kann aber dass ist nicht dasselbe.

    Man sollte sie wieder erlauben und in Deutschland wieder verbreiten.

  14. Avatar von Toddy S.
    VSG-Autor

    Interessant ist wirklich, dass das Gesetz ab dem 1.4.1985 gelten sollte. Allerdings habe ich definitv in meinem Dorf bis 1990 in der Dorfkneipe meine Automaten gezockt. Danach war ich in Berlin und gab es ja die Spielhallen. Jedenfalls standen Pinballs/Cabs auch im Vorraum von Kantinen (Ausbildungsstelle). Definitiv bis Ende der 90er.

    Wer damals die Zeit miterlebt hat, der weiß, dass ein gefüllter Raum mit Cabs und Pins echt Spaß machen kann. High-End Grafik auf den heutigen Konsolen ist nicht alles. Die Mehrheit der Spiele damals hatten einfach Spielwitz und einen Suchtfaktor. Einige Spiele waren Geldfresser, andere konnte man erlernen und dann recht lange für 1,-DM dran spielen.

    Und man war immer unterwegs, weil regemäßig die Gameplatinen getaucht wurden und man traf dort Freunde…nur durchs Daddel oder aufgrund „moneyless“ durch das Bestaunen des Attract-Modus (den von Mr.Do! z.b. kann ich auswendig… *g*)

  15. Avatar von André Eymann

    Danke für diese Ergänzung zur Jugendschutzgesetzänderung vom 1.4.1985. Sicher ein wesentlicher Beitrag zum Verschwinden der schönen Maschinen aus unserem Blickfeld. Wenn man sich die heutige Situation mit den DLCs anschaut (Downloadable Content), fragt man sich, ob es nicht eigentlich auch dort bald zu einer Regulierung kommen wird. Die „Gefahr“ ist sehr analog zu damals.

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