Was bedeutet Gaming für meine Generation eigentlich noch?

Was bedeutet Gaming für meine Generation eigentlich noch?

Liam Eymann

4 Beiträge·11 Kommentare·sehr aktiv in Diskussionen
31.08.2026·3 Minuten
Liam Eymann

4 Beiträge·11 Kommentare·sehr aktiv in Diskussionen
31.08.2026·3 Minuten

Vielleicht kennt ihr das auch: Gaming gehört für viele von uns einfach zum Alltag. Wir spielen Spiele, schauen YouTube-Videos oder Streams und reden mit Freunden darüber, ohne uns wirklich Gedanken darüber zu machen, was Gaming für uns persönlich bedeutet. Aber habt ihr euch schon einmal gefragt: Was bedeutet Gaming eigentlich für mich und was bedeutet es für meine Generation?

Früher, als ich noch klein war, war Gaming für mich etwas völlig Neues. Man selbst hat nicht lange rumgefackelt, sondern die Dreamcast, PlayStation oder den GameCube angeworfen, um eines seiner Spiele spielen zu können, und schon war das Nachmittagsparadies eröffnet. Man hat sich auch mit seinen Freunden getroffen, um lokal spielen zu können und anschließend eine Übernachtungsparty zu machen, bei der Mario Kart: Double Dash nicht fehlen durfte. Doch was ist heute noch davon übrig?

Um ehrlich zu sein: nicht mehr viel. Durch die immer besser werdenden „Online-Funktionen“ wurde man viel bequemer und traf sich eher online, um sprachlos in einem Discord-Call zu gammeln. Damit möchte ich nicht sagen, dass man bei heutigen Online-Treffen weniger Spaß hat oder weniger Emotionen im Spiel sind, sondern dass es viel persönlicher und immersiver war, sich in echt mit seinen Freunden zu treffen. Dadurch kam auch viel mehr Abwechslung ins Geschehen.

Ich spiele zusammen mit Freunden. Als Zehnjähriger habe ich so viele wunderbare Nachmittage verbracht. (Foto: André Eymann)
Ich spiele zusammen mit Freunden. Als Zehnjähriger habe ich so viele wunderbare Nachmittage verbracht. (Foto: André Eymann)

Denn wenn ich an diese Abende zurückdenke, ging es eigentlich nie nur darum, vor dem Fernseher zu sitzen und ein Spiel nach dem anderen zu spielen. Zwischen den einzelnen Spielen wurde geredet, gelacht oder auch einfach irgendein Blödsinn gemacht. Man war eben nicht nur zum Spielen zusammen, sondern hat den ganzen Tag miteinander verbracht.

Mit der Zeit wurde mein Interessenbereich viel größer und damit auch mein Verständnis von Gaming. Ich wollte nicht mehr nur die Spiele selbst spielen, sondern fing an, mich auch mit allem zu beschäftigen, was dahintersteckt. Ich schaue Gaming-Content, interessiere mich teilweise für die Geschichte älterer Spiele, schreibe mittlerweile selbst über Videospiele und mache auch eigenen Content. Selbst Gaming-Messen wie die Polaris gehören für mich inzwischen dazu.

Auf den ersten Blick scheint es so, als hätten die Themen nicht so viel miteinander zu tun. Trotzdem würde ich sie alle unter Gaming einordnen. Genau hier kommt der Punkt, an dem es interessant wird: Gaming kann für jeden etwas völlig anderes bedeuten. Für den einen ist es das gemeinsame Spielen mit Freunden, für den anderen das Sammeln alter Konsolen, das Schreiben über Videospiele oder vielleicht sogar das Entwickeln eigener Spiele.

Mir stellt sich die Frage: „Wenn Gaming für jeden etwas anderes bedeutet, wo zieht man eigentlich die Grenze?“

Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir auf, dass es gar nicht einfach ist, eine Grenze zu ziehen, da man sich auch außerhalb des eigentlichen Spielens intensiv mit Videospielen beschäftigen kann.

Vielleicht ist Gaming am Ende gar nichts, das sich in ein paar Worten festlegen lässt. Für mich bedeutet es, mit Freunden online oder lokal zu spielen, mich für bestimmte Spielwelten zu begeistern, über Videospiele zu schreiben, Videos zu produzieren oder mich mit anderen darüber auszutauschen. Wieder andere verbringen ihre Zeit damit, alte Spiele zu sammeln oder sich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen. Wir alle erleben Gaming auf unsere eigene Weise, und trotzdem verbindet uns etwas: Videospiele haben einen Platz in unserem Leben gefunden.

Die Bedeutung von Gaming verändert sich deshalb auch ständig, nicht nur durch neue Technik und neue Möglichkeiten, sondern auch durch uns selbst und die Erfahrungen, die wir damit machen.

Was bedeutet Gaming heute für dich? Und wie hat sich das über die Jahre verändert?

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14 Kommentare zu „Was bedeutet Gaming für meine Generation eigentlich noch?“

  1. Avatar von Kendomii
    Kendomii
    Gast

    Mit meinen bald 40 Jahren bin ich sicherlich seit mehr als 30 Jahren aktiver Videospielspieler. Es gab immer wieder Phasen wo ich mal mehr mal weniger gespielt habe. Die letzten Monate waren echt hart beruflich und leider sehr enttäuschend. Zusätzlich hatte ich dadurch auch weniger Zeit zu spielen. Am letzten Wochenende habe ich dann tatsächlich mal abends 2h Ghost of Yōtei spielen können und es macht etwas mit mir und meinem Inneren, wenn ich zumindest mal wieder einfach nur spielen kann. Videospiele waren, sind und werden vermutlich für immer ein Teil meines Lebens sein.

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    1. Avatar von André Eymann
      VSG-Autor

      Das ist sehr schön zu lesen Kendomii. Das Dir Ghost of Yōtei dabei helfen kann Dein aktuelles Leben zu entspannen ist wunderbar. Ich habe etwas ähnliches gerade mit LAKE erlebt. Darüber schreibe ich hier auch demnächst einen kleinen Beitrag.

    2. Avatar von Liam Eymann

      Das kann ich gut verstehen, Kendomii. Gerade wenn im Alltag viel los ist und man weniger Zeit für seine Hobbys hat, merkt man wahrscheinlich erst recht, was einem das Spielen eigentlich bedeutet. Ich finde den Gedanken schön, dass du nach längerer Zeit mal wieder ein paar Stunden einfach nur spielen konntest und es dir dabei gutgetan hat. Ich bin auch der Meinung, dass Videospiele Begleiter des Lebens sind und man sie immer im Herzen trägt.

  2. Avatar von Alexander Strellen
    VSG-Autor

    Eine interessante Frage die du hier stellst und du hast einen Teil der Antwort schon selber gegeben. Gaming oder ich nenne es doch lieber Videospiele, können für den einen eine Religion sein und für den anderen ein netter Zeitvertreib im Wartezimmer mit dem Smartphone. Dazwischen liegt ein weites Feld. Wie bei vielen anderen Hobbys auch.
    Aus Mangel an Mitspielern rückt der Couch-Coop bei mir leider in den Hintergrund. Als Teenager war das für mich aber mit das beste an den Videospielen. Mit anderen spielen und eine gute Zeit haben. Was kann es besseres geben?
    Heute sind Videospiele für mich eine Methode zur Entspannung vom Alltag. Andere machen einen Serien-Marathon auf der Couch, ich spiele lieber ein Spiel. Das darf allerdings auch ein Brettspiel sein. Dafür finde ich auch leichter Mitspieler 😉 .
    Ich muss aber auch Nico zustimmen. (Video)spiele sind ein Jungbrunnen und verhindern das wir knurrende, alte Hunde werden die nur noch den Ernst im Leben sehen 😀

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    1. Avatar von Liam Eymann

      Vielen Dank für deinen Kommentar, Alexander! Ich finde es interessant, wie unterschiedlich Videospiele für jeden von uns sein können. Gerade den Punkt mit dem Couch-Coop kann ich sehr gut nachvollziehen, gemeinsam spielen und einfach eine gute Zeit haben, ist für mich auch eines der schönsten Dinge am Gaming. 😄

  3. Avatar von Andreas a.k.a. Poe
    VSG-Autor

    Jetzt muss ich nochmal kurz nachfassen. Auf dem Screenshot habe ich natürlich sofort Lego Star Wars erkannt. Das habe ich damals „gesuchtet“ bis zum Umfallen, weil ich ein großer Star Wars Fan bin. Das war mitunter einer der Gründe, warum ich einen Kommentar (jetzt zwei!) da gelassen habe – und weil mich das Thema auch einfach anspricht.

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  4. Avatar von Andreas a.k.a. Poe
    VSG-Autor

    Ich bin jetzt seit über 30 Jahren aktiver Gamer, oder vielmehr Gelegenheitszocker. Ich erinner mich noch sehr gut an die Abende bei Freunden, oder bei mir, als wir über das SNES, N64, Playstation, Xbox und Gamecube die Nachmittage und Abende gemeinsam verbracht haben. Als Kind und Jugendlicher hatte man deutlich mehr Zeit für dieses Hobby. Durch Beruf und Familie kamen dann diverse Einschränkungen, was das Zeitkontingent betrifft. Heute treffe ich mich kaum noch mit Freunden, um diese Leidenschaft zu teilen, da die Interessen einfach auseinander gehen. Ungeachtet dessen spiele ich immer wieder gerne auf meinen Konsolen. Durch mein zweites Hobby, das Romhacking, nutze ich zwar häufig einen Emulator, aber wenn die Rohfassung der Übersetzung mal steht, mache ich gerne den Beta-Test über die echte Konsole. Ich bin leider überhaupt kein Online-Zocker und suche daher auch keine Kontakte in dieser Richtung. Ich mag es irgendwie nicht, wenn man sich nur „hört“, aber nie zusammenkommt. Der Gedanke ist zwar auch irgendwie interessant, aber ich mag dann doch lieber den persönlichen Kontakt.

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    1. Avatar von André Eymann
      VSG-Autor

      Lieber Andreas, was für Dich das Romhacking ist, ist für mich vermutlich VSG. Mich entspannt es total eure Texte in die Welt zu bringen und mich auf diese Weise als Teil des Videospielkosmos zu fühlen. Es gibt mir viel zurück. Gleichwohl spiele ich vorrangig Story-Games. Ich vermisse aber auch die Zeit des Couch-Coop sehr. Leider funktioniert die Spielewelt heute anders. Aber zusammen am gleichen Spiel zu sitzen, ist schon etwas Magisches. Dann kann auch durch Onlinegaming aus meiner Sicht nicht ersetzt werden. Ich mag wie Du den (direkten) persönlichen Kontakt lieber.

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    2. Avatar von Liam Eymann

      Vielen Dank, Andreas! Ich kann es auch nachvollziehen, sich mit Freunden vor Ort zu treffen, da es einfach viel lustiger und entspannter ist. Auch wenn ich eher mehr Online-Spiele spiele, gehe ich z. B. jährlich auf eine LAN-Party, um unter anderen Gamer:innen zu zocken.

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  5. Avatar von Nico Nolden
    VSG-Autor

    Hey Liam, schön, Deine Gedanken dazu zu lesen. Was bedeutet Gaming? Tja. Mir hat es auch immer viel bedeutet, miteinander zu spielen. Leider nur ist meinen Freunden so ziemlich die Freude daran vergangen – manch einer findet es auch kindisch. Voll genommen hat man mich eh nur noch, weil ich Games als Historiker zum Beruf gemacht habe. Puh, bullet dodged. Ich hab den Eindruck, man wird nicht alt und spielt dann nicht mehr. Man wird alt, weil man nicht mehr spielt. So herum. Generationen scheinen mir da eher zweitrangig.
    Die liebsten Momente sind mir Couch-Coops. Oder Battle Isle oder Worms im Hot Seat. Vor Ort ist einfach immer noch das Beste. Vieles geht ja heute noch. Rechner nebeneinander stellen und Minecraft an. Das Netz ist zwar auch nett, um zusammen spielen zu kommen. Insbesondere, wenn einem mit zunehmenden Alter die Spielenden abhanden kommen. Aber wer auf der Couch gemeinsam sitzt, der muss sich auch wieder zusammenraufen.
    Da steckt noch viel ungenutztes Potential drin: Mit Overcooked oder Moving Out habe ich eine zeitlang auch versucht, den Wert des gemeinsamen Zusammenspielens als Methode für die Jugendarbeit zu vermitteln: Gruppen managen, gemeinsam Ziele erreichen, und dann Rezepte daraus kochen. Oder die Frage, wie man später wohnen möchte in Moving Out. Auch It takes two, um gemeinsam über Familie, Beziehung und Trennung nachzudenken.

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    1. Avatar von Liam Eymann

      Vielen Dank für deinen Kommentar, Nico! Den Gedanken, dass man vielleicht nicht aufhört zu spielen, weil man älter wird, sondern eher älter wird, weil man aufhört zu spielen, finde ich ziemlich gut. Ich persönlich habe darüber noch nie nachgedacht. Dein Kommentar hat mich auf jeden Fall selbst nochmal zum Nachdenken gebracht!

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    2. Avatar von André Eymann
      VSG-Autor

      Ich glaube Menschen, die Spielen „kindisch“ finden haben das Grundprinzip des Spielens überhaupt nicht verstanden. Spielen ist eine so elementare Auseinandersetzung mit der Welt – es gibt kaum eine bessere um zu Lernen und auch vieles über sich selbst zu erfahren. Spiele machen Spaß, ermöglichen Perspektivwechsel und regen zum Nachdenken an.

      Übrigens: zum Verlust des Couch-Coops habe ich hier mal etwas geschrieben: Über die Magie von Coop- und LAN-Spielen

      Danke für Deinen Kommentar!

  6. Avatar von Frunu
    Gast

    @blog

    Das ist wirklich eine schöne und anregende Frage.

    Das animiert mich gerade dazu, ob es nicht irgendwie möglich ist wie früher die Leute zusammen zu trommeln und gemeinsam irgendein Spiel von früher Revival mässig zu starten.

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    1. Avatar von André Eymann
      VSG-Autor

      Mach es einfach! Du wirst belohnt werden 😍

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