Das Ende der Retail-Ära?

Das Ende der Retail-Ära?

RoxyResistant

4 Beiträge · 12 Kommentare · sehr aktiv in Diskussionen

Sony haben auf ihrem Playstation Blog eine Nachricht veröffentlicht, die gerade wieder einmal für eine heiße Diskussion sorgt: Videospiele digital kaufen oder lieber physisch?

Sony lässt die Bombe platzen: Ab Januar 2028 soll es keine Discs mehr geben. Eine schon immer glühende Diskussion, die nun wieder zu einem Waldbrand entflammt ist. Digital oder physisch? Auch hier gab es schon den ein oder anderen Artikel dazu und ich möchte dazu noch ein paar Gedanken teilen.

Von physisch zu digital

Ich starte einfach mal mit meinen eigenen Erfahrungswerten in beiden Art und Weisen Spiele zu erwerben. Denn gestartet, wie wir wohl alle, bin ich natürlich mit physischen Spielen aller Art. Von SNES bis hin zur PS5. Ich mag keine richtige Sammlerin sein, die sich da so richtig reinfuchst, aber ich hatte trotzdem ein tolles Regal voller Spiele und auch die ein oder andere Collectors Edition durfte bei mir einziehen. Hier kam die Veränderung auch, denn Sony hat angefangen Discs aus den CE’s zu entfernen und einen Downloadcode hinzuzufügen.

Spielehüllen in der Hand zu halten, einzusortieren und sich am Gesamtbild des sich immer weiter füllenden Regals zu erfreuen, das ist schon ein besonderes Gefühl. Auch stöbere ich gerne jetzt noch im örtlichen Elektrofachmarkt durch die Wände voller Spielehüllen. Es ist schön, das Spiel so „greifbar“ zu haben, mit einem schönen Cover-Art oder vielleicht sogar einem Steelbook.

Meine Wand gestaltet mit meinen Lieblingssteelbook. Immer tauschbar, dank Magneten.
Meine Wand gestaltet mit meinen Lieblingssteelbook. Immer tauschbar, dank Magneten.

Was hat sich also geändert, trotz dessen, dass ich das immernoch irgendwo fühle? So ganz kann ich das gar nicht sagen. Irgendwann störte mich einfach dieses Regal, der Staub, das Plastik, was dadurch wieder fabriziert wird. Ich habe aussortiert, verkauft und dachte eben: Ich behalte meine Lieblingsspiele und was ich WIRKLICH noch spielen möchte von meinem Backlog. Alles andere ist rausgeflogen. Verkauft. Verschenkt. Ich wollte das nicht mehr und habe angefangen Spiele digital zu erwerben.

Auf Steam. Im Playstation Store. Auf der Xbox und bei Nintendo. Wenn man dazu noch Reviews schreibt, so wie ich, dann bekommt man ohnehin spiele fast nur noch digital zur Verfügung. Das ist für alle Parteien einfacher. Ich hatte wieder Platz in der Wohnung und meine digitale Sammlung wächst. Doch denken wir in dieser Zeit weiter als das? Das uns das digitale Zeitalter hier auch einfach vor Probleme stellen könnte?

Spiele werden uns nie wieder gehören

Starten wir direkt mal mit einem Punkt, der immer ein großes Argument ist und auch mir persönlich ziemliche Sorge bereitet. Schauen wir uns die aktuellen Entwicklungen an, dann kaufen wir digital lediglich eine Lizenz, die es uns erlaubt, das Spiel nutzen zu dürfen. Das auch nur, wenn natürlich eine Internetverbindung besteht, denn sonst kann der Schlüssel nicht kontrolliert werden. Im Neuland mache ich mir darüber am wenigsten Sorgen. (Sarkasmusschild hier einfügen!)

Sephiroth aus FF VII Remake. Nur eine von meinen Figuren aus den Collectors Editions.
Sephiroth aus FF VII Remake. Nur eine von meinen Figuren aus den Collectors Editions.

ABER es war erst wieder ein Thema, das Verträge auslaufen und Sony über 500 Filme verloren hat. Dementsprechend durften sie die Lizenzrechte nicht mehr weitergeben und ZACK, schon war der digital gekaufte Film nicht mehr nutzbar und ob man sein Geld zurück bekommt? Unwahrscheinlich, denn irgendwo im Kleingedruckten wird es sich finden lassen, dass die „not own Policy“ durchgreift.

Sony begründet den Schritt mit zu wenigen physischen Verkäufen. Legitim, denn das mehr digital gekauft wird, dass lässt sich wahrscheinlich gar nicht abstreiten. Doch wie wollen Unternehmen es in der Zukunft regeln, wenn sie entscheiden wir rationalisieren die CD’s weg? Darf es ein Weg sein, dass wir Geld dafür bezahlen, viel Geld, und die Spiele uns dann nicht mal mehr gehören?

Ich habe das auf Steam schon erlebt, ein Spiel gekauft und Jahre später hat der Hersteller den Key zurückgezogen und dann war mein Spiel weg und ich konnte dagegen nichts tun. Ich sehe nicht, dass das der Weg sein sollte, wenn die Zukunft heißt: Digital.

Nicht das einzige Problem

Ich sehe aber noch ein Problem mit dem Thema, dass uns Spiele nicht mehr gehören, denn auch das gab Sony jetzt bekannt: Die PS Vita und PS3 Stores werden endgültig abgeschaltet. Was bedeutet das genau? Ich kann jetzt noch Spiele kaufen, bis der Store dann im Laufe des nächsten Jahres abgeschaltet wird. Fein. Aber wenn die Stores zu sind, komme ich dann noch an meine Spiele? Wieso sollte ich noch zuschlagen, wenn ich sie doch dann gar nicht mehr spielen kann?

Sony gibt, zumindest für mich, eine unzureichende Entwarnung: Spiele können VORERST weiterhin heruntergeladen werden, wenn sie sich nicht auf der Festplatte, etc. befinden. Vorerst. Ein so kleines Wort mit einer so großen Wirkung. Denn dieses Wort setzt auch hier wieder ein Ablaufdatum. Dafür muss es eine Regelung geben, denn sonst verlieren Gamer auch hier Geld. Bin ich gespannt drauf, wenn in 10 Jahren der PS5 Store abgeschaltet wird und ich quasi alle Spiele aufeinmal verliere. Diese Gedanken sind da und trotzdem kaufe ich digital. Nun.

Store Schließung

Und gehen wir noch einen Schritt weiter: Was passiert denn, wenn es Sony mal nicht mehr gibt? Denn wir sehen es jeden Tag wie ein Studio, Publisher oder sonstwer geschlossen werden. Was passiert dann mit unseren Spielen?

Wer denkt an die Sammler?

Wenn ich ehrlich bin, dann tun mir die Sammler unter euch am meisten Leid. Die Retro Fans haben es sowieso schon schwer genug an die alten physischen Spiele, in einem passablen Zustand und dann auch noch bezahlbar, heran zu kommen. Da muss man schon wirklich mit vollem Herzen dabei sein und ich bewundere das wirklich sehr.

Aber ich kenne auch genügend, die sich auch die heutigen Spiele in ihre Sammlung stellen und es lieben, so wie ich auch einst, diese mit den neusten Titeln zu erweitern. Das ist einfach ein harter Stich in jedes Gamerherz. Auch ich möchte gar nicht daran denken, das es bald vielleicht keine wunderschönen Artworks mehr auf Spielehüllen gibt, denn es gibt unfassbar schöne Cover. Manchmal, auch heute noch, kaufe ich ein Spiel physisch nur, weil mir das Artwork des Covers so gut gefällt. Wird es in Zukunft noch Boxarts geben, dann eben nur mit einem Downloadcode wie in GTA VI? Wir werden es sehen.

Ein kleiner Teil einer Zelda Sammlung von @ben-bisc
Ein kleiner Teil einer Zelda Sammlung von @ben-bisc

Niemand denkt daran, dass Spiele physisch zu kaufen einigen vielleicht einfach mehr bedeutet als nur eine Hülle mit einer CD zu kaufen. Niemand denkt daran, dass wir hier mit Leidenschaft und Herz an auch all das NEBEN dem Spiel rangehen. Das stimmt mich tatsächlich ein wenig traurig.

Aber wie seht ihr das? Seid ihr selber Sammler? Wenn ja, volles Programm von Retro bis heute oder vielleicht nur in der Moderne? Kauft ihr digital oder physisch? Macht es euch Angst, wie die Entwicklung läuft? Das Spiele uns nicht mehr gehören sollen? Ist das wirklich eine reele Zukunft für Videospiele?

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23 Kommentare zu „Das Ende der Retail-Ära?“

  1. Avatar von Marcel Dörpinghaus
    VSG-Autor

    Erstmal: All die Hingabe und Leidenschaft, die ihr hier raus haut spricht Bände!

    Wie weiter oben in einem Kommentar geschrieben, irgendwie war das mit Steam Mitte der 2000er dasselbe. Während man es heute einfach so benutzt und sie auch zu verteidigen sind gegen zB Epic, war es damals so, dass die bösen Kapitalisten die physischen Kopien ersetzen. Das Steam-Framework und die automatischen Updates, die Übersetzung zwischen Betriebssystemen und toll-kreativer Hardware wurde dadurch erst möglich gemacht.

    Ich kann es nicht vergleichen aber mir fällt es schwer ähnliches von Sony in Erinnerung zu rufen.
    Es ist immer übel wenn Kunst und Kunstwerke vergehen. Da kommen wir ins Spiel, eigene Boxen zu machen zB und so die Erinnerung zu erhalten und zwar physisch, die auch in 100 Jahren noch in Regalen stehen können…

    Danke für diesen Denkanstoß!

  2. Avatar von Noriko
    Noriko
    Gast

    Wow, das kommt mir alles so bekannt vor. Dasselbe habe ich damals schon durchgemacht, als Steam für den PC die Herrschaft übernahm und physische Kopien immer seltener wurden, bis sie schließlich verschwunden sind. Und auch ich hatte damals noch Verpackungen in der Hand, in der aber weder ein Handbuch noch eine richtige DVD mehr enthalten waren. Und wenn eine CD drin war, was war da wohl drauf? Lediglich eine Version zum Herunterladen von Steam.
    Und auch damals ging es viel darum, den Gebrauchtmarkt einzuschränken. Games sollten nicht mehr weiterverkauft werden, damit Firmen halt noch mehr Umsatz machen konnten. Und auch damals schon ging es darum, ob Games dann wirklich „uns gehören“ würden oder nicht.

    Das ganze wiederholt sich jetzt lediglich, hat wieder nen Aufschrei, und dann wird es vergessen und jeder gewöhnt sich wohl oder Übel daran, bzw. findet seinen eigenen Weg, damit umzugehen.

    Wundert mich eher, dass nicht heute ein Aufschrei viel größer ist, warum man für Online-Funktionen auf den Konsolen nochmal extra Geld bezahlen soll, obwohl die eigene Internetleitung schon genug kostet.

  3. Avatar von Shukon
    Abonnent

    Ich bin wirklich kein Sammler. Meine physischen Games kannst du an vier Händen abzählen. War schon immer jemand, der ein Game so lange gespielt hat, bis ich keine Lust mehr auf die Spiele hatte und meist habe ich diese kurze Zeit darauf verkauft.

    Inzwischen greife ich, seit vielen Jahren schon, vermehrt zur digitalen Version, außer ich möchte das Spiel unbedingt physisch besitzen, weil ich zum Beispiel besonders emotional an der jeweiligen Reihe hänge oder ich mir nicht sonderlich sicher bin ob mir das Game wirklich gefällt. Bei letzteres kann ich das Game dann immer noch weiterverkaufen und habe dementsprechend nicht all zu viel Geld ausgegeben.

    Muss an der Stelle aber auch gestehen das mich bisher keins der Argumente, die gegen only digital stehen, betroffen hat. Also das ich an gewisse Games gar nicht mehr dran komme, weil es diese nicht mehr zum herunterladen gibt. Alle digitalen Spiele die ich besitze, wo ich auch Zugriff auf die benötigte Konsole habe, kann ich weiterhin herunterladen.

    Allerdings sehe ich die ganze Entwicklung dennoch sehr kritisch. Ich bin, wie gesagt, kein Sammler. Ich Sammle andere Dinge. Würde es auf einmal keine gedruckten Bücher mehr geben, würde ich das vermutlich genau so kacke finden, wie alle die Games sammeln. Wobei das hier auch noch mal ein wenig anders ist.

    Aber die Tatsache das hier eben nur eine Lizenz gekauft wird und das Game einem nicht mehr gehört, finde ich schwierig. Auch diese Argumentation das PC Spieler ja auch nicht heulen würden und die haben schon seit Jahren keine physischen Spiele mehr, finde ich sehr weird. Also zum einen gibt es auf dem PC mehr als nur eine Plattform, wo Games bezogen werden können und zum anderen hat sich Steam in den vielen Jahren als äußerst vertrauensvoll erwiesen. Spiele die es seit vielen Jahren nicht mehr im Steam-Store zu kaufen gibt, können immer noch problemlos heruntergeladen werden. Außerdem gibt es GoG, wo PC Spieler:innen Games kaufen, herunterladen und selbst auf Disc brennen können.
    Bei Sony bzw. PlayStation sind Spieler:innen hauptsächlich auf den PSN Store angewiesen. Teils gibt es auch bei anderen Anbietern Keys zu kaufen, aber die decken eben nicht alle Spiele ab.

    Finde es einfach unglaublich schade für den Gebrauchtmarkt. Spiele die sich Spieler:innen dann gekauft haben, können eben nicht mehr weiterverkauft werden. Spiele die heruntergeladen wurden können auch nicht mehr zurückgegeben werden, noch ein Vorteil von Steam. Da muss Sony, meiner Meinung nach, ordentlich nachlegen. Und was die Lizenz betrifft das Spieler:innen dauerhaft online sein müssen, könnte theoretisch damit etwas „aufgefangen“ werden, wenn die Prüfung des Lizenzschlüssels z.B einmal alle 30 Tage stattfindet.

    Oder wir gucken mal auf Nintendo. Die haben, wie ich finde, eine bessere Lösung gefunden mit den Game-Key Cards. Die stoßen zwar auch auf sehr viel Kritik, aber so können Spiele immerhin weiterverkauft werden.

    Möchte Sony ja nicht irgendwas vorwerfen, für mich klingt das leider so, als würden die bewusst gegen den Gebrauchtmarkt vorgehen wollen und eben das verhindern das Spieler:innen untereinander Games verleihen. Ebenso schwierig das Sony dann mit dem PSN Store die einzige Quelle ist um jegliche Games auf der PlayStation kaufen zu können.

    Schade eigentlich. Finde es aber allgemein erschreckend, wie sich die Games Branche in Moment entwickelt.

  4. Avatar von Oliver
    Oliver
    Gast

    Den „Besitz“-Gedanken sehe ich eigentlich noch am geringsten:

    – Spiele sind zu Release nicht fertig. Man ist also abhängig von Downloads. Der Besitz der Disc bringt mir ein nettes, wohliges Gefühl, aber keine Unabhängigkeit.

    – Was durch den Wegfall der Discs weg fällt ist der Gebraucht- und Verleihmarkt. In meiner Stadt kann ich in der Bücherei tausende Spiele ausleihen. Oder ich kaufe sie für wenig Geld bei eBay. Discs sind somit auch ein Thema der sozialen Teilhabe: Ohne Discs gibt es sie nicht. Wenn Spiele Kulturgut sein möchten, muss es auch einen Zugriff auf diese geben können.

    – Mit dem Wegfall alternativer Beschaffungsmöglichkeiten kann Sony den Preis bestimmen, inkl. dynamischen Preisen. Die gesamte Plattform wird dadurch unattraktiv, sogar zum Feind.

    Ergebnis: Aktuell ist Nintendo mit der Switch und Switch 2 die einzige Konsole, die weiterhin an physischen Medien fest hält, somit separaten Stores, günstigen Preisen, einem Gebrauchtmarkt und einem Verleihmarkt über Büchereien. Ich werde folglich auf eine Switch 2 OLED warten, anstelle auf die PS6. Die Switch 2 refinanziert sich dank ausleihbarer Spiele von alleine. Ebenfalls ein Vorteil: Es sind Module, keine Discs, die zerkratzen.

    1. Avatar von Alexander Strellen
      VSG-Autor

      Auch von Nintendo hatte ich schon Spieleverpackungen für die Switch in der Hand und es war nur ein Downloadcode enthalten. Nicht das erhoffte Modul. Die sind auch kein Stück besser als der Rest aus der Industrie.

  5. Avatar von Alexander Strellen
    VSG-Autor

    Sony (oder alle anderen) machen doch nur was die Mehrheit der Konsumenten möchte. Sie bieten einen Weg an, um schnell und unkompliziert an Spiele zu kommen und sorgen dafür das immer die aktuelle, gepatchte Version zur Verfügung steht. Steam macht das seit Jahren mit Erfolg. Wie so oft ist der Kunde schuld. Die Mehrheit kauft eben digital. Die Firmen reagieren nur auf die Situation und schauen wie sie maximalen Gewinn abschöpfen können. So wie es jeder Unternehmer machen würde.
    Ich bin realistisch. Mit meiner Vorliebe für physische Datenträger bin ich ein Dinosaurier in der modernen Welt. Für Sony (oder alle anderen) ein Kunde der Mehrkosten produziert und eine Minderheit.
    In wenigen Jahren bin ich dann als Kunde verschwunden. Ich weigere mich ja jetzt schon, Spiele runterzuladen die 80GB Volumen haben. Bei meinem DSL Anschluß dauert mir das einfach zu lange. Dann spiele ich lieber alte Sachen aus meinem Vorrat. Aktuelles Beispiel in meinem PS+ Abo. Call of Duty mit über 200GB Volumen zum runterladen. Ne danke, ich verzichte. Aber wer weiß. In 10 Jahren habe ich dann doch einen Glasfaseranschluß und denke vielleicht anders.

  6. Avatar von nGFX
    Gast

    Das Problem ist imho ja nicht das „digital“, sondern das „nicht besitzen“.

    Vieles auf Steam ist ja nicht „meins“. Ohne Steam kann ich’s nicht starten oder installieren.
    (Anders bei GOG, da kann ich mir ’nen Installer runterladen und damit tun, was ich will (archivieren, installieren …)).

    Bei Konsolen ist es noch schlimmer, die Disc kann ich wenigstens verleihen oder sogar verkaufen (auch wenn ich das Spiel mit Patch eh ganz runterladen muss). Da ist die digitale Version ja eigentlich nur „geliehen“.

    Tobi
  7. Avatar von Wolfgang
    VSG-Autor

    Danke für deine tollen Ausführen Roxy! Diese Thematik schlägt ja gerade so richtig große Wellen.

    Von mir nur ganz kurz als Ergänzung: Mich wundert es immer etwas, dass es als „aktuell“ angesehen wird, bei Spielen „nur eine Lizenz zu kaufen“. Viele Plattformen schreiben das jetzt „gezielter“ hin, wie etwa Steam. Das stimmt schon. Aber im Grunde hat man nie, nennen es wir einmal so, ein dauerhaftes Eigentumsrecht erworben. Sondern eben eine Lizenz zur Nutzung. Egal ob physisch oder digital. Heute fällt es mehr auf, da durch „Online“ die Art des Zugriffs eine wesentlich größere Rolle spielt.

    TobiAndré Eymann
  8. Avatar von Ben Bisc
    VSG-Autor

    Hallo Roxy!

    Ich schliesse mich hier mal in mehreren Fällen meinen Vorrednern an. Zum einen: sehr guter Artikel, der die Lage prima umschreibt. Ich selbst bin auch irgendwie nur halbgarer Sammler, mal hab ich was physisches, mal brauch ich es nicht, mnal verkauft man es wieder.

    Was ich absolut nicht abkann: für jeden Mist brauche ich mittlerweile Online-Zugang und wenngleich wir in 2026 Leben gibt es halt immernoch Flecken, da kommt nichtmal Fax hin. Für viele Games brauche ich mittlerweile nen eigenen Launcher, eigene Accounts, habe eigene Stores und alle Nas lang wird wieder einer gehackt und bla. Was ist der Dank dafür? Sterbende Stores (frag mal meinem 3DS wie es ihm geht), Lizenzen für Spiele anstatt Spiele, accountlöschungen bei inaktivitäten, und vieles mehr.

    Ich habe seit mehr als 3 Jahren ein Support-Ticket bei Rockstar auf, weil sie es nicht schaffen, dass ich meinen Kauf von GTA V mit meinem richtigen Steamkonto zu linken und ich kann es einfach nicht spielen. Ich hasse ungefähr alles daran (nebenbei gemotzt: WIESO BRAUCHT MEIN BLÖDER STAUBSAUGERROBOTER EIN ONLINEKONTO BEIM HERSTELLER).

    Ich bin mittlerweile von physischen Spielen fast komplett weg, es zieren lediglich noch ein paar Highlights mit Seltenheitswert meine Regale und auch die Miste ich Stück für Stück aus. Ich bin mittlerweile bekennender Fan von digitalen Käufen. Aber es darf und kann eben nicht sein dass ich eines Tages mein Game verliere nur weil BLUBB. Meine Kohle geben sie mir doch auch nicht zurück….

    Aber am Ende wird es sein wie Immer. Großer Aufschrei, paar Tage den gebrannten Köter durchs social media dorf treiben, danach ist alles wie immer und die Konzerne tun was sie tun müssen um Cash zu grabben. Seufz – wir leben in der Dümmsten aller realitäten

    André EymannWolfgangTobiRoxyResistant
  9. Avatar von DEANJIMMY
    Abonnent

    Bei mir funktionieren diese neuen Geschäftsmodelle sehr schlecht. Ich habe als Gamer und Sammler für die PS5 vielleicht 5% der Menge meiner PS1 Games gekauft und vielleicht 40% der PS4 Games. Es liegt also nicht nur daran, dass die Games mich nicht mehr interessieren, sondern durch das veränderte Modell das Sammeln mehr und mehr entfällt. Wenn ohne PS5 Speicheraufrüstung nach dem Download vom neuen GTA6 nur noch 2 weitere AAA Titel in den Speicher passen, spielt man halt 2 Jahre nur GTA und spart Geld 😉
    Mir egal, ob sie alle pleite gehen, ich bin eh im Post AAA Lebensabschnitt angekommen und spiele Games wie anno 1985 auf C64 und 7800+, dazu ein wenig neues AA und Retro auf der Switch und gut😂
    Die PS5 Disc war fast nutzlos. Alles wird (aus technischen Gründen) auf die SSD kopiert. Die ist schnell voll, also archivieren auf USB. Das Rückkopieren geht viel schneller als ein Download, was aber wiederum viel schneller geht, als ein Install von der Disc. Bei Limited Run Games haben Discs mit allen Patches und DLC noch Sinn gemacht, also schon Schade, dass die Option entfällt. Eine PS6 kann abwärtskompatibel sein wie sie will, ohne Laufwerk findet sie mich als Käufer nicht, da sie bei mir aus Platzgründen die PS5 ersetzen würde, welche auch meine PS4 Discs frisst. Es geht bei mir wohl die Playstation Ära nach 30 Jahren zu Ende😞
    Es lebe die Switch mit ihrem Cartridge Slot✊️
    Nur wie lange noch?
    Switch1 alles top, Limited Run Games mein Haus- und Hoflieferant😊
    Schachteln sammel ich eigentlich nicht, die sind halt da. Aber ich liebe Cartridges.
    Leider gibt es bei der Switch2 nun auch Keycards und Codes in der Schachtel. Da brauche ich die Schachtel eigentlich nicht🤔
    Aber, die Schachtel ohne Spiel ist billiger als der Download. Amazon Japan mit Versand 45€, in Deutschland 69€ und der Download bei Release 79€ (nach dem Sony Announcement nun auch 69€).
    Skandal! Also, wenn nur Schachtel, dann die hübschere aus Japan (in meinem Fall Elliot).
    Indiana Jones kam noch komplett auf Cartridge für die Switch2, es gibt noch LRG und damit Hoffnung… bis Nintendo den Slot abschafft… wenn nicht, bin ich weiter an Board🙏

    https://nerdculture.de/@deanjimmy/116883430359297114

    André EymannTobiBen BiscRoxyResistant
  10. Avatar von Tobi
    VSG-Autor

    Danke für deine gute Zusammenfassung, Roxy.
    Ich hasse dieses Thema so sehr. Nicht, des Themas wegen, aber wegen der daraus folgenden Konsequenzen. Ich habe die ein oder andere Collector’s oder Special Edition hier, einfach, weil ich sie schön finde. Outcast 2 z.B. oder die von dem eher schrottigen Aliens Colonial Marines.
    Leider ist der Trend absolut hin zu Digital. Selbst wenn man heute noch Disks kaufen kann, da passt einfach viel zu wenig drauf bei heutigen Speicherriesen, sodass der Großteil des Spiels sowieso heruntergeladen werden muss. Der Trend wird sich nicht aufhalten lassen und ist leider sogar nicht nur in vollem Gange, sondern auch schon so gut wie abgeschlossen.
    Ich mag zwar den Komfort von digitalen Inhalten, aber bei allem anderen bin ich sehr nostalgisch eingestellt und hab lieber was in der Hand, auf dem Regal.
    Dieses „kannst gerne kaufen, aber gehört dir sowieso niemals“ Ding und auf andere angewiesen sein, ist einfach zum Kotzen. Ich werde dieses Hobby, das mich seit über 40 Jahren begleitet, nur noch mit Peanuts aus der Portokasse finanzieren. Ich vermisse, die alte Zeit 😢 Lieben Dank für deinen Beitrag.

    André EymannWolfgangBen BiscRoxyResistant
    1. Avatar von Tobi
      VSG-Autor

      Vergessen: Das betrifft jetzt eher Konsolen, auf dem PC ist das ja schon seit Jahren Standard.

      André EymannBen BiscRoxyResistant
    2. Avatar von RoxyResistant

      Stimme dir zu, der Weg dahin ist quasi schon abgeschlosse, auf der Konsole wurden wir einfach noch lange verwöhnt.
      Und mit unseren hervorragenden Internetleitungen teilweise in diesem Land ist für manche jeder Download eh ne Qual.
      Einlegen, installieren und spielen ist schon lange kein Alltag mehr leider.

      Warten wir mal ab, wie dir DRM Politik weitergeht… aber ich vermute, da wird nichts passieren, weil auf dem PC läuft es ja seit Jahren so und das wird ein Argument sein worauf sie sich stützen werden.

      André EymannTobiBen Bisc
      1. Avatar von Tobi
        VSG-Autor

        Dazu kommt ja noch das nicht zu unterschätzende Szenario des Spieleerhalts. Wer garantiert, dass die Spiele in fünft Jahren noch downloadbar sind, geschweige denn der ganze Store überhaupt noch existiert? Was z.B. mit der Filmbibliothek passiert, macht Sony ja gerade vor. Ich denke mal, dass Xbox da nachziehen wird, wo sie doch schon länger einen Filmerwerb über den Store eingestellt haben. Obwohl die Filme aktuell noch abspielbar sind. Aber das bringt ja Kosten für den Hoster mit sich… Nicht nur eine ganze Branche steht vor dem Abgrund, sondern auch eine ganze Kultur der Freizeitgestaltung. Furchtbar ey 😢

        André EymannBen Bisc
  11. Avatar von DocOwer
    VSG-Autor

    Sehr schön zusammengefasst!

    Was mir immer wichtig ist: Nichts spricht gegen digitalen Vertrieb. Im Gegenteil; für die Archivierung kann ein guter digitaler Vertrieb sogar besser sein.

    ROM-Module können irgendwann kaputt gehen. CDs, DVDs und Blu-Rays können Disc-Rot anheim fallen. Nichts spräche gegen einen rein digitalen Vertrieb.

    Was für mich das größte Problem ist: Dass man auf den Geräten einen Onlineserver braucht, der bestätigt, dass man die Spiele, die man hat, auch besitzen darf.

    Wären die gekauften Spiele DRM-Frei, könnte man sie sichern, archivieren, und selbst wenn irgendein Hersteller den Shop auflöst, kann man die Spiele dann irgendwo sicher ablegen. Aber das geht nicht. Sind die Shops und die Authentifizierungs-Server down, kommt man nicht mehr an die Einkäufe. Und bei Filmen ist es ja heute schon so, dass manche Filme sogar aus den lokalen Bibliotheken gelöscht werden, wenn die Nutzungsrechte des Shopbetreibers erlöschen.

    Letztendlich sollte es doch egal sein, auf welchem Medium man kauft. Auf einem physikalischen Datenträger, oder digital. Man sollte nicht nur die Nutzungsrechte erwerben, sondern die ganzen Dateien, das ganze Spiel.

    Natürlich wird da dann zu einem gewissen Grad der Raubkopiererey wieder geholfen. Aber so wie sich die Märkte aktuell entwickeln, würde ich mich nicht wundern wenn künftig Konsolen gejailbreakt werden und gecrackte Spiele ohne Internetverbindung auf die Geräte gespielt werden.

    Ein riesen Clusterfuck. Und alles nur, weil die Firmen über Abos Geld verdienen wollen.

    André EymannTobiBen BiscRoxyResistant
    1. Avatar von RoxyResistant

      Das ist eben das Problem, was gelöst werden muss. Vielleicht eben auch von einer Instanz wie der EU. Wenn Frankreich schon anfängt, könnte man das ja ausweiten, denn solange das DRM freie nicht gegeben ist, stehen Gamer eben genau vor dem Problem, welches du ansprichst.

      Ich habe nichts gegen digital, im Gegenteil, nutze es selber nur noch, aber es gibt eben Probleme, die man nicht ignorieren darf.

      Und ja, die Raubkopiererei fängt ja schon wieder an groß zu werden. Im Moment nich bei Filmen, aber das kommt sicher alles zurück.

      André EymannTobiBen BiscDocOwer
      1. Avatar von DocOwer
        VSG-Autor

        Absolut, so ist es!

        Ich glaube, theoretisch könnte aktuell ein Anbieter doch sogar die Verwendung deines physikalischen Spiels verhindern, wenn es irgendwelche Rechte-Probleme gibt, oder? Also sofern deine Konsole am Internet ist?

        Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, aber dieses Rechtemanagement macht grade alles kaputt. Schutz vor Raubkopien in allen Ehren – aber so macht man sich grade die ganze Branche kaputt.

        André EymannTobiRoxyResistantBen Bisc
        1. Avatar von RoxyResistant

          Ich glaube schon ja. Weil auch hier ja eine Lizenzabfrage passiert. Wild alles.

          André EymannDocOwerTobi
        2. Avatar von Wolfgang
          VSG-Autor

          Ja können sie. Es können Spiele (Discs) aus deiner Konsole ausgesperrt werden. Dann gibt es halt einen (kryptischen) Error Code. Wenn jemand am Internet hängt, ist somit der Vorteil „dass ich Discs, die ich bei mir habe immer spielen kann“ nicht mehr so in der Form vorhanden.

          André EymannBen Bisc
    2. Avatar von Formfehler
      Formfehler
      Gast

      So gut wie jedes Steam Game ist nach spätestens einem Tag als gecrackte Version im Netz verfügbar und das schon seit Beginn von Steam. Der Begriff Raubkopie ist absoluter Blödsinn, das der download einer solchen Version eine Urheberrechtsverletzung ist und kein Raub!

      Zu Sony: Da ich außer bei GOG keine Spiele digital kaufe, da sie mir nicht gehören, war die Playstation mit seinen Discs sowas wie meine Spiele Heimat. Wenn das wegfällt, wird Sony von mir auch nicht mehr unterstützt, also keine PS6 für mich.

      André Eymann
      1. Avatar von Wolfgang
        VSG-Autor

        Bei GOG ist das allerdings nicht ganz anders. Auch wenn man gerne dazu neigt zu sagen „es gehört mir“. Du kaufst dort auch eine Lizenz, eine persönliche, damit du das Spiel nutzen darfst. Wenn man sich etwas mehr in die AGBs wühlt, kann man das dort nachlesen. Das mit dem Offline Installer und der Möglichkeit diesen zu nutzen hängt dann mit DRM zusammen. Das Herunterladen und sichern der Datei(en) verstößt dabei nicht gegen die Lizenz. 🙂

        André EymannBen Bisc
        1. Avatar von DocOwer
          VSG-Autor

          Du hast aber bei GOG kein DRM in den Files. Das heißt auch wenn du finstererweise die Lizenz verlieren würdest – die ganzen funktionierenden Files hast du.

          André Eymann
      2. Avatar von DocOwer
        VSG-Autor

        Der Begriff „Raubkopie“ ist aber älter als ich (und ich bin schon alt) und hat sich eingebürgert, auch wenn er den Erbsenzählcontest nicht gewinnt 😀

        André Eymann

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